Verhängnisvolle Kader-Größe: Emtinghauser Korbballerinnen droht der Sturz in die Bezirksoberliga Vom Wechsel-Fieber geschüttelt

Emtinghausen. Der TSV Emtinghausen geht schweren Zeiten entgegen. Aus dem ehemaligen Bundesligisten ist in dieser Saison ein Abstiegskandidat der Korbball-Niedersachsenliga geworden. Dem derzeitigen Tabellenletzten droht der Absturz in die Bezirksoberliga.
15.01.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Uwe Reunitz

Emtinghausen. Der TSV Emtinghausen geht schweren Zeiten entgegen. Aus dem ehemaligen Bundesligisten ist in dieser Saison ein Abstiegskandidat der Korbball-Niedersachsenliga geworden. Dem derzeitigen Tabellenletzten droht der Absturz in die Bezirksoberliga.

Nach einem ersten Generationswechsel war Emtinghausen schon in der Saison 2009/10 als Abstiegskandidat gehandelt worden, umso überraschender war für viele das gute Abschneiden. Am Ende wurde mit dem dritten Platz sogar der Wiederaufstieg zur Bundesliga nur knapp verfehlt.

Die Lockerheit und Unbekümmertheit aus dem Vorjahr ist in dieser Saison aber verflogen. Obwohl besonders die jungen Spielerinnen konditionell und technisch gereift sind, wirken nahezu alle vor dem gegnerischen Korb gehemmt und bleiben dadurch oft erfolglos. Das trifft aber auch auf die erfahrenen Kräfte zu, die momentan zu sehr damit beschäftigt sind, den jungen Spielerinnen helfen - und dadurch ihre eigenen Stärken oft vernachlässigen.

Befreiungsschlag ausgeblieben

Auf Sascha Zimmer wartet also noch viel Arbeit. Er hat das Team nach dem Saisonauftakt als Betreuer übernommen und entlastet damit seine Ehefrau Verena Zimmer, die sich nach ihrer Babypause voll und ganz auf ihre Aufgaben als Korbfrau konzentrieren soll. "Wir müssen endlich wieder gewinnen, um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze nicht zu verlieren", hatte sie zuletzt mehrmals gefordert, dieser Plan ging aber nie auf. Der von allen erhoffte Befreiungsschlag blieb bislang aus. Somit gab es nach dem knappen 10:9-Erfolg gegen den SC Dünsen zum Saisonauftakt und dem 9:9-Unentschieden gegen den FC Gessel-Leerßen am dritten Spieltag keine weiteren Erfolgserlebnisse.

Im Abstiegskampf wurde auch die "Vier-Punkte-Spiele" gegen die Mitkonkurrenten Oldenbroker TV, TSV Ingeln-Oesselse und SV Werder Bremen verloren, wodurch die Lage noch verschlimmert wurde. Ein Grund für das schlechte Abschneiden scheint, so paradox es klingt, der große Kader zu sein. An den ersten vier Spieltagen hat Emtinghausen kräftig durchgewechselt und vor jeder Partie Spielerinnen ausgetauscht. Dadurch wirkte die Mannschaft oft uneingespielt, wichtige Automatismen waren kaum mehr zu erkennen. "Vielleicht müssen wir umdenken und mehr die "ersten Fünf" spielen lassen. Dadurch bekommen zwar nicht mehr alle zu ihren früheren Spielanteilen, aber anders ist unsere Lage momentan wohl nicht zu verbessern", meinte Verena Zimmer vor dem fünften und letzten Spieltag des Jahres 2010. In den Spielen gegen den SV Werder Bremen und TSV Thedinghausen waren auch gute Ansätze zu erkennen. Emtinghausen war bis zur Pause ein gleichwertiger Gegner, verlor dann in der zweiten Hälfte aber wie so oft

für mehrere Minuten völlig den Faden und damit am Ende auch die so wichtigen Punkte.

"Wahrscheinlich wollen wir nach der Pause immer zu viel auf einmal und setzen uns damit selber unter Druck. Das scheint uns dann immer aus der Bahn zu werfen", glaubt Verena Zimmer. Am 23. Januar 2011 beginnt für ihre Mannschaft die heiße Rückrundenphase. Gegen den Tabellenführer SV Brake II werden zwar kaum Punkte zu holen sein, gegen den SC Dünsen muss der Hinrundenerfolg aber wiederholt werden. Anschließend muss Emtinghausen an den verbleibenden Spieltagen eine Siegesserie starten, sonst dürfte der Abstieg kaum noch zu verhindern sein.

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