Harald Rehorst über die Gründe seiner Demission als Trainer des FC Verden 04 / Nachfolger Jens Dreyer kennt den Verein „Warum nicht aufhören, wenn es gut läuft?“

Harald Rehorst führte den FC Verden 04 in der vergangenen Saison in die Landesliga Lüneburg. Es war der Höhepunkt seiner im Sommer 2009 begonnenen Trainermission. Nach vier bewegenden Spielzeiten hat der Trainer seinen Abschied zum Saisonende angekündigt, als Nachfolger steht Jens Dreyer bereit. Über die Gründe für seine Demission und die Arbeit mit seiner jungen Fußballmannschaft hat sich Harald Rehorst mit Lars Köppler unterhalten.
23.03.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Harald Rehorst führte den FC Verden 04 in der vergangenen Saison in die Landesliga Lüneburg. Es war der Höhepunkt seiner im Sommer 2009 begonnenen Trainermission. Nach vier bewegenden Spielzeiten hat der Trainer seinen Abschied zum Saisonende angekündigt, als Nachfolger steht Jens Dreyer bereit. Über die Gründe für seine Demission und die Arbeit mit seiner jungen Fußballmannschaft hat sich Harald Rehorst mit Lars Köppler unterhalten.

Frage: Herr Rehorst, Sie haben Ihren Abschied vom FC Verden 04 zum Saisonende angekündigt. Warum geben Sie das Traineramt in einem so gut aufgestellten Verein und mit einer perspektivisch reizvollen Mannschaft auf? Harald Rehorst: Es sind private Gründe. Ich arbeite seit 13 Jahren am Stück als Trainer und jetzt ist der Zeitpunkt für eine Pause gekommen. Es hat aber nichts mit dem Verein zu tun, ich bin auch nicht gedrängt worden. Aber meine Tochter kommt jetzt in die Schule, und als Trainer muss man seine Sache schon zu 120 Prozent machen. Und warum soll man nicht aufhören, wenn es gut läuft?Wie lauten Ihre Zukunftspläne? In welcher Form bleiben Sie dem Fußball erhalten?Ich mache erst mal Pause und schaue in Ruhe, was passiert. Vielleicht reizt mich die Arbeit in einer Auswahlmannschaft noch mal oder ich erarbeite Konzepte in der Jugendarbeit eines Vereins. Aber das ist alles mit einem Fragezeichen zu versehen. Ich werde mir das in Ruhe überlegen.Zur aktuellen Situation: Wie bewerten Sie das Abschneiden Ihrer zu Saisonbeginn aufgestiegenen Mannschaft nach 18 von 30 zu absolvierenden Spielen?Mit Ausnahme des Stade-Spiels (1:2), das mich sehr verärgert hat, bin ich absolut zufrieden. Wir liegen mit unserer Bilanz voll im Soll. Vereinzelt haben wir sogar Punkte liegen gelassen. Und meine Spieler haben gezeigt, dass sie den Kampf annehmen können. Das hat uns nicht jeder zugetraut.Was sind die Tugenden, die Ihre Truppe auszeichnen?Vor allem die Spielfreude und das Spiel nach vorne. Wir haben vier gute Stürmer und sind flexibel aufgestellt. Wo liegen die Defizite? Was müssen Ihre talentierten Youngster noch lernen?Wir kassieren zu viele Gegentore und müssen Wege finden, wie wir uns in der Innenverteidigung nach dem Ausfall von Niklas Meyer besser aufstellen. Dazu gehört zum Beispiel aber auch, dass der Sturm besser defensiv arbeitet. Und einige Spieler mussten auch lernen, mit weniger Einsatzzeiten als noch in der Bezirksliga klar zu kommen.Gab es einen besonderen Moment in dieser Saison, der Ihnen mit etwas Abstand spontan bei einer Rückschau einfallen würde?Ganz sicher der späte 2:1-Sieg in Etelsen. Es war eigentlich ein typisches Unentschieden. Aber wir hatten in dem Spiel die stärkere Bank, die letztlich auch das Spiel entschieden hat. Aber auch die Siege in Ahlerstedt, als wir sehr gut gespielt haben, und in Bornreihe, wo wir etwas Glück hatten, bleiben in Erinnerung.Ihr Nachfolger Jens Dreyer kennt die Verhältnisse in Verden.Ja, das war auch die Voraussetzung bei der Trainerwahl. Jens kennt fast alle Spieler aus seiner Zeit als Jugendtrainer und somit auch die Interna in Verden. Ihre Mannschaft liegt in der Landesliga-Fairplay-Wertung unangefochten an der Spitze. Ist diese Statistik ein Zufall oder fordern Sie von Ihren Jungs ein sportliches Verhalten auf dem Platz?Das ist eigentlich kein Thema bei uns. Ich kenne das schon aus meiner Zeit in Blender und Dörverden. Mir ist aber das ballnahe Spiel ebenso wichtig wie die Disziplin. Eigentlich ist die gute Platzierung in der Fairplay-Wertung eher sekundär, aber sicher auch eine bemerkenswerte Sache.In 18 Spielen gab es für Ihr Team nur Siege oder Niederlagen, kein einziges Remis. Welche Erklärung haben Sie dafür?Das weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich ist das eher Zufall. Sicher ist aber, dass wir nie auf Unentschieden spielen. In der Tabelle wirken sich die fehlenden Unentschieden aber nicht negativ aus.Nach fünf Jahren beim TSV Dörverden kamen Sie im Sommer 2009 zum FC Verden 04, den Sie im Sommer verlassen? Inwieweit haben sich Ihre Erwartungen erfüllt, welche Bilanz ziehen Sie?Die Zusammenarbeit mit dem Vorstand um Henning Breves, den ich ja noch aus meiner aktiven Zeit kenne, ist sehr positiv. Die ganze Sache in Verden ist gewachsen, der Druck, in die Landesliga aufsteigen zu müssen, war aber nicht so groß. Ich muss meinen Jungs ein großes Lob aussprechen, denn der Aufstieg war kein Selbstgänger. Sie haben sich stetig gesteigert. Selbst die Niederlage gegen Celle in der Relegation war nicht schlecht für die Mannschaft. So konnten die Talente noch ein Jahr aufgebaut werden.

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