Vereine und ihre Gesichter – Teil IV: Die Schwettmanns prägen in allen Positionen den Bassumer Bogensport Wie die Mutter, so die ganze Familie

Ohne sie würde in der Bogensportsparte des Bassumer Schützenvereins von 1848 nichts gehen: die Familie Schwettmann. Sieben Mitglieder aus drei Generationen sorgen inzwischen hinter den Kulissen, als Trainer oder direkt am Schießstand dafür, dass die Bogenschützen in der vergangenen Zeit erfolgreich waren – und es immer noch sind.
06.08.2014, 00:00
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Wie die Mutter, so die ganze Familie
Von Marius Merle

Ohne sie würde in der Bogensportsparte des Bassumer Schützenvereins von 1848 nichts gehen: die Familie Schwettmann. Sieben Mitglieder aus drei Generationen sorgen inzwischen hinter den Kulissen, als Trainer oder direkt am Schießstand dafür, dass die Bogenschützen in der vergangenen Zeit erfolgreich waren – und es immer noch sind.

Alles begann mit einem Bandscheibenvorfall. Gabriele Schwettmann entschied sich 1996 in Folge dessen dazu, einen Sport gegen ihre Rückenprobleme auszuüben. Die Ärzte empfohlen ihr Bogenschießen – und sie probierte es aus. „Eigentlich wollte ich damals etwas nur für mich haben“, erinnert sich die damals 39-Jährige. Doch nur eine Woche später trat die Tochter, Sandra, auch in die Sparte des Schützenvereins Bassum von 1848 ein, damit, so sagt sie, „Mutter nicht alleine hin musste“. Aber sie habe überhaupt nicht vorgehabt, mit dem Sport anzufangen.

„Doch dann nahm es einfach seinen Lauf“, erzählt Sandra. Sie begann selbst zu schießen und drei Jahre später war sie Teil der Recurve-Bundesligamannschaft der Bassumer Bogenschützen. Zu diesem Zeitpunkt gab es auch bereits drei Schwettmanns im Verein: Denn Sandras Vater, Gerhard Schwettmann, begann ab 1998 als Coach der Ligamannschaften und Funktionär im Verein. Er wurde damit im Laufe der Jahre für viele das Gesicht der Bassumer Bogensportsparte. „Selbst schießen tue ich aber nur aus Spaß und nicht auf Leistung“, sagt er.

Wege zur Deutschen Meisterschaft

Dafür ist Gerhard Schwettmann, zusätzlich zur Vereinsarbeit, noch als Kampfrichter tätig, mit inzwischen auch mehr als zehn Einsätzen bei Deutschen Meisterschaften. „Wenn ich es schon nicht mit der Schießleistung dorthin schaffe, dann halt so“, meint er mit einem Schmunzeln. Ganz im Gegensatz zu seiner Frau: Denn Gabriele Schwettmann schaffte es sportlich zu den Deutschen Meisterschaften und konnte dort 2002 mit der Mannschaft Bronze ergattern. Im gleichen Jahr begann auch ihre Arbeit als Jugendtrainerin im Verein – und somit das langsame Runterschrauben der eigenen aktiven Karriere. Zumal die 58-Jährige bereits seit 1997 auch Spartenleiterin ist und nur dank ihrer damaligen Bereitschaft das wahrscheinliche Aus des Bassumer Bogensports verhindern konnte. „Ich schieße inzwischen nur noch in der Halle aktiv“, erzählt sie. Ansonsten gehe das Betreuen der erfolgreichen Schützen, etwa auch bei den Deutschen Meisterschaften, vor.

Einen ähnlichen Weg schlug auch Tochter Sandra ein. Erst als reine Sportlerin im Verein aktiv, begann sie irgendwann, ihre Mutter als Trainerin zu unterstützen. „Ich habe dann festgestellt, dass mir Training geben mehr Spaß macht“, erzählt die 38-Jährige. Und da sie keine halben Sachen machen wollte, habe sie mit dem Schießen aktiv aufgehört und mit ihrer Mutter vor einigen Jahren begonnen, dauerhaft gemeinsam das Training zu leiten. Eine Mammutaufgabe, wie beide schildern. „70 bis 80 Stunden pro Monat gehen dafür mindestens drauf“, erläutern sie.

Der Rückzug von Sandra und Gabriele Schwettmann vom Schießstand hatte aber nicht etwa zur Folge, dass nun keiner der Familie mehr regelmäßig an den Turnieren teilnahm. Denn in der Zwischenzeit war das vierte Familienmitglied in den Verein eingetreten: Marcel Schwettmann, der Sohn von Gabriele und Gerhard. Und dieser machte schnell durch gute Leistungen auf sich aufmerksam. In den vergangenen Jahren konnte er unter anderem mehrfach Erfolge mit der Mannschaft bei den Deutschen Meisterschaften feiern und ist seit 2010 zudem fester Bestandteil der Recurve-Ligamannschaft.

Auf seinen Spuren wandeln inzwischen auch zwei weitere Familienmitglieder. Janine und Alina Oostinga, die Töchter von Sandra Schwettmann, die inzwischen geheiratet und den Namen ihres Ehemanns angenommen hatte. Ihre inzwischen 15- und 13-jährigen Töchter sind seit 2006 Mitglied und konnten bereits erste Erfolge auf Bezirks- und Landesebene feiern. Zum Bogensport seien sie gekommen, indem sie immer mal beim Training oder Turnieren dabei gewesen waren und dann selbst Gefallen daran fanden. Und einen Grund hatte der Eintritt in den Verein auch. „Es ist einfach schön, wenn man etwas mit der Familie machen kann und zusammen ist“, sagen die beiden Nachwuchsschützinnen.

Und so war es eigentlich nur logisch, dass auch ihr Vater und gleichzeitig der Mann von Sandra, Torsten Oostinga, vor zwei Jahren in den Verein eintrat. „Zehn Jahre hatte ich mich zuvor gewehrt“, gibt er mit einem Lachen zu. Aber für einen noch größeren Familien-Zusammenhalt sei er dann ebenfalls Mitglied geworden und habe auch schnell einen gewissen sportlichen Ehrgeiz entwickelt. „Torsten ist sogar der Trainingsfleißigste in letzter Zeit“, merkt Gabrielle Schwettmann an.

Und so vereint inzwischen gleich sieben Familienmitglieder der Schwettmanns, beziehungsweise der Oostingas, die gleiche Leidenschaft. „Fahrten zum Training oder zu den Turnieren sind gleichzusetzen mit einem Familienausflug“, erzählt Gerhard Schwettmann. Und auch zwischen Training und Wettkampf verbindet der Bogensport. „Obwohl Diskussionen auf dem Platz bleiben, ist bei uns Bogenschießen grundsätzlich das Topthema“, verrät Sandra Oostinga. Und das alles, weil vor 18 Jahren ein Familienmitglied eigentlich mal etwas nur für sich tun wollte...

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