Doping WADA-Chef Fahey wird 65: Prüfstein FIFA

Düsseldorf. Bei seinem Besuch der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) im März 2009 in Bonn hinterließ John Fahey einen guten Eindruck.
10.01.2010, 10:53
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Düsseldorf. Bei seinem Besuch der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) im März 2009 in Bonn hinterließ John Fahey einen guten Eindruck.

«Er wirkte nicht wie ein unbedarfter Politiker, sondern war bei der Themenstellung voll im Bilde», sagt der NADA-Vorstandsvorsitzende Armin Baumert über den Präsidenten der Welt- Anti-Doping-Agentur (WADA), der am 10. Januar seinen 65. Geburtstag feiert. Schließlich hatte Fahey bei seinem Amtsantritt vor zwei Jahren noch zugegeben, dass auf der WADA-Liste der verbotenen Substanzen Namen von Doping-Mitteln stehen würden, «die ich nicht aussprechen kann».

Der frühere australische Finanzminister galt bei seiner Wahl als Nachfolger des charismatischen wie lautstarken Anti-Doping-Kämpfers Richard Pound im Sport als unbeschriebenes Blatt - und als Überraschungskandidat der amerikanischen Fraktion in der WADA. Eigentlich hätte das Sportspitzenamt nämlich einem Europäer zugestanden, doch aus Resignation über das US-Machtspiel hatte der französische Ex-Minister Philippe Riboud 2007 kurzfristig die Kandidatur für den WADA-Vorsitz zurückgezogen und den Weg für Fahey frei gemacht.

Im Gegensatz zum hemdsärmeligen Pound, der die offene Konfrontation mit den Mächtigen des Sports nicht scheute, setzt Fahey mehr auf Diplomatie hinter den Kulissen. Manche halten das für eine Schwäche, andere für eine Stärke. «Er ist ein intelligenter Mann. Man sollte ihn an seinen Leistungen messen», meinte einst Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

In die Fahey-Ära fiel das in Kraft treten des neuen Welt-Anti- Doping-Codes am 1. Januar 2009 und die Diskussion um das damit verbundene elektronische Meldesystem für Athleten (ADAMS), das wegen der Einschränkung der persönlichen Freiheit umstritten ist. Besonders vehement hatte sich der Fußball-Weltverband FIFA und dessen Präsident Joseph Blatter («Hexenjagd») gegen Doping-Trainingskontrollen vor allem im Urlaub ereifert. «Für die WADA und Fahey wird es der Prüfstein sein, ob die FIFA das Meldesystem akzeptiert wie es nun ist», sagte Baumert.

Die Biografie von Fahey zeigt durchaus, dass man sein Durchsetzungsvermögen und seinen Willen nicht unterschätzen sollte. So überwand der einst starke Raucher eine Lungenkrebs-Erkrankung, bei der ihm nur eine 25-prozentige Überlebenschance prognostiziert worden war. Überwinden musste der Vater von drei Kindern noch einen weiteren tragischen Schicksalsschlag: Vor einem Jahr verlor er seine damals 27-jährige Tochter bei einem Autounfall. Mut bewies er 1994, als er eine Attacke auf den britischen Thronfolger Prinz Charles bei der Zeremonie des «Australia Day» in Sydney durchkreuzte: Er stürzte sich auf einen Mann, der zwei Schüsse aus einer Starterpistole abgefeuert hatte. (dpa)

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