Kurze Vorbereitung, ungeliebter Kunstrasen – die WM 2015 in Kanada bereitet den DFB-Frauen noch einige Sorgen / Heute Auslosung Von wegen wunschlos glücklich

Frankfurt·Ottawa. Am Anfang ein Nobody wie Thailand, dann vielleicht ein Vergleich mit der Schweiz und deren deutscher Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg, zum Abschluss dann ein schlagbares Kaliber wie Nigeria oder Kamerun, Ecuador oder Mexiko – so ähnlich könnte die Konstellation lauten, die sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft für die Auslosung zur WM 2015 in Kanada wünscht. Im Historischen Museum von Kanada in Ottawa werden heute am frühen Abend die 24 Teilnehmer auf sechs Gruppen und sechs Spielorte (Edmonton, Montreal, Moncton, Ottawa, Vancouver und Winnipeg) verteilt; ungeachtet des frühen Ausscheidens bei der Heim-WM 2011 wird Deutschland als zweimaliger Weltmeister (2003 und 2007) dabei zu den sechs gesetzten Teams zählen.
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Von Frank Hellmann

Am Anfang ein Nobody wie Thailand, dann vielleicht ein Vergleich mit der Schweiz und deren deutscher Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg, zum Abschluss dann ein schlagbares Kaliber wie Nigeria oder Kamerun, Ecuador oder Mexiko – so ähnlich könnte die Konstellation lauten, die sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft für die Auslosung zur WM 2015 in Kanada wünscht. Im Historischen Museum von Kanada in Ottawa werden heute am frühen Abend die 24 Teilnehmer auf sechs Gruppen und sechs Spielorte (Edmonton, Montreal, Moncton, Ottawa, Vancouver und Winnipeg) verteilt; ungeachtet des frühen Ausscheidens bei der Heim-WM 2011 wird Deutschland als zweimaliger Weltmeister (2003 und 2007) dabei zu den sechs gesetzten Teams zählen.

Mit dem Ziel einer fernsehgerechten Vermarktung hat der Weltverband FIFA das Frauen-Turnier bewusst in die Spielpause bei den Männern im Kernmarkt Europa gelegt. Und damit der deutsche Fernsehzuschauer zwischen dem 6. Juni und 5. Juli nächsten Jahres davon genug mitbekommt, sollen die deutschen Fußballerinnen zumindest am Anfang in einer günstigen Zeitzone spielen – ARD und ZDF könnten die Partien dann hierzulande um 22 Uhr übertragen. Aus mehreren Quellen verlautete dann auch schon, die DFB-Auswahl werde als Kopf der Gruppe B platziert; dann wäre die Hauptstadt Ottawa auch Hauptspielort. Im 24 000 Zuschauer fassenden Lansdowne Stadium würden die ersten zwei Gruppenspiele stattfinden, das dritte ginge dann im fast 1700 Kilometer entfernten Winnipeg vonstatten. Ottawa wäre beim Gruppensieg auch Schauplatz eines möglichen Achtelfinales.

Dass die DFB-Auswahl dieses nicht erreicht, gilt als Ding der Unmöglichkeit – weil der Modus mit erstmals 24 statt zuvor 16 WM-Startern dazu führt, dass sich selbst vier von sechs Gruppendritten noch für die K.o.-Runde qualifizieren. Die Gruppenphase ist damit im Grunde zum Warmspielen unter Wettkampfbedingungen entwertet.

Der deutschen Elf dürfte das nicht ungelegen kommen – denn sie reist mit dem Handikap einer ausgesprochen kurzen Vorbereitung zum Turnier. Sollten der VfL Wolfsburg und 1. FFC Frankfurt das Finale der Champions League am 14. Mai in Berlin erreichen, dann wäre die Zeit bis zum ersten WM-Gruppenspiel am 7. Juni für die meisten Nationalspielerinnen tatsächlich extrem knapp. „Die USA, Kanada, Japan oder Australien bereiten sich teilweise ein halbes Jahr auf die WM vor“, weiß Bundestrainerin Silvia Neid, „wir müssen das diesmal in kürzester Zeit gestemmt kriegen.“

Und dann wäre da ja auch noch das Problem mit dem ungeliebten Kunstrasen, vor dem es ungeachtet der Klage prominenter Fußballerinnen – darunter DFB-Kapitänin Nadine Angerer – kein Entrinnen mehr gibt. In Ottawa will FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke nun erklären, warum der künstliche Untergrund doch nicht so schlecht sei. Das Einzige, was noch getan werden kann, beschreibt Teammanagerin Doris Fitschen so: „Wir werden erneut unseren Wunsch hinterlegen, dass nicht nur in den Stadien die neueste Generation des Kunstrasens liegt – sondern auch auf den Trainingsplätzen. Die meiste Zeit in Kanada verbringen wir mit dem Training.“

Die Gastgeber zeigen sich unterdessen sehr bemüht, ein Turnier mit familiärem Ambiente und professionellem Charakter auf die Beine zu stellen. „Kanada ist ein warmherziges und gastfreundliches Land – und wir können es gar nicht erwarten, die besten Spielerinnen der Welt bei uns zu empfangen“, versichert Peter Montopoli, Geschäftsführer des Nationalen Organisationskomitees. Allein in der ersten Woche des gerade gestarteten Vorverkaufs sind schon 150 000 Tickets abgesetzt worden, am Ende kalkuliert der Ausrichter mit 1,5 Millionen verkauften Karten. Geht der Plan tatsächlich auf, könnte in Kanada sogar noch ein besserer Zuschauerschnitt als bei der Frauen-WM 2011 in Deutschland (26 428) erreicht werden.

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