Fußball-Bremen-Liga Was ist bloß mit dem SV Türkspor los?

Blumenthal. Dem Fußball-Bremen-Ligisten SV Türkspor geht es momentan wie der Bundesliga-Truppe des FC Schalke 04. Beide Mannschaften freuten sich zu Saisonbeginn über eine schlagkräftige Mannschaft, beide Teams nehmen rund drei Monate später in ihrer jeweiligen Spielklasse mit sechs Punkten aber nur den vorletzten Tabellenplatz ein.
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Von Olaf Schnell

Blumenthal. Dem Fußball-Bremen-Ligisten SV Türkspor geht es momentan wie der Bundesliga-Truppe des FC Schalke 04. Beide Mannschaften freuten sich zu Saisonbeginn über eine schlagkräftige Mannschaft, beide Teams nehmen rund drei Monate später in ihrer jeweiligen Spielklasse mit sechs Punkten aber nur den vorletzten Tabellenplatz ein.

Dabei läuft es in der höchsten Bremer Spielklasse für die Nordbremer Klubs wie am Schnürchen. Die SG Aumund-Vegesack grüßt von der Tabellenspitze und in der aussichtsreichen Verfolgerrolle befinden sich der Blumenthaler SV (Rang vier) und der 1. FC Burg (Platz sechs). Nur der SV Türkspor kommt in dieser Spielzeit einfach nicht in die Puschen.

Ausgerechnet Türkspor - das Team, dass in der vergangenen Spielzeit vorzügliche Arbeit in der Bremen-Liga ablieferte. Mit 42 Punkten waren die Mannen um Trainer Erhan Koser hier beste Nordbremer Mannschaft (Rang sechs) noch vor dem Achtplatzierten Blumenthaler SV (41 Zähler).

Doch von so einem Paukenschlag ist das SVT-Team zur Zeit meilenweit entfernt. Lag es nun an den Türkei-Urlaubern im Sommer, Verletzungen, Ramadan - vielleicht auch am guten Start (2:2 gegen den Blumenthaler SV)? Oder ließ SVT-Trainer Erhan Koser die Zügel zu lange schleifen? Bekanntlich kümmerte sich Bruder Fethi zuletzt intensiver um die Mannschaft, führte unter anderem auch die Halbzeitgespräche. Egal, nach dem 0:6-Desaster gegen den ebenfalls abstiegsgefährdeten TuS Schwachhausen steht der SV Türkspor nun gewaltig unter Zugzwang. Bei der letzten Schlappe wirkten allerdings die Leistungsträger im Abwehrbereich Tuncay Selcik, Izzet Bekar und Sedat Korkmaz nicht mit. Schon länger fehlt auch Elvan Öksel (acht Saisontreffer). Öksel wird in der Offensivabteilung an allen Ecken und Enden vermisst. Auch dass Sinan Yilmaz bisher noch seiner tollen Form der vergangenen Jahre hinterherläuft, spielt dem Koser-Team im Abstiegskampf nicht unbedingt in die Karten. Da liegt es auf der Hand, dass dem Spaßvogel Erhan Koser momentan die Freude am Fußball vergangen ist und die Niederlagenserie ihm kräftig auf dem Magen schlug. In der Halbzeitpause in Schwachhausen platzte Erhan Koser nämlich ganz gewaltig der Kragen. 'So viel Dampf habe ich in meiner 20-jährigen Trainerlaufbahn bisher noch nicht abgelassen. Wir präsentierten uns hier wie eine Thekenmannschaft'.

Am meisten brachten ihn wieder die Undiszipliniertheiten seiner Spieler in Rage. 'So kann man sich in der Bremen-Liga nicht präsentieren. Vor allem gingen mir die Gelben Karten wegen Meckerei gewaltig auf den Zeiger', blickte Erhan Koser zurück. Das hatte zur Folge, dass der SVT-Coach Konsequenzen zog und Behar Ramadani mit sofortiger Wirkung aus dem Türkspor-Kader warf. 'Der Anfang ist gemacht. Es ist aber durchaus möglich, dass noch weitere Spieler folgen werden' (Koser).

In Sachen Klassenerhalt blickt der SVT-Trainer dennoch recht zuversichtlich in die Zukunft. 'Wir müssen aber jetzt erst einmal zwei, drei Spiele gewinnen', so Koser.

Helfen könnte hier auch der Ex-Grohner Ugur Akcan. Der offensive Mittelfeldspieler kann nach seiner Sperre nun im Abstiegskampf voll mit angreifen. Auch Sinan Yilmaz hat anscheinend sein Tief überwunden. 'Im Training machte Sinan zuletzt einen guten Eindruck', freute sich Erhan Koser, der nun zu 100 Prozent wieder seiner Mannschaft zur Verfügung steht - denn Bruder Fethi wird sich ab sofort um die Aufwärmphase und Konditionsarbeit kümmern. 'Am Sonntag startet bei uns der Neubeginn', ergänzte Erhan Koser.

Hier wartet auf die Blumenthaler mit dem Heimspiel gegen den Elften Habenhauser FV ein weiteres Sechs-Punkte-Spiel. Sollte auch hier kein SVT-Happy End erreicht werden, könnte es gut sein, dass der SV Türkspor nach dem Kreisliga- Abstieg der Zweiten in der vergangenen Saison, erneut in den sauren Apfel beißen muss. Aber noch stehen 18 Spiele auf dem Programm. Zeit genug, auch für Schalke, um rechtzeitig auf die Beine zu kommen.

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