Volleyball-Oberliga Wildeshausen sichert die Klasse

Der VfL hat am Heimspieltag den Ligaverbleib perfekt gemacht. Im Derby gegen die VG Delmenhorst-Stenum wurde es dramatisch. Zuvor setzte sich das Team auch gegen Tecklenburg durch.
10.02.2020, 17:23
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Von Gerhard Göldenitz

In einem hochdramatischen Lokalderby hat sich der Gastgeber VfL Wildeshausen gegen die VG Delmenhorst-Stenum denkbar knapp im Tiebreak durchgesetzt. Dank dieses Erfolgs und des Auftaktsieges gegen Tecklenburg haben die Wildeshauser nun endgültig den Klassenerhalt in der Oberliga 1 geschafft. Für die Volleyballer von der Delme hat sich dagegen an der Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt, den sie aus eigener Kraft noch schaffen können, erst mal nichts geändert.

VfL Wildeshausen – Tecklenburger Land Volleys II 3:1 (25:19, 19:25, 25:12, 25:18): Gegen das junge Team des Vorletzten legten die Gastgeber einen guten Start hin. Der zurückgekehrte Fabian Muhle sorgte für eine stabile Annahme, was ein variables Zuspiel und druckvolle Angriffe durch Frederik Bartelt und Linh Nguyen ermöglichte. Zwar hielten die Gäste lange mit, waren zum Satzende aber den Aufschlägen von Conrad Kramer nicht gewachsen. Den Start in den zweiten Durchgang verschliefen die Huntestädter komplett und liefen lange einem 0:8-Rückstand hinterher. Zwar holten sie Punkt für Punkt auf, mussten dann aber doch den Satzausgleich hinnehmen. Die aufkeimende Verunsicherung sollte sich auch noch zu Beginn des dritten Satzes bemerkbar machen. Als allerdings beim Stand von 5:7 Paul Schütte zur Angabe ging und der Block um Manuel Meyer und Frederik Bartelt mehrfach beherzt zupackte, war der Durchgang gedreht. Auch danach zeigten die Hausherren das deutlich reifere Spiel und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Damit war klar, dass ein Sieg im zweiten Spiel bereits den vorzeitigen Klassenerhalt bedeuten würde.

VfL Wildeshausen – VG Delmenhorst-Stenum 3:2 (25:19, 25:19, 12:25, 25:27, 17:15): Die Bedeutung dieser Partie war beiden Kontrahenten deutlich anzumerken, denn es entwickelte sich sofort ein ansehnliches Duell auf Augenhöhe. Zunächst gingen die Gäste knapp in Führung, mussten aber ab Mitte des ersten Satzes den Ausgleich hinnehmen. „In dieser Phase haben wir wieder einmal das Spielen eingestellt“, ärgerte sich VG-Trainerin Susanne Schalk, die danach mit ansehen musste, wie der VfL durch eine Aufschlagserie von Paul Schütte zum ersten Satzgewinn kam. Auch der zweite Abschnitt war bis zur Mitte hin ausgeglichen, ehe erneut die Gastgeber aufdrehten und vor allem im Block erfolgreich agierten. Von 12:11 zogen sie auf 23:14 davon und schafften erneut ein deutliches 25:19.

Susanne Schalk stellte ihre Mannschaft zu Beginn des dritten Satzes auf einigen Positionen um, was sich durchaus positiv im Zusammenspiel bemerkbar machte. Und weil der VfL Probleme in der Annahme bekam, wurde dieser Abschnitt eine mehr als deutliche Angelegenheit für die Gäste. Vor allem Florian Doig zeigte eine tolle Leistung.

VfL-Trainer Frank Gravel reagierte und stellte sein Team ebenfalls um. Trotzdem kamen die Schalk-Schützlinge besser in den vierten Satz, gaben dann aber eine 7:3-Führung fahrlässig wieder ab und liefen fortan einem Rückstand hinterher. Es entwickelte sich ein wahrer Krimi mit wechselnden Führungen. Einen ersten Satzball der Gäste wehrte der VfL ab, hatte dann beim Stand von 25:24 sogar den ersten Matchball. Diesen nutzten die Wildeshauser jedoch nicht, weil der Block angeschlagen wurde. Jetzt witterten die Gäste wieder Morgenluft und holten sich die letzten beiden Punkte zum verdienten Satzgewinn. Wie im Hinspiel musste also der Tiebreak dieses dramatische Duell entscheiden.

Schnell gingen hier die Gäste in Führung und kontrollierten scheinbar Ball und Gegner. Beim 8:5 wurden letztmalig die Seiten gewechselt. Die Gravel-Sechs gab nicht auf und kämpfte sich auf 10:11 heran. Als dann aber die Gäste drei Punkte in Folge machten, sahen sie schon wie der sichere Sieger aus. Drei Matchbälle standen nun zur Verfügung, doch was folgte, war an Dramatik kaum zu überbieten. Frank Gravel beschrieb es wie folgt: „Beim 11:14 rettete unser Libero Maik Backhus in der Abwehr einen vom Block abgefälschten Ball. Beim 12:14 versagten dem Delmenhorster Außenangreifer zweimal die Nerven. Den ersten Ball schlug er ins Aus, den zweiten ins Netz.“

Danach zeigte Delmenhorst in der Annahme Nerven, wehrte aber noch mal einen Matchball ab. Letztlich nutzten die Hausherren ihre dritte Gelegenheit zum Sieg. Die VG-Trainerin zeigte sich trotz der knappen Niederlage nicht enttäuscht. „Wir haben vor allem in Annahme und Abwehr eine super Performance geliefert und können so viel Positives für die nächsten entscheidenden Spiele mitnehmen“, sagte Schalk, die mit ihrem Team vor allem auf das wichtige Match gegen Verfolger TSV Hollern-Twielenfleth blickt. Das steigt in drei Wochen in eigener Halle.

VfL Wildeshausen: Marco Backhus, Maik Backhus, Bartelt, Gravel, Schütte, Muhle, Dannemann, Mildes, Nguyen, Kramer, Meyer.

VG Delmenhorst-Stenum: Bode, Schwan, Süßmuth, Schröder, Sanders, Marks, Doig, Förstermann, Riewe, Pröbe.

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