Fußball-Sportwoche Bornreihe VSK belohnt sich für seine Leidenschaft

Der Bezirksligist setzte sich nicht unverdient gegen den klassenhöheren Gastgeber Bornreihe mit 3:1 durch. Die TuSG Ritterhude siegte derweil ungefährdet.
18.07.2018, 17:58
Lesedauer: 3 Min
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Von Thomas Müller

Bornreihe. Bornreihes Trainer Sasa Pinter sah das zwar etwas anders, aber für die meisten der 300 Zuschauer am zweiten Spieltag der Fußball-Sportwoche um den Hans-„Hexe“-Wendelken-Cup war die Überraschung perfekt: Der gastgebende SV Blau-Weiß aus der Landesliga musste sich dem klassenniedrigeren VSK Osterholz-Scharmbeck mit 1:3 geschlagen geben. Im zweiten Spiel setzte sich die TuSG Ritterhude völlig ungefährdet mit 4:0 gegen Turnierneuling SG Stinstedt durch – ebenfalls ein Duell eines Landes- gegen einen Bezirksligisten.

VSK Osterholz-Scharmbeck – SV Blau-Weiß Bornreihe 3:1 (1:1): Die Handschrift von Neu-Trainer Oliver Schilling war von Anfang an sichtbar, doch dass der VSK sein temporeiches Spiel mit hohem Pressing über die volle Distanz würde durchhalten können – damit hatten die wenigsten gerechnet. „Ich glaube, wir haben in der zweiten Halbzeit sogar noch einen Tick draufgelegt. Wir haben genau die Leidenschaft gezeigt, mit der wir spielen wollten“, zollte Schilling seiner Truppe ein dickes Lob. Überbewerten wolle er dieses Ergebnis aber auf keinen Fall, zumal man mitten in der Saisonvorbereitung stecke und es noch viele Ansätze für Verbesserungen gebe.

„Moorteufel“-Coach Pinter stufte das Ganze gar als „Testspiel“ ein und sagte ganz gelassen: „Für mich war das nichts Überraschendes. Die Brisanz wird nur von außen hereingebracht. Ich weiß, dass dem Verein ein Weiterkommen wichtig ist. Aber ich kann nicht erwarten, dass alle Spieler in dieser harten Phase der Vorbereitung am Anschlag spielen.“ Pinter räumte ein, dass seinem Team die Frische gefehlt habe und viele leichte Fehler passiert seien. Um die Belastung für alle nicht zu hoch zu schrauben, habe es zahlreiche Wechsel gegeben – schließlich sollten möglichst viele Spieler auch Praxis bekommen.

Wie wichtig dem Bezirksligisten ein starker Auftritt gegen den langjährigen Erzrivalen war, zeigte er von der ersten Sekunde an. Der VSK machte Druck nach vorn und holte schon nach sechs Minuten einen Freistoß heraus, den Mohamed Taha gekonnt zum 1:0 verwandelte. Derselbe Spieler strebte wenig später allein aufs Tor zu: Bornreihes Keeper konnte aber im Herauslaufen außerhalb des Strafraums per Kopf und hohem Körpereinsatz klären. Erst in der 19. Minute gelang den Gastgebern der erste Torschuss. Torben Poppe hatte auf Michel Klimmek quergelegt und der wiederum leitete auf Elliott Kain Cuthbert weiter: Doch Bornreihes Neuzugang bekam beim Abschluss nicht genug Druck hinter den Ball, um VSK-Keeper Malte Vollstedt ernsthaft zu prüfen.

Allmählich kam Bornreihe aber besser ins Spiel. Und zu Chancen. Artur Degtjarenko verpasste den Ausgleich knapp, als er einen Freistoß an den Pfosten zimmerte (22.). Zehn Minuten später aber war das 1:1 fällig – wiederum unter Beteiligung Degtjarenkos, dessen Hereingabe Kevin Sammann per Kopfball verwertete. Doch das bedeutete keine Wende im Spiel. Der VSK blieb stark in den Zweikämpfen, schaltete nach Ballgewinnen schnell um. Einer davon führte über die rechte Seite, von wo Eugen Zilke herrlich vors Tor flankte: Steffen Brünjes erzielte unbedrängt per Kopf die 2:1-Führung (51.).

Trotz aller Bemühungen kam Bornreihe nie richtig in die Räume, spielte zu umständlich, sodass Kapitän Nils Gresens lauthals forderte: „Spielt einfache Bälle mit wenig Kontakten.“ Zweimal feuerte Patrick Müller aufs VSK-Tor ab, beide Male vorbei. Besser machte es der Ex-Bornreiher Abel Tsigab bei einem Angriff über die linke Seite. Verteidiger Alexander Huhn kam zu spät, um den schnellen Tsigab noch beim Eins-zu-eins-Duell gegen Keeper Eden zu stören. Tsigab dribbelte vorbei und schob zum 3:1 (82.) ein.

SG Stinstedt – TuSG Ritterhude 0:4 (0:2): Der Landesligist brauchte eine Weile, um seinen Rhythmus und die Lücken in der leidenschaftlich verteidigenden SG zu finden. „Bis zum 0:1 haben wir wirklich tapfer gekämpft“, fand SG-Trainer Stefan Gehlhaar, „aber wir sind auch nur mit dem allerletzten Aufgebot angetreten.“ Den Torreigen eröffnete Marcel Meyer mit einem gekonnten Schuss von der rechten Seite: Der Ball senkte sich unhaltbar ins lange Eck (22.). Zwei Minuten später war Meyers Doppelpack perfekt, als sich der Ritterhuder im Strafraum geschickt gegen Stinstedts Christian Strupeit durchsetzte und wiederum in die linke Torecke einnetzte.

Der Bezirksligist kam nur selten über die Mittellinie, brachte TuSG-Keeper Tim Korge nicht ein einziges Mal in Verlegenheit. Ritterhude indes trat immer ballsicherer und lauffreudiger auf, sodass die Partie mehr als zum Schluss nur ein Dutzend Zuschauer verdient gehabt hätte. Einer der Antreiber im linken Mittelfeld war Tobias Böttcher, der mit einem Distanzschuss an SG-Keeper David Keirat scheiterte (47.). Das 3:0 (66.) war fällig, als der eingewechselte Michael Czempik, schön von außen von Jassin Abou Dib bedient, unbedrängt einnetzte.

Zum auch in dieser Höhe verdienten 4:0 traf Luca Apmann frei stehend vier Minuten vor dem Abpfiff. Vorangegangen war ein herrliches Kombinationsspiel über die rechte Seite zwischen Czempik und Benjamin Samorski. „Wir haben wenig zugelassen und souverän gespielt“, freut sich TuSG-Trainer Julian Geils schon auf das Spiel gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck am Freitagabend.

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