Weltklasse-Reiterin schwanger Von Bredow-Werndl vor Babypause: „Zu zweit im Sattel“

Wie lange kann man während der Schwangerschaft reiten? Und wann darf man nach der Geburt wieder anfangen? Drei Weltklasse-Reiterinnen berichten.
11.04.2022, 11:05
Lesedauer: 2 Min
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Von dpa

Schmunzelnd sagte Jessica von Bredow-Werndl: „Es ist nicht ganz zu verbergen. Ich bin im fünften Monat.“ Was die Dressurreiterin aber nicht davon abhielt, am Wochenende in Leipzig Weltcup-Siegerin zu werden.

Doch auch für eine Doppel-Olympiasiegerin und Dreifach-Europameisterin stellt sich die gleiche Frage wie für eine Hobbyreiterin: Wie lange darf man während der Schwangerschaft reiten?

„Ich fühle mich fit und wohl im Sattel“, sagte die 36-Jährige. Überlegen gewann die derzeit überragende Dressurreiterin die inoffizielle Hallen-Weltmeisterschaft und fällte in der Form des Lebens die Entscheidung, dass sie ihre Karriere zum Wohle des Babys jetzt für „fünf bis sechs Monate“ unterbricht.

„Zu zweit im Sattel“

„Dass ich zu zweit im Sattel sitze, ist noch einmal etwas ganz Besonderes“, kommentierte von Bredow-Werndl in Leipzig die vorerst letzten beiden Siege. Und sie gab zu: „Es ist auch ein bisschen Wehmut dabei. Eine Pause einzulegen, ist gar nicht so einfach, aus sportlicher Sicht.“ Ihre Priorität war dennoch eindeutig, denn sie sei „unendlich dankbar für das zweite Wunder, das in mir entstehen darf“, wie sie es bei Instagram ausdrückte.

Auf den Wettkampf verzichtet von Bredow-Werndl von sofort an, auf das Reiten selber aber noch nicht. Die Mutter eines vierjährigen Sohnes sagte: „Wenn es so läuft wie bei meiner letzten Schwangerschaft, werde ich noch lange reiten können.“

Werth mit ähnlichen Erfahrungen

Ähnliche Erfahrungen hat auch Isabell Werth gemacht. „Ich habe bis zwei, drei Tage vor der Geburt auf dem Pferd gesessen“, berichtete die erfolgreichste Reiterin der Welt, deren Sohn Frederik 2009 zur Welt kam. „Der Körper sagt es einem, wie lange es geht.“

Ärztliche Einschränkungen habe es nicht gegeben, erklärte Werth. Allerdings schränkte sich die siebenmalige Olympiasiegerin selber bei der Wahl der Pferde ein: „Ich habe mich nicht mehr auf die jungen, wilden gesetzt.“ Man müsse „ja kein unnötiges Risiko“ eingehen. Für die Dressurreiterinnen ist es auch aus Werths Sicht weniger gefährlich als bei den Kolleginnen im Springen oder in der Vielseitigkeit.

„Ich habe ähnlich lange geritten wie Jessica jetzt“, berichtete Helen Langehanenberg. Die zweifache Mutter erklärte: „Auf ein paar Pferden fühlte es sich nicht gut an. Ich war dann irgendwann vernünftig. Es ist ja eine Verantwortung dabei, daher habe ich gesagt: Jetzt ist Schluss.“ Die Weltcup-Siegerin von 2013 betonte: „Es kann das bravste Pferd der Welt sein, es bleibt ein gewisses Restrisiko.“

Und wann geht es nach der Geburt wieder los? Langehanenberg ist für Hobbyreiterinnen wohl nur bedingt ein Vorbild. Fünf Tage nach der Geburt von Finja „habe ich schon wieder auf dem Pferd gesessen“, berichtete die 39-Jährige aus Billerbeck grinsend: „Drei Wochen danach habe ich Aachen geritten.“ Und sie gewann mit dem deutschen Team 2018 den Nationenpreis des CHIO.

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