Nachgefragt: Christian Goritz über Heidkruger Einstellungsprobleme und Titelchancen 'Was für ein Druck?'

Mit der 2:3-Niederlage beim abstiegsbedrohten WSC Frisia Wilhelmshaven mussten die Bezirksliga-Fußballer des TuS Heidkrug am Sonntag einen herben Rückschlag im Titelzweikampf mit dem Spitzenreiter VfB Oldenburg II hinnehmen. Für den eingewechselten Routinier Christian Goritz, der die Niederlage gegen Frisia mit seinen beiden Toren fast noch abgewendet hätte, sind Meisterschaft und Aufstieg aber immer noch vorstellbar. Im Gespräch mit unserem Redakteur Rainer Jüttner erklärt der 37-Jährige, wie es noch klappen könnte.
26.04.2010, 22:50
Lesedauer: 3 Min
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Mit der 2:3-Niederlage beim abstiegsbedrohten WSC Frisia Wilhelmshaven mussten die Bezirksliga-Fußballer des TuS Heidkrug am Sonntag einen herben Rückschlag im Titelzweikampf mit dem Spitzenreiter VfB Oldenburg II hinnehmen. Für den eingewechselten Routinier Christian Goritz, der die Niederlage gegen Frisia mit seinen beiden Toren fast noch abgewendet hätte, sind Meisterschaft und Aufstieg aber immer noch vorstellbar. Im Gespräch mit unserem Redakteur Rainer Jüttner erklärt der 37-Jährige, wie es noch klappen könnte.

Die Mitbewerber Heidmühler FC und VfL Stenum jeweils eindrucksvoll bezwungen, und jetzt beim Tabellendreizehnten völlig überraschend verloren - was war da am Sonntag los?

Christian Goritz: Für mich ist das ganz klar eine Einstellungssache. Wenn die nicht stimmt, dann ist man eben den einen Tick zu langsam und dann kommen die meisten Bälle nun einmal nicht an.

Hält die Mannschaft dem Erfolgsdruck nicht stand?

Was für ein Druck? Wir sind Fußballer und wollen aufsteigen. Ich denke viel eher, das sich der eine oder andere gedacht hat, jetzt nachdem wir Stenum und Heidmühle geschlagen haben, lassen wir es mal ein bisschen ruhiger angehen. Das geht in dieser Liga nicht, und schon gar nicht gegen eine Mannschaft wie Frisia, die im Abstiegskampf mit dem Rücken zur Wand steht. Und wenn du das dann erst im Spiel merkst, ist es meistens zu spät. Dann kannst du den Schalter nicht mehr umlegen. Aber solche Tage gibt es nun einmal.

Was ist mit Ihrer Motivation. Es fällt auf, dass Sie seit der Winterpause kaum noch in der Startformation gestanden haben. Gegen Stenum und auch gestern haben Sie aber jeweils zweimal getroffen. Gefällt Ihnen diese Rolle des Edeljokers?

Natürlich gefällt das niemandem, wenn er nicht spielt. Aber ich habe das mit unserem Trainer (Detlev Garmhausen, die Red.) besprochen. Bis zur Winterpause hatte ich ja den Liberopart übernommen und spiele jetzt wieder meistens auf meiner eigentlichen Stürmerposition. Jetzt hatte unserem Trainer hier und da manchmal etwas nicht gefallen, und ich versuche das jetzt im Training und im Spiel besser umzusetzen.

Zumindest in den beiden jüngsten Spielen hat das ja offenbar bestens geklappt. Können Sie es denn trotzdem hinnehmen, dann wieder auf der Bank Platz zu nehmen?

Okay, zuletzt ist es super gelaufen. Aber gegen Stenum führten wir bereits 2:0, da war es natürlich sehr einfach. Gegen Frisia wollte dann niemand den Elfmeter schießen, und dann habe ich dann eben Verantwortung übernommen. Dadurch kriegst du natürlich Selbstvertrauen, und beim zweiten Tor habe ich einfach den Fuß hingehalten. Letztlich ist es aber wichtig, dass wir als Mannschaft alle an einem Strang ziehen. Wir haben einen ausgeglichenen Kader und darum akzeptiere ich auch die Entscheidung des Trainers. Er muss dafür den Kopf hinhalten, und ich versuche seine Anweisungen umzusetzen.

Im Titelkampf wird es jetzt natürlich noch spannender. Wie schätzen Sie die Heidkruger Chancen ein?

Ich bleibe optimistisch, auch wenn jetzt selbstverständlich alles schon optimal für uns laufen muss. Allererste Voraussetzung ist natürlich, dass wir jetzt jedes der fünf ausstehenden Spiele gewinnen. Zweitens wird Oldenburg definitiv nicht alle Partien für sich entscheiden. Immerhin muss der VfB ja noch gegen Stenum, Heidmühle und bei Frisia Wilhelmshaven antreten. Und da ist es auf dem schwer bespielbaren Acker immer schwer, wie wir ja gerade erfahren mussten. Ob Oldenburg allerdings in fünf Spielen gleich zweimal patzt, wäre andererseits sicherlich auch mehr als überraschend. Wir hätten beim 0:0 gegen Oldenburg eben einfach gewinnen müssen. Dann wäre alles schon viel einfacher.

Wie wichtig ist für Sie denn überhaupt der Aufstieg?

Selbstverständlich ist er für mich bestimmt nicht lebenswichtig, aber natürlich schon sehr schön. Und das nicht nur für Heidkrug oder für die Entwicklung der jungen Spieler, sondern sicherlich auch für die Fußball-Szene in Delmenhorst.

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