Cheerleader US-Meisterschaft

Wings of Fire erobern Amerika

Die Jugend-Cheerleader der Bremen Firebirds, die Wings of Fire, haben sich einen Traum erfüllt: Die Teilnahme an einer Meisterschaft in den USA. In Orlando ging es gegen die besten Teams.
01.06.2017, 15:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Maurice Reding
Wings of Fire erobern Amerika

Die Wings of Fire erfüllten sich mit der Teilnahme an den US-Meisterschaften einen Traum. Die Qualifikation dazu war ihnen bereits vergangenes Jahr in Paris gelungen.

FR

Orlando. Mehrfacher Deutscher Meister und Europameister – das waren die Jugend-Cheerleader der Bremen Firebirds, die Wings of Fire, bereits. Jetzt wurde für die Mädchen ein ganz großer Traum wahr: die Teilnahme an einer Meisterschaft in den USA. Bei dieser, die offiziell „The Summit – Varsity National Championship“ hieß und in Orlando stattfand, landeten die Wings of Fire auf Platz 19 unter 32 Startern und waren damit das beste Team Europas.

Für die Meisterschaft hatten sich die Cheerleaderinnen bereits im November vergangenen Jahres in Paris qualifiziert. In der französischen Hauptstadt wurden die Wings of Fire Varsity European Open Champion. Mit einem Full Paid Bid, also finanzieller Unterstützung, versuchten sie alles mögliche, um ihren Traum leben zu dürfen. „Hartes Training zusätzlich zum Regionalmeisterschaftstraining, Showauftritte, Flohmarktbesuch und Spendensammlung, all das zusammen machte den Traum dann wirklich wahr“, berichtete Nicole Balz, die mit ihrem Mann Alexander die Cheerleaderinnen trainiert. Mit den Achimern hatte das 17-köpfige Team samt der elf Begleitpersonen die optimalen Reiseführer, da Orlando die zweite Heimat von Alexander und Nicole Balz ist.

Am ersten Tag stand für die Cheerleader der Besuch der Weltmeisterschaft und die Unterstützung der Nationalteams an. Dabei sahen die Wings die Hallen, in denen sie später antraten, zum ersten Mal. Neben den sportlichen Eindrücken standen auch kulturelle Ausflüge auf dem Programm, wie beispielsweise der Besuch des Navy Seals Museums in Fort Pierce oder die Stadiontour beim American-Football-Team Tampa Bay Buccaneers. „Um die Natur, die Tiere und die Arbeit auf den Feldern rund um Kissimmee kennenzulernen, stand zudem eine Monstertrucktour durch die Citrusfelder von Clermont auf dem Programm“, erzählte Balz.

Training in gemieteten Schulhallen

Sportlich gab es für die Wings tägliche Trainingseinheiten, zwei davon in gemieteten Schulhallen bei den Top Allstar Teams in den USA. „Bei den Orlando Top Gun Allstars sah man, dass Cheerleading in den USA alleine vom Trainingsort und Equipment ein gigantischer Unterschied zu Bremen ist. Hier teilen wir uns eine kleine Grundschulhalle mit zwei Teams, weil keine Hallen vorhanden sind. Die Orlando Top Gun Allstars haben dagegen in ihrer eigenen Halle Platz für vier Spring Floor, einen Normalfloor und einen Airtrack sowie eine Schnitzelgruppe. Es gibt einen Wartebereich für die Eltern mit Fernsehern, auf denen sie das Training verfolgen können und wo es einen eigenen Shop für Teamkleidung gibt“, sagte Balz.

Das Training in den Schulhallen beflügelte die Wings, sodass sie immer stärker an ihr Ziel „fehlerfreie Routine“ glaubten. Der Besuch beim Training des Claw6 Teams aus Texas und die Einladung, das Tryout für die Cheerleader der University of Florida (UCF) zu besuchen, sorgten für zusätzliche Motivation.

Einzug ins Halbfinale

Dann war es für die Wings of Fire soweit. In der Wildcard-Runde traten sie gegen zehn Teams an und lieferten den gewünschten fehlerfreien Auftritt. „Damit hatten wir einen Platz im Halbfinale sicher“, berichtete Balz. In diesem mussten die Wings gegen 20 Teams ran, von denen es zehn ins Finale schaffen sollten. „Bei der enormen Konkurrenz aus den USA schätzten wir unsere Chancen realistisch ein, wollten das beste Team Europas sein und nicht Letzter werden“, sagte Balz. Genauso kam es dann auch: Den Einzug ins Finale schafften die US-Teams wie Top Gun, California Allstars, Brandon Allstars oder GymTyme. Am Ende ließen die Wings jedoch die gesamte Konkurrenz aus Europa hinter sich. Die Cheerleader lieferten zweimal eine so genannte Hit Zero Routine und verbesserten ihren Punkteschnitt von der Regionalmeisterschaft im Februar von 59,8 auf 83,6 Prozent. „Wir waren megastolz auf Platz 19. Vor allem, weil wir im Senior-Coed-Bereich antreten mussten, da die Altersklassen in den USA anders aufgeteilt sind als bei uns“, freute sich Balz. Unmittelbar danach stand für die Wings of Fire eines fest: „Wir kommen wieder, keine Frage“, versicherte Nicole Balz.

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