Ole Pasbrig wechselt im Winter von Bornreihe nach Wallhöfen / Spekulationen um andere „Moorteufel“-Akteure

Von Fakten und Gerüchten

Bornreihe. Ein wenig suspekt ist es ja irgendwie: Da steht der SV Blau-Weiß Bornreihe auf Platz zwei der Fußball-Landesliga – und dennoch ist bei den „Moorteufeln“ von Zufriedenheit nur in Ansätzen etwas zu spüren. Natürlich ist Platz zwei nach 15 Spielen eine richtig gute Ausbeute – sechs Niederlagen sind es jedoch keineswegs.
03.12.2015, 00:00
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Von Tobias Dohr
Von Fakten und Gerüchten

Bezirksliga statt Landesliga: Ole Pasbrig verlässt den SV Blau-Weiß Bornreihe und wechselt zur Rückserie zum TSV Wallhöfen.

Hans-Henning Hasselberg

Ein wenig suspekt ist es ja irgendwie: Da steht der SV Blau-Weiß Bornreihe auf Platz zwei der Fußball-Landesliga – und dennoch ist bei den „Moorteufeln“ von Zufriedenheit nur in Ansätzen etwas zu spüren. Natürlich ist Platz zwei nach 15 Spielen eine richtig gute Ausbeute – sechs Niederlagen sind es jedoch keineswegs. Mit mehr als sechs Saisonniederlagen ist in den vergangenen vier Spielzeitennie ein Team Meister in der Landesliga geworden – und dass das Team von Trainer Michael Rickers von den verbleibenden 17 Spielen kein einziges mehr verlieren wird, ist sicherlich nicht zu erwarten.

Hinzu kommt, dass die „Moorteufel“ einige ihrer Siege eher „erkrampft“ als „erspielt“ haben. Und zu allem Überfluss gesellen sich seit einigen Wochen auch noch hartnäckige Gerüchte über personelle Veränderungen dazu. In erster Linie geht es dabei um Neuzugang Jascha Stern und Stürmer Dennis Heineke. Beiden wird nachgesagt, dass sie den Klub verlassen wollen, eventuell sogar schon zur Winterpause. Sowohl der zurzeit verletzte Stern als auch Heineke haben nach wie vor beste Beziehungen zu ihren Ex-Klubs. Dennis Heineke war erst am Sonnabend noch auf dem Hamberger Weihnachtsmarkt in geselliger Runde mit seinen ehemaligen Teamkollegen unterwegs. Am Sonntag tauchte der Stürmer dann plötzlich nicht in der Bornreiher Aufstellung für das Auswärtsspiel in Celle auf. Der Grund ist allerdings ebenso logisch wie unspektakulär: „Dennis hat mich Sonntagmorgen um viertel nach neun angerufen und gesagt, dass er mit Magen-Darm flachliegt“, erklärt Michael Rickers. Auch am Dienstagabend konnte Heineke noch nicht wieder trainieren.

Gespräche stehen an

Von den Gerüchten um eine mögliche Rückkehr zu den „Zebras“ weiß Rickers nichts, ebenso wie Teammanager Jan Meyerdierks: „Wir werden jetzt zeitnah Gespräche mit den Spielern führen und das Ziel ist ganz klar, dass Heini bleiben soll“, versichert Meyerdierks. Auch in Sachen Jascha Stern, der am Sonntag die Fahrt nach Celle ebenfalls nicht mitgemacht hat, gibt es Entwarnung vom Teammanager: „Wir haben gerade letzten Donnerstag noch zusammengesessen. Dass er weg will, kann ich nicht bestätigen.“

Über den Verlauf von Sterns erstem halben Jahr bei den „Moorteufeln“ ist Meyerdierks gar nicht so sehr verwundert: „Es ist eben eine neuer Klub. Und da braucht man in der Regel eine gewisse Zeit, egal in welcher Liga.“ Selbst ein Bastian Schweinsteiger würde nicht mal eben so von den Bayern zu Manchester United wechseln und dort sofort der überragende Mann sein. Erschwerend hinzugekommen, so gibt der Teammamaneger zu bedenken, seien bei Stern, der sich am Sonnabendabend das Heimspiel seines Ex-Klubs gegen Eintracht Celle ansah, zwei Verletzungen, die den mit soviel Vorschusslorbeeren ins Teufelsmoor gewechselten Flügelstürmer zurückgeworfen hätten.

Fakten statt Gerüchte gibt es hingegen bei Ole Pasbrig zu vermelden. Über dessen Wechsel zum TSV Wallhöfen war schon einige Wochen spekuliert worden, nun gab es die offizielle Bestätigung. Der 21 Jahre alte Torwart war auch beim Bezirksliga-Spitzenreiter SV Komet Pennigbüttel im Gespräch, gab aber Oliver Schilling zur Rückserie eine Zusage. Bornreihes Teammanager bestätigte den Wechsel: „Mit zwei weinenden Augen“, wie Meyerdierks unterstreicht. „Wir hatten uns erhofft, dass Ole durchhält und im Sommer, wieder richtig angreift.“ Pasbrig kann derzeit aus beruflichen Gründen nur sehr eingeschränkt trainieren. Auch deshalb hatte Rickers vor einigen Wochen Till Augsburg zur Nummer eins gemacht.

Enttäuschung beim Trainer

„Oles Wunsch ist es, sofort wieder zu spielen. Und das kann unser Trainer nun mal nicht versprechen“, sagt Meyerdierks. Auch Michael Rickers ist enttäuscht von Pasbrigs Entscheidung: „Na klar bedauern wir das. Ole kann noch 15 Jahre auf höchstem Niveau spielen. Deshalb kann ich diesen Wechsel auch nicht so ganz verstehen.“ Ganz anders ist die Gemütslage natürlich bei Wallhöfens Coach Oliver Schilling, der neben Thomas Büttelmann nun einen weiteren Top-Torwart im Aufgebot hat. „Ole ist jung, ehrgeizig, willig, passt deshalb perfekt in unser Profil.“

In Bornreihe soll nun kein weiterer Torwart verpflichtet werden. Hinter Augsburg ist Daniel Griesbach die Nummer zwei. Auch in Sachen Co-Trainer ist noch keine Entscheidung gefallen. „Es gibt Kandidaten und es gab auch bereits Gespräche“, sagt Meyerdierks. Bisher hat es aber noch nicht vollständig gepasst. Dafür konnte der 1. Vorsitzende, Michael Rehberg, Vollzug bei einer anderen Personalie vermelden: „Julian Gelies wird im nächsten Sommer die zweite Mannschaft übernehmen.“

Gelies ist derzeit noch U19-Trainer des JFV Bremen und coachte davor die A-Jugend und die zweiten Herren des TSV Wallhöfen. Seine Wurzeln hat der heute 26 Jahre alte Gelies beim VSK Osterholz-Scharmbeck. „Wir wollen frische Impulse setzen“, begründet Michael Rehberg, der die Landesliga-Reserve so schnell wie möglich wieder in der Kreisliga haben will. „Und dort wollen wir uns dann auch eher Richtung Platz fünf oder sechs orientieren. Es muss einfach ein Anreiz da sein.“

Für den Vorsitzenden stehen demnächst auch noch andere Gespräche an, vor allem das mit Michael Rickers über dessen Zukunft bei den Blau-Weißen. „Es gibt eine Tendenz“, sagt Rehberg. Der Coach selbst verspürt diesbezüglich keinen Zeitdruck: „Ich habe mir da wirklich noch absolut keine Gedanken gemacht“, so Rickers. „Ich bin erst mal froh, wenn jetzt Winterpause ist. Und dann kann man auch mal in Ruhe über ein paar Sachen nachdenken.“

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