Lilienthaler „Wölfe“ verpassen im Mitteldrittel den Anschluss und verlieren das erste Floorball-Finale mit 2:9 Weißenfelser Machtdemonstration

Lilienthal. Es war alles angerichtet für ein echtes Floorball-Spektakel. Der Vizemeister TV Lilienthal empfing den UHC Sparkasse Weißenfels vor vollem Haus zum ersten von drei möglichen Finalspielen um die Deutsche Meisterschaft.
15.05.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Christian Thiemann

Lilienthal. Es war alles angerichtet für ein echtes Floorball-Spektakel. Der Vizemeister TV Lilienthal empfing den UHC Sparkasse Weißenfels vor vollem Haus zum ersten von drei möglichen Finalspielen um die Deutsche Meisterschaft. Doch das Ende war ernüchternd: Lilienthal musste eine ganz heftige 2:9 (0:2, 0:4, 2:3)-Niederlage einstecken.

Dabei begannen die Wölfe stark und hätten durch Niklas Bröker und Antti Mähönen gleich zu Beginn in Führung gehen können. Jeder Ballgewinn und jeder Abschluss wurde von der Tribüne aus frenetisch gefeiert. Das Defensivkonzept des „Wölfe“-Coaches Remo Hubacher bekam seinen ersten Riss jedoch nach acht Minuten, als Anssi Soini das erste Mal frei vor Nils Hallerstede auftauchte und unbedrängt einschob.

Auch danach drückte der Meister weiter auf das Tor der Gastgeber, die sich nun immer seltener selbst Torchancen erspielten. Erneut Soini besorgte kurz vor der ersten Drittelpause zudem das 2:0, nachdem Hallerstede zuvor mit zwei Reflexen zur Stelle war (18.). Darüber hinaus vergab Janos Bröker per Direktabnahme den Anschluss. Mähönen hatte den deutschen Nationalspieler mit einem hohen Diagonalpass wunderbar in Szene gesetzt, doch Janos Bröker scheiterte mit dem Volley am UHC-Goalie Tobias Köster. Für das Mitteldrittel hatte sich der TVL dann eine Menge vorgenommen.

Doch das Team musste nach drei Minuten zwei weitere Gegentreffer schlucken und hatte es anschließend schwer, an Köster vorbeizukommen. Immer wieder rettete der Gäste-Goalie mit einem Reflex, zudem scheiterten sowohl Niklas Bröker als auch Bruder Janos Bröker am Pfosten. „Wenn du sie vorne nicht machst, kassierst du sie hinten“, bediente sich Hubacher einer alten Floskel und sollte damit Recht behalten. Nach vier Chancen innerhalb von zwei Minuten für die „Wölfe“ brachte Jonas Hoffmann seine Farben nach einem schönen Spielzug über mehrere Stationen mit 5:0 in Front. Kurz darauf legte Soini nach einem Freischlag und seinem vierten Treffer das 6:0 nach. Zuvor war Mähönen im Eins-gegen-eins an Köster hängen geblieben.

Auch im Schlussdrittel begann der Favorit stark, Sebastian Spöhle im Tor der Wölfe hielt zweimal gut, ehe Torben Kleinhans auf der anderen Seite das 1:6 verpasste. Das 0:7 erzielte dann erneut Hoffmann, der sich die Chance im Slot nicht nehmen ließ und per Rückhand vollstreckte. Den Lilienthaler Fans konnte mittlerweile angst und bange werden, denn nach vorne ging bei den Gastgebern fast nichts mehr. Stattdessen traf Soini zum fünften Mal ins Schwarze, diesmal nach einem umstrittenen Freischlag.

Auch danach hatte der Meister noch nicht genug und wollte das Ergebnis zweistellig gestalten – unter tatkräftiger Mithilfe der Lilienthaler. Diesmal vertändelte Janos Bröker das Spielgerät in Höhe der Mittellinie, sodass Hoffmann frei durch war und locker einschob. Vier Minuten vor dem Ende hatte das Wolfsrudel dann aber doch noch einen Grund zum Jubeln, denn Janos Bröker gelang aus dem Gewühl heraus auf Vorlage von Kleinhans das 1:9. Direkt danach legte Leon Bauer mit einem Distanzschuss in den rechten oberen Winkel sogar noch einen nach und ließ das Endergebnis dadurch etwas besser aussehen, auch wenn das 2:9 eine klare Ansage des Favoriten in Richtung Lilienthal war. Hubacher sah das Problem vor allem in der eigenen Chancenverwertung: „Die Möglichkeiten waren da, am Anfang und im Mitteldrittel. Wenn wir da treffen, können wir es insgesamt spannender gestalten.“ Der „Wölfe“-Trainer will vor der schweren Auswärtsaufgabe in Weißenfels jedoch nicht den Mut verlieren und sagt auch: „Für uns hat sich nichts geändert, wir müssen zwei Spiele gewinnen um Meister zu werden und wir wollen unbedingt noch nach dem Pokal greifen.“ Um die eine Chance auf den Titel noch zu bekommen, müssen die „Wölfe“ sich allerdings gehörig steigern, denn der UHC war den Lilienthalern beinahe in allen Belangen überlegen. „Abhaken und nächste Woche gucken was geht“, sagte Hubacher.

TV Lilienthal: Hallerstedt, Spöhle; Bothe, Janos Bröker, Niklas Bröker, Diaz de Armas, Kleinhans, Minnermann, Akman, Grönvall, Bauer, Mähönen, Osmers, Lange, Siljamo, Leiermann, Heike, Seitz, Stierle.

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