Richtig aufgewärmt: Der Delmenhorster Fußballer Maximilian Klatte holt sich Tipps fürs Warmmachen bei Experte Heiko Köhler "Wenn ich falle wie ein Baum, brechen auch meine Äste ab"

Delmenhorst·Bremen. Zugegeben: Das Aufwärmen vor dem Spiel oder während des Trainings dürfte nur den wenigsten Fußballern wirklich Spaß machen. Zu unbeliebt sind die Übungen ohne Ball, bei denen nicht Schusstechnik und Torabschluss, sondern Stretching und Beweglichkeitsverbesserung anstehen. Doch gerade in diesen Bereichen sollten Fußballer mehr tun - sagt Diplom-Sportlehrer Heiko Köhler, der in Bremen ein Fitness-Studio betreibt und früher in der Bundesliga geturnt hat. Für die Reihe "Richtig aufgewärmt", in der sich der DELMENHORSTER KURIER in loser Reihenfolge mit Aufwärmübungen befasst, gibt der 55-Jährige dem Delmenhorster Fußballer Maximilian Klatte Tipps, um in Zukunft bestens vorbereitet auf dem Platz zu stehen.
10.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Delmenhorst·Bremen. Zugegeben: Das Aufwärmen vor dem Spiel oder während des Trainings dürfte nur den wenigsten Fußballern wirklich Spaß machen. Zu unbeliebt sind die Übungen ohne Ball, bei denen nicht Schusstechnik und Torabschluss, sondern Stretching und Beweglichkeitsverbesserung anstehen. Doch gerade in diesen Bereichen sollten Fußballer mehr tun - sagt Diplom-Sportlehrer Heiko Köhler, der in Bremen ein Fitness-Studio betreibt und früher in der Bundesliga geturnt hat. Für die Reihe "Richtig aufgewärmt", in der sich der DELMENHORSTER KURIER in loser Reihenfolge mit Aufwärmübungen befasst, gibt der 55-Jährige dem Delmenhorster Fußballer Maximilian Klatte Tipps, um in Zukunft bestens vorbereitet auf dem Platz zu stehen.

"Körperlich fit ist jemand, bei dem Kraft, Kondition, Beweglichkeit und Koordination im Gleichklang sind", betont Köhler - und ergänzt: "Viele Fußballer sind aber gerade in Sachen Beweglichkeit nur sehr wenig oder gar nicht austrainiert." Das sei oftmals Ursache für Verletzungen, sagt der Experte, bevor er Klatte die erste Übung zeigt. Der Delmenhorster, der beim VfL Stenum mit dem Fußballspielen begann und über die Stationen Werder Bremen und TV Jahn Delmenhorst inzwischen bei Landesligist VfL Oldenburg gelandet ist, stellt dafür seinen rechten Fuß auf ein Podest. Den Oberkörper aufgerichtet, beginnt Klatte nun, seine Hüfte einzudrehen. "Dadurch wird eine ganze Muskelkette gedehnt - von der Wade über die Oberschenkelrückseite bis zum Gesäß", erklärt Köhler. "Ja, da merke ich schon was", schmunzelt Klatte, der sich auch vor dem Termin beim Experten schon mit dem Thema Aufwärmen auseinandergesetzt hat. "Im Verein arbeiten wir mit dynamischem Dehnen", sagt der Mittelfeldspieler - und

bekommt von Heiko Köhler einen wichtigen Tipp: "Dynamisches Dehnen ist mit seinen kurzen Übungen gut, um die Muskeln kurz vor einem Spiel zu sensibilisieren. Langfristiger Erfolg stellt sich so aber nicht ein." Bei allen Übungen, deren Dauer unter sieben Sekunden liegt, würde sich der Muskel zusammenziehen, "um bei einer schnellen Bewegung das Gelenk zu schützen."Muskel und Sehne würden so aber nicht dauerhaft beweglicher. "Das zu erreichen, ist ein langwieriger Prozess", sagt Köhler - und erklärt, wie es geht: "Um auf Dauer eine Verbesserung der Beweglichkeit zu erzielen, muss das Dehnen in allen Trainingseinheiten eine Rolle spielen. Die Übungen sollte dabei zwischen zehn und 15 Sekunden lang sein, an die Dehnungsgrenze führen - aber immer auch Phasen der Entspannung beinhalten.

Ein weiteres Problem, das vor allem Fußballer betrifft, ist, dass diese sich beim Aufwärmen fast ausschließlich auf die Beinmuskulatur beschränken. "Dabei muss auch der Oberkörper fit sein. Bei Stürzen entstehen sonst Verletzungen - wenn ich Falle wie ein Baum, dann brechen eben auch meine Äste ab", sagt Köhler. Damit das Maximilian Klatte nicht passiert, zeigt ihm der Fachmann eine weitere Übung. Die Hände rücklings an einer Querstange geht der Fußballer im Ausfallschritt in die Hocke, um unter anderem seine Schultermuskulatur zu dehnen.

Generell sei es wichtig, auf die richtige Technik während der Übungen zu achten. "Wenn ich korrekt arbeite, kann ich mich auch nicht überlasten", betont Köhler.

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