Mit Flensburg-Handewitt kommt der Champions-League-Sieger nach Bremen – und bringt seine Trophäe mit Wertvolles Gepäck

Beim Erima-Cup in Bremen ist die SG Flensburg-Handewitt längst ein Stammgast. Wenn der Klub am kommenden Sonnabend in Halle 7 gegen den TBV Lemgo antritt, bringt der Klub auch die wichtigste Trophäe des europäischen Handballs mit.
03.08.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Spieler verschenken CL-Karten

◼ Beim Bremer Erima-Cup werden die Spieler der SG Flensburg-Handewitt an beiden Spieltagen je viermal zwei Karten für das Champions-League-Spiel der SG Flensburg-Handewitt gegen den FC Barcelona an das Publikum verschenken. Es handelt sich um Stehplatzkarten auf der Tribüne vom Fanclub Hölle Nord.

Beim Erima-Cup in Bremen ist die SG Flensburg-Handewitt längst ein Stammgast. Wenn der Klub am kommenden Sonnabend in Halle 7 gegen den TBV Lemgo antritt, bringt der Klub auch die wichtigste Trophäe des europäischen Handballs mit.

Als Champions-League-Sieger hat die SG Flensburg-Handewitt schnell zu spüren bekommen, dass ihr Marktwert gestiegen ist. Das Vorbereitungsspiel des Handball-Bundesligisten im Sand der schwedischen Kristianstad-Arena wurde verspätet angepfiffen, weil 2500 Zuschauer die europäischen Handball-Könige mit ihren fünf schwedischen Spielern unbedingt beim Beachhandball sehen wollten.

Noch heißer begehrt ist Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes. Zunächst wollte ihn der französische Vizemeister Paris St. Germain verpflichten, obwohl Vranjes in Flensburg noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017 besitzt. Die Ablöse wäre für die finanzstarke PSG auch sicherlich kein Problem gewesen, doch der Schwede mit serbischen Wurzeln blieb den Nordlichtern treu. „Ich habe immer betont, dass die SG für mich eine Herzensangelegenheit ist. Natürlich muss man darüber nachdenken, wenn man von großen Vereinen wie Paris, Barcelona oder Kiel Angebote erhält“, sagt Vranjes.

Er ist der Architekt des Flensburger Erfolges, der „Flensation“, wie es ihre T-Shirts auch nach dem Gewinn des gewichtigen Titels aussagten. Schließlich hatte der Klub im Endrundenturnier um die europäische Krone die hochgewetteten Rivalen aus Barcelona und Kiel nach jeweiligen Sechstore-Rückständen doch noch völlig überrascht. Mit Vranjes feierte die SG mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger, des Supercups und der Champions-League großartige Erfolge.

Eine enorme Entwicklung für den Klub, den die Spieler 2009 noch mit einem 15-prozentigen Gehaltsverzicht vor starken finanziellen Turbulenzen schützen mussten. „Wir hatten uns 2012 bewusst für eine sehr langfristige Zusammenarbeit mit ,Ljubo‘ entschieden“, erzählt der Flensburger Manager Dierk Schmäschke. Und auch Ljubomir Vranjes selbst bleibt gewohnt bodenständig: „Ich freue mich jetzt auf meine neunte Saison bei der SG Flensburg-Handewitt“, denn er hatte zuvor auch einige Jahre an der Förde gespielt. Mittlerweile ist der ehemalige schwedische Nationalspieler selbst beim DHB als neuer Trainer der deutschen Nationalmannschaft im Gespräch.

Der Erima-Cup-Dauergast SG Flensburg-Handewitt bringt also nicht nur die Champions-League-Trophäe, mit der sich die Zuschauer fotografieren lassen können, sondern auch ihren liebgewonnenen Trainer in die Halle 7 mit. Am 9. August starten die Nordlichter im Halbfinale um 14 Uhr gegen den TBV Lemgo ins Turnier. Vom 7. bis 12. September gehen sie schließlich bei der Klub-Weltmeisterschaft in Katar an den Start, für die sie ihren Bundesliga-Start verlegen mussten. Der Lohn für eine Saison mit 56 Pflichtspielen – so viele wie nie zuvor bei der SG Flensburg-Handewitt.

Nichtsdestrotz ist der Aderlass bei den Schleswig-Holsteinern beträchtlich: Mit dem DHB-Linkshänder Steffen Weinhold (Kiel), Michael Knudsen, Sörenn Rasmussen (beide Bjerringbro-Silkeborg), Olafur Gustafsson (Aalborg) und Goran Bogunovic (Constanta) haben sie gute Spieler verloren. Dafür hat der Spielmacher Thomas Mogensen seinen Vertrag um drei weitere Jahre verlängert. Der 31-Jährige zählt zu den absoluten Leistungsträgern des Teams und hat seit 2007 in 334 Spielen für die SG 1250/13 mal ins Schwarze getroffen. „Flensburg-Handewitt ist ein toll geführter Verein, der seit Jahren auf internationalem Top-Niveau spielt – das ist auch mein Anspruch“, sagt er.

Dänen und Schweden dominieren

Mit dem Schlussmann Mattias Andersson, Haupttorschütze Anders Eggert, Holger Glandorf, Lasse Svan, Hampus Wanne und vielen mehr kann er sich weiter auf ein Spitzenteam verlassen. Mit dem 80-fachen schwedischen Nationalspieler Johann Jakobsson wurde außerdem ein erfahrener Linkshänder geholt, der im Rückraum als zweite Kraft neben Holger Glandorf aufgebaut werden soll. Damit stehen sechs Dänen, fünf Schweden, zwei Serben und zwei Deutsche im Kader.

Mit Zuversicht ist auch Lars Kaufmann in die Saisonvorbereitung eingestiegen. Nachdem der Ex-Nationalspieler in der letzten Serie aufgrund einer Knieverletzung überhaupt nicht spielen konnte, hofft er nun im Rückraum auf sein Comeback. „Ich freue mich, wieder mit der Mannschaft zu trainieren“, sagte der Rechtshänder. „Diese lange Zwangspause war schwer, psychisch zu verarbeiten. Im Moment fühle ich mich besser als vor einem halben Jahr, als ich beim Training zu ungeduldig war.“

Pech hatte unterdessen sein Mannschaftskamerad, der schwedische Nationalspieler Jim Gottfridsson: Der 21-jährige Shootingstar der vergangenen Saison (122 Tore in 53 Spielen) zog sich einen Ermüdungsbruch im rechten Mittelfuß zu und fällt noch einige Wochen aus.

SG Flensburg-Handewitt

Die SG Flensburg-Handewitt ist einer von vier Bundesliga-Klubs, die am 9. und 10. August in Bremen zum Vorbereitungsturnier um den Erima-Cup antreten. Ebenfalls an den Start gehen die TSV Hannover-Burgdorf, die MT Melsungen und der TBV Lemgo.

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