Ab 20. September in Japan

Was Sie zur Rugby-WM wissen sollten

Wer sind die Favoriten, was macht das deutsche Team und wo wird überhaupt gespielt: Wir fassen Wissenswertes um Termine, Fernsehzeiten und Austragungsort der Rugby-Weltmeisterschaft zusammen.
10.09.2019, 19:33
Lesedauer: 5 Min
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Was Sie zur Rugby-WM wissen sollten
Von Jan-Felix Jasch
Was Sie zur Rugby-WM wissen sollten

Mehrere Spiele der Rugby-Weltmeisterscahft finden im Kumagaya Rugby Stadium, in Japan statt.

REUTERS/Issei Kato

Wo wird gespielt?

Die Rugby-Weltmeisterschaft 2019 findet vom 20. September bis zum 2. November in Japan statt. Das Land war bereits zehn Jahre vor Beginn der Spiele als Ausrichter benannt worden. Die Weltmeisterschaft ist die erste, die in einem asiatischen Land stattfindet.

Zunächst hatten zehn Verbände Interesse bekundet. Übrig blieben davon noch England, Italien, Japan und Südafrika. England und Japan galten dabei als Favoriten. 2009 erhielt England dann den Zuschlag für die WM 2015, Japan kommt vier Jahre später an die Reihe.

Gespielt wird in insgesamt zwölf Stadien. Ursprünglich sollte das neue Olympiastadion von Tokio Hauptaustragungsort werden. Doch da die Kosten massiv überschritten wurden, gelang es nicht, die Spielstätte rechtzeitig fertigzustellen. Gespielt wird nun in Yokohama, Fukuroi, Chōfu, Toyota, Ōita, Kōbe, Kamaishi, Fukuoka, Higashiōsaka, Kumagaya, Kumamoto und Sapporo. Mit einer Kapazität von mehr als 70.000 Menschen ist das Stadion in Yokohama das größte, dort werden beide Halbfinals und auch das Finale ausgetragen.

Wie läuft die Weltmeisterschaft ab?

Gespielt wird in vier Fünfer-Gruppen. Die insgesamt 20 Mannschaften spielen einmal gegeneinander, jeweils die ersten beiden qualifizieren sich dann für das Viertelfinale. Die ersten drei Teams jeder Gruppe sind automatisch für die Weltmeisterschaft 2023 in Frankreich qualifiziert. Den kompletten Spielplan finden Sie hier.

Für einen Sieg erhält eine Mannschaft vier Punkte, zwei bei einem Unentschieden und keinen bei einer Niederlage. Dazu kommen mögliche Bonuspunkte: Es gibt einen zusätzlichen Zähler, wenn die Niederlage mit sieben oder weniger Punkten Unterschied endet. Einen weiteren Bonuspunkt erhalten die Teams für vier oder mehr Versuche.

Wer sind die Favoriten?

Zu den Topfavoriten bei der Rugby-Weltmeisterschaft gehört Neuseeland. Das wegen seiner schwarzen Spielkleidung "All Blacks" genannte Team ist Titelverteidiger, Rekordweltmeister mit drei Titeln und Zweiter der Weltrangliste. Erstmal seit zehn Jahren führen die "All Blacks" das Ranking damit nicht an. Abgelöst wurden sie von Irland: einem weiteren Favoriten beim kommenden Turnier. Allerdings kam Irland in der Geschichte der Weltmeisterschaft noch nie über das Viertelfinale hinaus. Außerdem zeigte das Team in diesem Jahr eher durchwachsene Leistungen. Konnte die Mannschaft Neuseeland Ende 2018 noch besiegen, setzte es zuletzt Niederlagen gegen England und Wales. Immerhin haben die Iren mit Verbinder Johnny Sexton den besten Spieler von 2018 in ihren Reihen.

Weitere interessante Teams sind England und Südafrika. Die Engländer schieden bei der WM vor vier Jahren im eigenen Land zwar blamabel in der Vorrunde aus. In diesem Jahr konnte das Team aber bereits Irland besiegen und sich mit Neuseeland auf Augenhöhe messen. England bleibt eine Wundertüte.

Südafrika liegt aktuell nur auf Platz vier der Weltrangliste, trotzdem schätzen viele Experten das Team als Mitfavorit ein. Zuletzt haben sich die "Boks" vier enge Duelle mit Neuseeland geliefert. Personaldiskussionen gibt es nicht und Verbinder und Starspieler Handre Pollard ist in der Form seines Lebens.

Was ist der Haka?

Traditionell führen die All Blacks vor den Spielen den Haka auf. Dabei handelt es sich um einen Ritualtanz der Maori. Er dient dazu sich selbst zu motivieren und den Gegner einzuschüchtern. Es gibt verschiedene Variationen des Tanzes. Eine Version – Kapa O Pango – des Tanzes endet mit einer umstritteneren Geste, die Spieler fahren sich dabei mit der Hand über die Kehle, als würde sie den Hals durchschneiden. Eine Expertenkommission kam jedoch zu dem Schluss, dass die Geste in der Kultur der Maori eine andere Bedeutung hat. Angeblich steht sie dafür, lebenswichtige Energie aus Herz und Lungen zu ziehen. Erstmals wurde der Tanz übrigens 1884 von einer neuseeländischen Auswahl in Australien aufgeführt.

Auch andere Mannschaften haben mittlerweile Rituale entwickelt, um die Gegner einzuschüchtern. So führt das Team der Fidschi einen Kriegstanz auf, den Cibi. Er wurde erstmals 1939 aufgeführt, um dem Haka der Neuseeländer etwas entgegenzusetzen. Tonga tanzt den Sipi Tau, der Tanz der Samoaner heißt Siva Tau.

Was ist mit der deutschen Mannschaft?

Deutschland ist nicht gerade eine Rugby-Nation, auch wenn der Sport immer beliebter wird und einige Spieler in der französischen Top-Liga angestellt sind. Das Team war so nah dran an einer Qualifikation zur WM wie noch nie. Erst im finalen Qualifikationsturnier, der sogenannten Repechage, musste sich das Team hinter Kanada mit Platz zwei in einer Vierer-Gruppe begnügen. Da nur die erstplatzierte Mannschaft nach Japan reisen darf, schied das Team von Bundestrainer Mike Ford aus.

Kann man die Spiele im Fernsehen verfolgen?

Alle Spiele des Turniers gibt es im Livestream auf ran.de zu sehen, dazu kommen weitere Spiele auf Prosieben Maxx. Welche das sind, hat der Sender jedoch noch nicht bekannt gegeben. Insgesamt sollen es wohl 31 Begegnungen sein.

Durch die Zeitverschiebung in Japan finden die Spiele in Deutschland am Vormittag statt, so steigt das Finale am 2. November um 10 Uhr.

Pictures of the Year 2015

Südafrikas Spieler machen sich für das sogenannte Gedränge bereit.

Foto: REUTERS/Russell Cheyne

Was sind die wichtigsten Regeln im Rugby?

Es gibt fünf Punkte, wenn es einem Team gelingt, den Ball in einen Bereich hinter dem Feld der gegnerischen Mannschaft, das sogenannte Malfeld, zu tragen. Nach einem solchen Versuch gibt es die Möglichkeit der Erhöhung. Der Ball wird dabei auf das Tor geschossen, fliegt der Ball zwischen den Stangen hindurch, gibt es zwei Punkte. Punkte können auch durch sogenannte Strafkicks erzielt werden, etwa vergleichbar mit einem Freistoß im Fußball. Fliegt der Ball zwischen den Stangen hindurch, gibt es drei Punkte. Die erhält ein Team auch bei einem erfolgreichen Dropkick, dabei kann der Ball während des Spiels durch die Stangen geschossen werden.

Jede Mannschaft darf 15 Spieler aufstellen. Jeder davon hat dabei eine bestimmte Aufgabe. Der Ball darf beim Rugby mit der Hand oder dem Fuß gespielt werden. Er darf jedoch nur nach hinten geworfen werden. Der Pass nach vorne ist nur mit dem Fuß erlaubt. Dabei darf sich jedoch kein Spieler vor dem Ball befinden, sonst steht er im Abseits. Ein Spiel dauert zweimal 40 Minuten.

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