Lilienthals Floorballer machen es in zwei siegreichen Heimspielen gegen Wernigerode extrem spannend Wenn die Glücksskala bis zwölf reicht

Lilienthal. Der Trainer des TV Lilienthal, Remo Hubacher, riss die Arme nach oben, um sie kurz darauf auf den Kopf zu legen. Damit drückte er die beiden vorherrschenden Gefühle nach dem Finaleinzug um den Titel der 1.
24.04.2017, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von karsten hollmann

Lilienthal. Der Trainer des TV Lilienthal, Remo Hubacher, riss die Arme nach oben, um sie kurz darauf auf den Kopf zu legen. Damit drückte er die beiden vorherrschenden Gefühle nach dem Finaleinzug um den Titel der 1. Floorball-Bundesliga aus: Die Freude, aber auch die Erleichterung nach 4:3- und 6:5-Heimsiegen gegen die Red Devils Wernigerode.

TV Lilienthal – RedDevils Wernigerode 4:3: Bereits nach 120 Sekunden verwertete Janos Bröker einen kurzen Querpass von Miro Siljamo zum 1:0 für die Gastgeber. Nachdem TV-Torhüter Nils Hallerstede Ramon Ibold hatte abblitzen lassen, erhöhte Antti Mähönen nach einem Zuspiel von Torben Kleinhans auf 2:0 (4.). Der Dritte schlug jedoch durch seine Finnen Eemeli Kyllönen und Teemu Kantanen zum 2:2 zurück (6./11.). Im zweiten Drittel fand die von vielen Zweikämpfen geprägte Partie auf Augenhöhe ihre Fortsetzung. Die Hausherren bekamen nur wenige Räume in der Offensive und rannten lange Zeit vergeblich an. Erst drei Minuten vor der zweiten Pause landete das Spielgerät ein wenig zufällig bei Janos Bröker, der mit einem schönen Schlenzer das 3:2 für den Zweiten markierte. Als Wernigerodes Jeremy Mertens Anfang des dritten Abschnitts eine Strafzeit wegen Stockschlagens verbüßte, zielte Mark-Oliver Bothe in Überzahl knapp daneben. Der Ball sprang jedoch von der Bande hinter dem Tor zurück. Niklas Bröker nutzte den Abpraller zum 4:2 (43.).

Kurz darauf mussten Lilienthals Leon Bauer und Mark-Oliver Bothe auf der Strafbank Platz nehmen. Als Bauer gerade wieder auf dem Feld zurück war, verkürzte Eemeli Kyllönen nach Assist von Juha-Pekka Kuittinen auf 3:4 (46.). Nach 50 Minuten erhielt auch Lilienthals Alexander Seitz wegen überharten Körpereinsatzes eine Zwei-Minuten-Strafe. Die „Wölfe“ warfen sich in Unterzahl in jeden Schuss der Gäste und bewahrten damit ihren knappen Vorsprung. In der Folgezeit rettete auch Nils Hallerstede das 4:3. Zwei Minuten vor Schluss musste auch noch Miro Siljamo auf die Strafbank. Aber mit Glück und Geschick überstanden die Lilienthaler das Powerplay und erzwangen so das dritte Spiel.

TV Lilienthal – RedDevils Wernigerode 6:5: Als Antti Mähönen aus großer Distanz zum 6:3 ins leere Tor der Gäste traf, hallte ein Aufschrei von der Tribüne, der bei einem Titelgewinn gar nicht größer sein könnte. „Das Tor war unheimlich wichtig für uns“, betonte Remo Hubacher. Dabei hatte die Partie alles andere als optimal begonnen. Johannes Nowak und Teemu Kantanen brachten Wernigerode im ersten Drittel mit 2:0 in Führung. Doch Niklas Bröker, Janos Bröker (2), Antti Mähönen und Mark-Oliver Bothe drehten den Spieß mit fünf Treffern am Stück zum 5:2 um. „Das Drittel war weltklasse von uns“, schwärmte Hubacher.

Nachdem Eemeli Kyllönen den Dritten zu Beginn des dritten Abschnitts auf 3:5 herangebracht hatte, stellte Antti Mähönen drei Minuten vor dem Ende den alten Abstand wieder her. Das war der Auftakt einer aufregenden Schlussphase. Klaas Minnermann verursachte mit einem Stoßen einen Penalty. Teemu Kantanen ließ sich bei der Ausführung viel Zeit, behielt aber mit einem Lupfer gegen Nils Hallerstede zum 4:6 die Übersicht (18.). Lilienthals Tjard Osmers stellte sich auf die Bank und forderte die Unterstützung der mehr als 200 Zuschauer ein. Ein ohrenbetäubendes „Wölfe, Wölfe“ war die Antwort.

In der 19. Minute wurde ein Treffer von Vojta Krupicka zum 5:6 erst nach langen Diskussionen gegeben. „Der Ball war aber schon drin“, räumte Hubacher ein. Ein Glücksfall für den Zweiten war, dass Ramon Ibold für ein Halten gegen Torben Kleinhans auf die Strafbank musste. „Wehe, es schließt einer ab“, mahnte TV-Teammanager Günter Frese zur Cleverness. Seine Spieler schienen ihn zu hören. Anstatt ein Powerplay in Überzahl aufzuziehen, spielte Lilienthal den Ball geschickt hinten hin und her. Als Niklas Bröker Sekunden vor Ultimo einen Freischlag herausholte, stand der Finalist praktisch fest. „Die Emotionen waren groß. Meine Erleichterung beträgt auf einer Skala von eins bis zehn zwölf“, scherzte ein glücklicher Remo Hubacher.

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