Volleyball-Landesliga

Weyhe vor Einzug in Relegation

Heute können die Volleyballer des SC Weyhe eine komplette Landesliga-Saison krönen. Woran vor Wochen niemand mehr zu glauben schien, könnte nun wahr werden.
08.03.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Weyhe vor Einzug in Relegation
Von Jens Hoffmann

Heute können die Volleyballer des SC Weyhe eine komplette Landesliga-Saison krönen. Woran vor Wochen niemand mehr zu glauben schien, könnte nun wahr werden. Mit einem Sieg bei Bremen 1860 IV (15 Uhr, Halle am Baumschulenweg), gleich in welcher Höhe, würden die Weyher ihren aktuellen zweiten Tabellenplatz zementieren und in die Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga einziehen. Die Mannschaft sei bereit, versichert Spielertrainer Sven Meier.

Nein, zu behaupten, dass die Volleyballer des SC Weyhe schnörkellos durch die laufende Saison gekommen seien, wäre glatt gelogen. Es war vielmehr eine Spielzeit mit vielen Höhen und so manchen Tiefen. Es ist noch nicht allzu lange her, da sah es danach aus, als würde der Zug Richtung Verbandsliga ohne die Weyher abfahren. Die junge Mannschaft steckte im Tabellenmittelfeld fest, es war kaum zu ersehen, ob die Blickrichtung noch nach oben oder schon nach unten gehen sollte.

Diese Frage haben die Weyher selber beantwortet: mit Leistung. An den jüngsten Spieltagen präsentierte sich ein, trotz Minimalbesetzung, total fokussiertes Team, das mit 3:0-Erfolgen gegen den TV Bremen-Walle 1875 II, die SG Ofenerdiek/Ofen, den STV Voslapp und SV Hage aufwartete. Die Erfolgsserie hievte die Weyher hinter dem souveränen Spitzenreiter und sicheren Meister SV Nortmoor auf Rang zwei – eine Platzierung, die plötzlich wieder konkrete Hoffnungen auf eine Verbandsliga-Rückkehr erlaubt. Da spielte selbst das zwischenzeitliche 2:3 gegen die VG Delmenhorst-Stenum II nur eine untergeordnete Rolle, weil sich diese Mannschaft mit unerwarteten Punktverlusten selbst entscheidend schwächte.

Gewinnen – egal wie

Heute nun können die Weyher alle Zweifel praktisch beseitigen, wenn sie nur bei Bremen 1860 IV gewinnen. Egal wie hoch, egal wie überzeugend. „Wir haben die erste Partie bei Bremen 1860 mit 1:3 verloren und deshalb noch etwas gut zu machen“, betont Sven Meier. Der Spielertrainer gibt sich voll motiviert, er versichert glaubhaft, dass die Weyher alles, wirklich alles versuchen werden, um den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen. Nur darum ginge es jetzt. Was danach kommt? „Das muss sich zeigen“, erklärt Meyer lapidar.

Fakt ist, dass bei einer derart jungen Truppe wie die der Weyher immer wieder personelle Verluste drohen. Einige Akteure beginnen ihr Studium und verlassen die Heimat, andere legen ein Auslandsjahr ein – was auch immer. „Aber es bringt nichts, sich jetzt darüber Gedanken zu machen“, findet Meier, „erst einmal geht es darum, unsere Hausaufgaben zu machen“. Und erst dann sollte man sich mit dem Aufstieg beschäftigen. Bloß nicht zu früh zu viel anpeilen, lautet das Motto. Zumal 1860 mit seinen zahlreichen Routiniers ein äußerst unbequemer Widerpart sein kann.

Die Weyher wiederum, die zuletzt zwei Mal auf und ebenso oft abgestiegen sind, haben sich das Image einer Fahrstuhlmannschaft angeheftet. Sven Meier findet das nicht weiter tragisch, „solange das Ganze intern in der gewünschten Richtung weiterläuft“. Es sollen auch zukünftig Talente an die 1. Herren herangeführt werden, das sei entscheidend, so der Spielertrainer. Und das hat zuletzt mit Jugendlichen wie Max Lange, René Stuhr, Marc Schmeyers oder Paul Lauxtermann bereits hervorragend geklappt. Alle sind zwischen 15 und 17 Jahre alt und damit die Zukunft des SC Weyhe. Der Begriff „Ausbildungsverein“, der anderenorts eher zwiespältige Gefühle erzeugt, wird in Weyhe durchaus als Kompliment begriffen.

Falls die Sache mit der Relegation tatsächlich funktionieren sollte, würden die Weyher Ende März beim VC Osnabrück (dem schon feststehenden Vizemeister der Landesliga-Gruppe 2) um den Aufstieg spielen. Sven Meier lässt keinen Zweifel aufkommen, dass genau das das erklärte Ziel ist: „Wir wollen es auf Teufel komm raus schaffen“, versichert er.

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