Fußballsparte des TV Oyten gibt demnächst ein eigenes Stickeralbum mit allen Mannschaften heraus Vorboten des Sammelfiebers

Oyten. Andreas Adeberg hat in seinem Leben schon unzählige Klebebildchen in den Händen gehalten. Wenn eine Welt- oder Europameisterschaft vor der Tür stand, führte der Weg nicht selten zum Kiosk, um die begehrten Tütchen eines prominenten italienischen Unternehmens zu erstehen.
14.02.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Vorboten des Sammelfiebers
Von Malte Bürger

Oyten. Andreas Adeberg hat in seinem Leben schon unzählige Klebebildchen in den Händen gehalten. Wenn eine Welt- oder Europameisterschaft vor der Tür stand, führte der Weg nicht selten zum Kiosk, um die begehrten Tütchen eines prominenten italienischen Unternehmens zu erstehen. Doch das war ihm irgendwann nicht mehr genug. „Ich habe überlegt, dass solch ein Heft doch auch hier bei uns möglich sein müsste.“ Bei uns – das ist in diesem Fall der TV Oyten. Dort trainiert Adeberg nämlich die U6-Fußballer. „Da auch meine Kinder hier im Verein spielen, wollte ich auch für sie gern solch eine Aktion machen.“ Gesagt, getan. Das Internet wurde nach Ansprechpartnern und Unterstützern durchforstet, der Plan mit dem Spartenvorstand abgesprochen. Als dieser grünes Licht gab, nahm das Projekt Stickeralbum endgültig seinen Lauf. Statt hochbezahlter Profis schmücken also demnächst ganz normale Spieler aus der Nachbarschaft die Sammlung. Am 8. April startet um 10 Uhr der Verkauf.

Es herrscht ein reger Betrieb im Vereinsheim des TVO. Überall tummeln sich Kicker des Klubs, mit Trikot und Namensschildchen ausgestattet stehen sie wie an einer Schnur aufgereiht im Flur und warten auf ihren Einsatz. In der Ferne ist ein schnelles Klicken zu hören. Dann geht es wieder für einige Meter vorwärts, ehe erneut Stillstand herrscht. „Ich bin überrascht, wie ruhig und geordnet alles abläuft“, sagt Andreas Adeberg schmunzelnd, der bereits seit den frühen Morgenstunden vor Ort ist. Er nippt an seinem Kaffee, kurz huscht ein prüfender Blick in den Nebenraum. Eben dort hat ein professioneller Fotograf seine Gerätschaften aufgebaut und setzt die Fußballer in Szene.

Es ist zweifelsfrei einer der wichtigsten Tage bei der Realisierung des Stickeralbums, es ist der Tag des offiziellen Fotoshootings. „Wir haben bislang eine Rückmeldung von 99 Prozent der Spieler, im Grunde wollen sie alle dabei sein“, freut sich Adeberg, der die Bilddateien später alle sichten, überprüfen und verschicken muss. Knapp 500 Personen sollen am Ende abgelichtet werden, von den Bambinis über die älteren Junioren bis hin zu den Damen- und Herrenteams und dem Vorstand. Sie alle bekommen ihren eigenen Aufkleber im Heft. Die Berliner Firma Stickerstars hat sich auf Projekte dieser Art spezialisiert, erstmals werden sie nun auch im Kreis Verden aktiv. Und wie. „Das wird die höchste Auflage werden, die es deutschlandweit bislang gab“, erzählt Andreas Adeberg. „Etwa 70 000 Sticker werden gedruckt, normalerweise sind es so um die 25 000.“ Die hohe Anzahl an Teilnehmern macht es möglich.

Erhältlich sind die Aufkleber ab April ausschließlich beim Rewe-Markt in Oyten. Ein Starterset (ein Album plus fünf Tütchen) ist für vier Euro erhältlich, jedes weitere Päckchen kostet 80 Cent. Wer im Supermarkt einkauft, erhält zudem an der Kasse pro fünf Euro Warenumsatz ein weiteres Bild. „Gerade bei den Kindern ist das jetzt schon ein ganz großes Thema“, sagt Adeberg. „Sie scherzen schon mit ihren Freunden, dass sie sich selbst unbedingt, einen anderen Mitspieler aber auf keinen Fall haben wollen.“ Abteilungs-Chef Günter Klann ist derweil einfach nur stolz auf das, was da momentan auf die Beine gestellt wird. „Das ist wirklich eine richtig tolle Sache“, erklärt er. „Erst hatten wir die Ü32-DM bei uns, jetzt kommt dieses Stickeralbum und sportlich läuft es auch noch. Was will ich denn eigentlich mehr? Der TV Oyten steht richtig gut da.“

Auf dem Flur steht inzwischen die nächste Mannschaft und wartet. Gespannt durchblättern einige Spieler die ausliegenden Beispielhefte. Wieder wird gewitzelt. Aber auch das ein oder andere Leuchten macht sich in den Augen breit. „Bei den ganz kleinen Kindern war es umgekehrt, da waren die Eltern beinahe aufgeregter als ihre Kinder“, schildert Andreas Adeberg lachend. Und so wird weiter eifrig posiert. Mal selbstbewusst, mal etwas schüchtern. Mal grinsend, mal ein wenig muffig. Mal durchgestylt, mal ganz alltäglich. Wie eben in einem dieser ganz normalen Stickeralben mit den internationalen Fußballstars.

„Gerade bei den Kindern ist das schon ein ganz großes Thema.“ Andreas Adeberg
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