Spieler der Woche: Richard Tischer vom SV Heiligenfelde Vorbereiter und Vollstrecker

Syke. Richard Tischer vom Kreisligisten SV Heiligenfelde ist unser Spieler der Woche. Beim 5:0-Sieg gegen den TSV Brockum hatte der Offensivspieler ein Mal selbst getroffen und zwei weitere Treffer vorbereitet.
10.05.2011, 05:00
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Vorbereiter und Vollstrecker
Von Jens Hoffmann

Syke. Die Auswahl war groß. Fabian Timmermann, der drei Mal für die TSG Seckenhausen erfolgreich war, wäre ebenso als unser Spieler der Woche infrage gekommen wie Julian Fuhrmann vom SC Twistringen, der gleichfalls mit einem Hattrick brillierte.

Allerdings sind beide in dieser Saison an dieser Stelle bereits entsprechend gewürdigt worden. Auch André Kucharski, der Matchwinner des TSV Melchiorshausen, hätte unsere allwöchentliche Auszeichnung zweifelsfrei verdient gehabt, allerdings war mit Nils Ruscher schon am Wochenende zuvor ein Melchiorshauser bedacht worden. Da trifft es sich gut, dass sich noch ein anderer Akteur in den Vordergrund gespielt hat: Richard Tischer vom SV Heiligenfelde.

Er zeigte beim Tabellenschlusslicht der Kreisliga Diepholz, dem TSV Brockum, was ihn als Fußballer auszeichnet. Der pfeilschnelle Offensivspezialist traf beim 5:0 ein Mal selbst und bereitete zwei weitere Treffer vor. Er glänzte als Vorbereiter und Vollstrecker, was für SVH-Coach Frank Fischer nicht von ungefähr kommt.

"Richard ist für uns einfach sehr wertvoll. Er ist enorm fleißig, laufstark und besitzt eine gute Grundschnelligkeit." Deswegen könne er wahlweise als Sturmspitze oder auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden. Der 20-Jährige sei nicht auf eine einzige Rolle fixiert und gewinne dadurch im Team noch stärker an Bedeutung. Das liegt zum einen an seinen rein sportlichen Vorzügen, aber auch an seinem Charakter. "Richard ist einer, der taktische Vorgaben verinnerlicht und umsetzt", erklärt Fischer.

Sehr ehrgeizig

Diese Fähigkeit spiegelt sich auf dem Rasen wider, wenn Richard Tischer exakt jene Laufwege einschlägt, die ihm der Trainer zuvor ans Herze gelegt hatte. Dabei sei Tischer "kein überragender Fußballer", so Fischer, "aber einer, der sehr ehrgeizig ist, dem man anmerkt, dass er etwas erreichen will." Und dieser Typus ist Frank Fischer ohnehin der liebste. Richard Tischer bestätigt die ihm eigene fußballerische Flexibilität eher indirekt. Auf die Frage, auf welcher Position er besonders gerne aufgestellt wird, antwortet er: "Das kommt drauf an. Im 4-4-2-System spiele ich gerne direkt im Angriff, im 4-2-3-1 aber eher als hängende Spitze. Dann bin ich viel über Außen unterwegs."

Der Einfachheit halber hätte Richard Tischer auch sagen können: "Ich spiele da, wo ich fürs Team am wertvollsten bin." Im vergangenen Jahr war das vornehmlich im Sturm, als Tischer elf seiner 13 Saisontreffer in der Rückrunde markierte. Mittlerweile ist er mehr Einfädler denn Schütze, auch wenn er bis dato acht Mal erfolgreich war. Wie auch immer. Als eines sieht sich der Abiturient in jedem Fall und immer: als klassischer Mannschaftsspieler.

Da trifft es sich gut, dass man sich beim SV Heiligenfelde ohnehin gerne über den Teamgedanken definiert. "Die Stimmung in der Mannschaft ist wirklich klasse, wir unternehmen auch privat viel zusammen", bestätigt Richard Tischer das, was schon etliche SVH-Akteure vor ihm gesagt haben.

Kein Wunder also, dass der 20-Jährige gerne weiter beim aktuellen Tabellenneunten kicken würde - "gerne auch mal im Bezirk", wie er verrät -, was aber nicht ganz selbstverständlich ist. Schließlich steht demnächst das Studium an, und Richard Tischer weiß noch nicht, wohin es ihn verschlagen wird.

Er, der in Bruchhausen-Vilsen lebt und seine gesamte Jugendzeit beim örtlichen SV verbrachte, ehe es ihn nach einem kurzen Zwischenstopp beim TSV Martfeld nach Heiligenfelde zog, würde dem Kreisligisten enorm fehlen - doch daran möchte Frank Fischer gar nicht denken. Deshalb sagt er: "Es muss einfach eine Möglichkeit geben, ihn hier zu halten." So hört sich ehrliche Wertschätzung an.

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