Delmenhorst Von wegen Sommerfußball

Für beide Teams ging es um nichts mehr, doch das Spiel zwischen dem SV Baris und dem VfL Stenum bot reichlich Unterhaltung. Nach diversen harten Zweikämpfen, einem Platzverweis und einem Elfmeter gewann Stenum schließlich mit 4:2 (1:1).
26.05.2014, 00:00
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Von wegen Sommerfußball
Von Christoph Bähr

Für beide Teams ging es um nichts mehr, doch das Spiel zwischen dem SV Baris und dem VfL Stenum bot reichlich Unterhaltung. Nach diversen harten Zweikämpfen, einem Platzverweis und einem Elfmeter gewann Stenum schließlich mit 4:2 (1:1).

Schiedsrichter Andreas Kilic (SV Tur Abdin) atmete erst einmal tief durch, nachdem er die letzte Saisonpartie abgepfiffen hatte. Die Sonne schien, für beide Mannschaften ging es um nichts mehr – lockeren Sommerfußball bot das gestrigen Duell zwischen dem SV Baris und dem VfL Stenum aber mitnichten. Viel Hektik, Wortgefechte, diverse knappe Abseitsentscheidungen, ein Platzverweis und ein Elfmeter – Kilic und seine Assistenten hatten alle Hände voll zu tun, beide Teams wollten den Sieg unbedingt. Letztlich gewannen die Stenumer mit 4:2 (1:1). Überrascht davon, dass die bedeutungslose Begegnung derart ereignisreich verlief, war Thomas Baake nicht. „Bei Baris wird es manchmal hektisch, das weiß man. Wir haben uns aber nicht davon anstecken lassen“, sagte Stenums Coach.

Begonnen hatte das Spiel vor 120 Zuschauern auf dem Platz an der Lerchenstraße noch gemächlich. Nach zehn Minuten nahm es langsam Fahrt auf. Die Gastgeber profitierten von einem Missverständnis in der gegnerischen Abwehr: Eine verunglückte Kopfballrückgabe erlief Cemil Yildiz und traf per Lupfer zum 1:0 (12.). In der Folge waren dann die Gäste gefährlicher. Baris-Torwart Cevat Agri entschärfte einen Freistoß von Julian Dienstmaier (23.), dann ließ Pospich seinen Gegenspieler Fynn Birke geschickt aussteigen und schob zum 1:1 ein (25.).

Ümit Igde hätte Baris direkt wieder in Front schießen müssen, doch ihm versagten allein vor Stenums Schlussmann Ehsan Tabar die Nerven (29.). Also blieb es bis zur Pause beim 1:1. „Am Anfang war zu viel Hektik drin, es kamen unnötige Kommentare von außen. Die haben uns beeinträchtigt, das ist nicht unser Spiel“, sagte Baris-Trainer Önder Caki. Merklich ruhiger wurde es auch in der zweiten Hälfte nicht. Nach schöner Vorarbeit von Lukas Schwieters stand Pospich einmal mehr goldrichtig und machte seinen zweiten Treffer des Tages – 2:1 (55.).

Dann rückte Schiedsrichter Kilic in den Blickpunkt: Stenums Jan Kerner konnte den schnellen Mert Caki nur per Foul stoppen und sah dafür berechtigterweise die Gelb-Rote Karte (58.). Den fälligen Freistoß schlenzte der Gefoulte knapp über das Gehäuse, doch insgesamt machte Baris aus der Überzahl zu wenig. Stenum spielte fortan nur noch mit einer Spitze und zog Kristian Bruns anstelle von Kerner in die Innenverteidigung zurück. „Zum Glück habe ich viele Spieler, die flexibel sind. Wir haben uns nach dem Platzverweis taktisch sehr clever verhalten“, lobte Baake.

Einmal wurde es aber doch richtig brenzlig für die Gäste: Nach einer Flanke des auffälligen Lukas Henning brachte Spejtim Mujaj das Kunststück fertig, den Ball aus fünf Metern weit über den Fangzaun zu jagen (68.). Die dezimierten Stenumer blieben bei Kontern immer gefährlich. Gegen Pospich kam Agri einen Moment zu spät – Elfmeter. Julian Dienstmaier verwandelte zum 3:1 (69.). Nochmal spannend machte es Mujaj, der den Ball aus 16 Metern ansatzlos in den Winkel hämmerte – ein Traumtor zum 2:3 (79.). Wirklich in Not gerieten die Stenumer aber nicht mehr. Im Duell mit Sven Schweneker wollte Baris-Kapitän Cumali Tuner klären, schoss den Ball jedoch im Fallen zum 2:4 ins eigene Netz (87.).

Zufrieden waren nach dem Abpfiff trotzdem beide Trainer. Baake rief seine Spieler zusammen und bedankte sich für eine tolle Saison, die Stenum als Dritter beendete. „Dass wir dieses Spiel, in dem es um nichts mehr ging, gewonnen haben, steht für Qualität“, betonte der Gäste-Coach. Für seinen Gegenüber Önder Caki war das Ergebnis zweitrangig. „Wichtig war, zu sehen, dass wir mit dem TSV Ganderkesee, dem SV Atlas und Stenum auf Augenhöhe sind. Das lässt für die nächste Saison hoffen“, sagte er. Mit Rang sechs habe sein Team das Ziel erreicht und könne in der kommenden Serie oben angreifen. Bis auf einen Wackelkandidaten kann Caki dabei wieder auf seinen gesamten Kader zählen. Neu dazu kommen voraussichtlich zwei Torhüter sowie die Feldspieler Maik Hannebauer vom TuS Hasbergen und Fabio Meyer von Rot-Weiß Hürriyet.

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