Deutsche Meisterschaften in Berlin

Vor der Turnhalle wartet eine ausgiebige Bierdusche

Viele Goldmedaillen und jede Menge Gerstensaft regnete es für die Prellballerinnen des MTV Eiche Schönebeck nach den deutschen Meisterschaften in Berlin.
16.04.2018, 16:25
Lesedauer: 3 Min
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Von Sabine Lange
Vor der Turnhalle wartet eine ausgiebige Bierdusche

Überschäumende Freude herrschte bei den Prellballerinnen des MTV Eiche Schönebeck nach den deutschen Jugend-Meisterschaften: In Berlin verteidigten beide Teams von Inge Mahler ihre Vorjahrestitel

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Schönebeck. Viele Goldmedaillen und jede Menge Gerstensaft regnete es für die Prellballerinnen des MTV Eiche Schönebeck nach den deutschen Meisterschaften in Berlin. Sowohl die weibliche Jugend als auch die Schülerinnen setzten sich in ihren Turnieren souverän durch. Und so wurde die Eiche-Trainerin Inge Mahler nach dem sportlichen Teil der Titelkämpfe vor die Turnhalle gelockt und von der Nordbremer Fangemeinde mit einer ausgiebigen Bierdusche überrascht.

Rechtzeitig zur Siegerehrung war die Übungsleiterin dann frisch geduscht und umgezogen, um ihre Schützlinge auf dem obersten Treppchen triumphieren zu sehen. Es war der krönende Abschluss für die weibliche Jugend, die den Titel zum siebten Mal in Folge erkämpft hatte und sich damit aus der Jugendklasse verabschiedete.

Leistungsstarker Nachwuchs für das Ausnahmeteam tritt bereits in die Fußstapfen der jungen Frauen: die Schülerinnen glänzten in der Bundeshauptstadt mit hohen Siegen und einer makellosen Bilanz, obwohl sich bereits in der Vorrunde ihre Spielmacherin Michelle Husen verletzt hatte.

Die SG Aumund-Vegesack war bei den deutschen Meisterschaften mit einer Schüler-Mannschaft vertreten. Die verpasste nach drei Niederlagen und einem Sieg in der Vorrunde die Chance, einen Treppchenplatz zu ergattern. Nach einem sehr deutlichen Erfolg im Platzierungskreuzspiel gegen den VfL Waiblingen (46:17), behielten die Vegesacker auch gegen TV Kierdorf die Oberhand (30:23) und landeten am Ende auf Rang sieben.

Die Schönebecker Schülerinnen, die mit Michelle und Marielle Husen sowie Leonie Wolf, Sylvana Beyrani und Rachel Chmielewski angetreten waren, starteten mit sicheren Erfolgen gegen den TuS Aschen-Strang und den TV Winterhagen. Schreckensminuten folgten in der Vorrundenpartie gegen den TuS Meinerzhagen: Spielmacherin Michelle Husen war zu Beginn der zweiten Halbzeit bei einer Annahme so heftig auf die Hüfte gestürzt, dass sie zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden musste – Kindertränen flossen.

"Die Mannschaft war völlig aufgelöst", berichtete Inge Mahler. Trotzdem sprang nach der Spielunterbrechung ein deutlicher Sieg für den MTV heraus. "Wir gewinnen für Michelle" war fortan das Motto des Restteams. Marielle Husen übernahm die wichtige Funktion ihrer Zwillingsschwester und setzte sich mit ihrer Crew auch im letzten Vorrundenduell gegen den TV Freiburg St. Georgen souverän durch.

Mindestens zwei Wochen Sportverbot gab es für Michelle Husen nach dem Röntgen in der Berliner Kinderklinik. Die Nordbremerin verfolgte den Triumphzug ihrer Teamkameradinnen vom Spielfeldrand, als im Kreuzspiel gegen Aschen-Strang ein 44:27-Erfolg zu Buche schlug und damit die Finalteilnahme erreicht war.

Dort trafen die Schönebeckerinnen erneut auf den TuS Meinerzhagen. Als der MTV kurz vor Schluss einen sicheren Vorsprung erkämpft hatte, entschied sich die Trainerin Mahler zu einer ungewöhnlichen Aktion: "Ich habe Michelle mit der Vorgabe, dass sie nicht spielt, noch einmal ins Feld gestellt. Auch sie sollte das Endspiel-Feeling hautnah mit ihrer Mannschaft genießen", erzählte Inge Mahler. Mit einem 34:21-Erfolg endete die Siegesserie und der Vorjahrestitel war verteidigt.

Abschied nehmen mit einer glanzvollen Leistung - das hatten sich die Jugendlichen des MTV vorgenommen. Sieben Jahre lang beherrschten sie die deutsche Prellball-Szene in ihrer Altersklasse, und auch bei den Damen in der Bundesliga Nord zählen Schönebeckerinnen mittlerweile zu den Besten. In Berlin wurde die MTV-Crew ihrer Favoritenrolle gerecht. Tabea Kluba, Melina Husen, Vivien Mahler, Lena Feegel, Nadine Besing und Neele Tiedje qualifizierten sich mit vier sicheren Siegen für das Kreuzspiel. Dort behielten sie mit 37:25 gegen den MTV Wohnste die Oberhand.

Unerwartet spannend wurde es zum Schluss. Denn das Trio des TV Winterhagen zeigte sich anders als in der Vorrunde als hartnäckiger Gegner. So stand es zur Halbzeit 13:13. "Wir wissen, dass der TV Winterhagen bis zum bitteren Ende beißen kam", verriet Inge Mahler. Doch als in der zweiten Halbzeit der viel härtere Schönebecker Ball ins Spiel kam, erbeutete das MTV-Team sieben Punkte in zwei Minuten und ließ sich letztlich den Vorsprung nicht mehr nehmen.

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