Der TSV Wallhöfen und FC Hambergen suchen vor dem Samtgemeindederby die Stabilität vergangener Tage Wer kriegt die Kurve?

Hambergen·Wallhöfen. Die Suche ist noch immer nicht abgeschlossen: Auch im Jahr 2015 ist offen, wie der erste Sieger in diesem Jahrtausend in einem Punktspiel zwischen dem TSV Wallhöfen und dem FC Hambergen heißen wird. Nachdem es viele, viele Jahre dieses Duell überhaupt nicht gegeben hatte, endeten die drei letzten Vergleiche im November 2012 (3:3), Mai 2013 (2:2) und Oktober 2014 (1:1) allesamt unentschieden.
17.04.2015, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Wer kriegt die Kurve?
Von Tobias Dohr

Die Suche ist noch immer nicht abgeschlossen: Auch im Jahr 2015 ist offen, wie der erste Sieger in diesem Jahrtausend in einem Punktspiel zwischen dem TSV Wallhöfen und dem FC Hambergen heißen wird. Nachdem es viele, viele Jahre dieses Duell überhaupt nicht gegeben hatte, endeten die drei letzten Vergleiche im November 2012 (3:3), Mai 2013 (2:2) und Oktober 2014 (1:1) allesamt unentschieden.

Am morgigen Sonnabend kreuzen die beiden Fußball-Bezirksligisten wieder einmal die Klingen (18 Uhr, Waldstadion Wallhöfen). Allerdings wäre hüben wie drüben der historische Sieg allenfalls ein Zusatzfaktor. Denn sowohl der TSV Wallhöfen als auch der FC Hambergen haben in dieser Saison – ganz besonders aber im aktuellen Jahr – andere Sorgen zu bewältigen. „Man könnte sagen, es ist das Derby der Inkonstanten“, bringt es Oliver Schilling auf den Punkt. Ursprünglich hatte Wallhöfens Trainer in dieser Saison eigentlich einen neuerlichen Anlauf Richtung Landesliga unternehmen wollen – doch davon ist der TSV nach nur sieben Punkten aus den bisherigen sechs Spielen des Jahres 2015 mittlerweile ein ganzes Stück weit entfernt. „Natürlich wäre Platz zwei super, aber nach der bisherigen Saison ist das total unrealistisch“, so Schilling.

Abstiegskampf in Hambergen?

Noch düsterer sieht es derzeit sogar bei den Hamberger „Zebras“ aus. Fünf Spiele – und kein einziger Sieg. Mit zwei mageren Pünktchen steht das Team von Christian Hasloop in der aktuellen Jahrestabelle

(siehe unten) derzeit auf dem vorletzten Rang. Zwar mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz davor, aber dennoch weiß Hasloop: „Es war uns im Vorfeld bewusst, dass es ein schwieriges Jahr mit Schwankungen werden würde. Dass wir fünfmal in Folge nicht gewinnen, war aber natürlich nicht geplant.“

Der Relegationsplatz ist mittlerweile nur noch fünf Punkte entfernt, bei einer weiteren Niederlage in Wallhöfen drohen die „Zebras“ endgültig in den Abstiegssumpf gezogen zu werden. „Wir sind uns der Situation bewusst“, sagt Hasloop. „Aber wir behalten die Köpfe oben und wollen selbst der entscheidende Faktor sein.“ Dir Rückkehr verschiedener Akteure sowie die verbesserte Trainingssituation beim Landesliga-Absteiger mache Hoffnung. Von einer lähmenden Angst oder einer Schockstarre angesichts der jüngsten Negativspirale hat Hasloop jedenfalls nichts gespürt: „Dafür ist zuletzt zu viel Bewegung im Kader gewesen. Aber wir müssen jetzt natürlich auch irgendwann Ergebnisse bringen.“

Die Parallelen bei beiden Vereinen sind erkennbar: Beide Teams machen derzeit einen Umbruch durch, beide werden zur neuen Saison zahlreiche A-Jugendliche aus dem starken Nachwuchs integrieren. Dass das eigentliche Saisonziel dabei so früh aus den Augen verloren wurde, nervt besonders Oliver Schilling: „Diese Inkonstanz geht mir tierisch auf den Sack.“ Natürlich habe sein Team vor der Spielzeit wichtige Säulen verloren, natürlich verlange das veränderte Spielsystem mit dem extrem hohen Anpressen des Gegners seiner Mannschaft viel ab. „Aber gewisse Dinge haben nichts mit der Jugend oder einem Umbruch zu tun“, weiß Schilling. „Das ist dann reine Kopfsache.“

Das frühe, extrem laufintensive Stören des Gegners hat sein Team jedenfalls noch nicht ganzheitlich verinnerlicht. Und deshalb entstehen immer wieder Lücken, die die Gegner derzeit gnadenlos bestrafen. „Früher wurden wir für unser starkes Pressing gelobt“, berichtet Schilling. „Heute sagen die Gegner: Es ist immer noch beeindruckend, was ihr für einen Aufwand betreibt – aber euer Pressing ist nicht mehr so effektiv.“

Von einem verlorenen Jahr wollen weder Oliver Schilling noch Christian Hasloop sprechen. „Das wäre das falsche Wort“, sagt der Hamberger Trainer. „Natürlich haben wir uns vor der Saison, und dann auch im Winter noch mal, bestimmte Ziele gesetzt. Aber das gehört eben auch zum Fußball dazu, dass man Ziele mal nicht erreicht.“ Nun gehe es darum, die Kräfte zu bündeln und die positiven Ansätze aus der zweiten Halbzeit gegen den FC Verden als Grundlage einer neuen Tendenz zu nehmen: „Das war tatsächlich die richtige Reaktion“, sagt Hasloop, der bis auf den beruflich verhinderten Kevin Struß erneut auf alle zuletzt zur Verfügung stehenden Akteure zurückgreifen kann.

Auch in Wallhöfen ist die personelle Lage vor dem Samtgemeindederby nahezu optimal. Thomas Büttelmann ist ebenso wieder im Training, wie auch Marco Tietjen und Bilal Matar. Oliver Schilling kündigte aber bereits erneut einige überraschende Maßnahmen an. Schon am vergangenen Wochenende in Dörverden hatte er für Verblüffung gesorgt und Johann Boger, Sergei Baitler und Eugen Zilke zunächst auf der Bank gelassen.

So ähnlich die Voraussetzungen vor dem Duell auch sein mögen, so unterschiedlich wird der Derbyaspekt dieses Mal von den Trainern wahrgenommen. Während Hasloop durchaus Wert darauf legt, seinem Team ein paar Prozent zusätzlich rauszukitzeln, sagt Schilling: „Hambergen interessiert mich im Moment überhaupt nicht. Völlig egal, gegen wen wir spielen: Wir wollen einfach drei Punkte holen.“

Die Bezirksliga-Tabelle des Jahres 2015

1. FC Verden 04 6 6 0 0 21 : 2 18

2. FSV Langwedel-Völk. 6 4 1 1 15 : 7 13

3. MTV Riede 5 4 1 0 8 : 2 13

4. TuS Zeven 6 3 1 2 9 : 5 10

5. TV Stemmen 6 3 1 2 10 : 9 10

6. TSV Dörverden 6 3 1 2 10 : 11 10

7. FC Ostereistedt/Rhade 6 2 2 2 9 : 9 8

8. TuSG Ritterhude 6 2 2 2 6 : 8 8

9. TSV Wallhöfen 6 2 1 3 9 : 8 7

10. VfL Visselhövede 5 2 1 2 6 : 7 7

11. FC Worpswede 6 2 1 3 8 : 10 7

12. Rotenburger SV II 6 2 1 3 9 : 12 7

13. SV Ippensen 6 1 1 4 3 : 11 4

14. Heeslinger SC II 6 0 3 3 5 : 13 3

15. FC Hambergen 5 0 2 3 6 : 14 2

16. 1. FC Rot-Weiß Achim 5 0 1 4 4 : 10 1

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