SV Heiligenfelde Wieder Spaß am Fußball

Nach dem freiwilligen Rückzug aus der Fußball-Landesliga wurde die Saison in der Bezirksliga kein Selbstläufer für die Frauen des SV Heiligenfelde. Doch der Neustart gelang dem Team.
28.06.2018, 10:41
Lesedauer: 3 Min
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Von Lars Lucke

Heiligenfelde. Den Verantwortlichen des SV Heiligenfelde war bewusst, dass nach dem freiwilligen Rückzug aus der Fußball-Landesliga Hannover auch die Saison in der Bezirksliga kein Selbstläufer werden würde. Wichtige Stammspielerinnen wie Nina und Yara Obst hatten dem Verein den Rücken gekehrt – aufgerüstet wurde der Kader vor allem mit talentierten Kickerinnen aus dem Jugendbereich wie Pia Becker, die auf der Außenbahn für Unruhe sorgen sollte, oder Stürmerin Annabelle Delicat.

Der Saisonbeginn verlief vielversprechend: Nach sechs Spieltagen lag das von Frank Drechsler trainierte Team voll auf Kurs, hatte noch keine Partie verloren und schien den avisierten dritten Tabellenplatz dauerhaft in Besitz zu nehmen. Doch dann brach eine Verletzungsmisere über Heiligenfelde herein, die alle höheren Ambitionen begrub. Jana Helms musste wegen eines Knorpelschadens die Fußballschuhe an den Nagel hängen. Die Folgen eines Kreuzbandrisses ließen Torjägerin Marielle Kruse nicht mehr beschwerdefrei trainieren und mit Lena Tasto schied im März eine weitere Offensivkraft aus der Stammelf mit Knieproblemen aus. Das Knie sorgte auch bei Alina Krajewski immer wieder für Schmerzen und schließlich musste auch noch Pia Becker zugunsten ihrer Abiturprüfung beim Fußball kürzertreten. „Das waren einfach zu viele wichtige Spielerinnen, die in dieser Saison unerwartet ausfielen, das konnten wir nicht mehr kompensieren“, blickt Frank Drechsler auf eine schwierige Zeit zurück, die er dennoch in guter Erinnerung behält: „Wir hatten zu keinem Zeitpunkt Abstiegssorgen und können unter diesen Umständen mit dem achten Platz absolut zufrieden sein. Umso mehr weil wir oft genug nur durch die personelle Unterstützung unserer zweiten Mannschaft in der Lage waren, überhaupt sinnvoll anzutreten.“

Zufrieden durfte der Trainer auch sein, da unabhängig von der Platzierung ein weiteres Saisonziel erreicht wurde. Nach den vielen deutlichen Niederlagen der vergangenen Saison, Partien, in denen die Spielanlage des SVH allzu oft nur auf Torverhinderung ausgerichtet war, kam in der Bezirksliga der Spaß am Fußball zurück: „Die Mädels sind viel lockerer reingegangen“, schildert Drechsler den emotionalen und auch taktischen Wandel. „Wir haben nicht mehr nur hinten dringestanden und mit zehn Leuten Beton angerührt, sondern versucht, offensiv zu pressen, selbst viel mehr Torchancen herauszuspielen.“ Abgesehen von den Begegnungen mit den beiden Liga-Überfliegern TSV Limmer II und DJK Sparta Langenhagen suchte Heiligenfelde immer den Weg nach vorn, trat schon mal mit drei Stürmerinnen an. Die waren freilich oft genug auf anderen Positionen angelernt worden – das angestammte Offensivpersonal lag ja meist angeschlagen danieder. Der Vorteil: Für jede einzelne Spielerin bedeutete die Spielzeit einen Schub an Flexibilität. Eva Wätje fand sich erstmals auf der Position der Innenverteidigerin wieder und machte ihre Sache dort ebenso gut wie Außenstürmerin Tanita Häfker, die als Außenverteidigerin reüssierte. Umgekehrt wanderte Nele Brunken aus dem Defensivbereich immer wieder ins Mittelfeld und versuchte, die Fäden zu ziehen. „Früher war unser Spiel auf eine oder zwei herausragende Spielerinnen fixiert“, benennt Drechsler den größten Erfolg dieser Saison, „jetzt übernehmen viele Verantwortung“.

Für den Trainer der richtige Zeitpunkt, um den Stab weiterzureichen. Nach 22 Jahren hört Frank Drechsler – zumindest vorläufig – als Fußballtrainer auf und übergibt ein intaktes Team an Andy Zuther, dessen letzte Station das Herren-Team des TSV Schwarme war. Zum Trainingsauftakt wird der neue Coach drei Altbekannte Heiligenfelderinnen begrüßen dürfen: Die Obst-Schwestern Nina und Yara kehren nach einem Jahr beim SC Weyhe in der Verbandsliga Bremen ebenso zurück wie Stürmerin Anika Wilm. Werden dann noch einige der Rekonvaleszenten fit, darf mit Heiligenfelde in der kommenden Bezirksligasaison sicher gerechnet werden.

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