Rückblende 2009/2010: Fußball-Bremen-Ligist TSV Melchiorshausen

'Wir gehören in diese Liga'

Melchiorshausen. Es war diese 88. Minute des letzten Spieltages der Bremen-Liga, die den Fußballern des TSV Melchiorshausen so schnell nicht aus den Köpfen gehen wird. Durch den 2:1-Siegtreffer von Reiner Klausmann beim FC Oberneuland II zog das Team um Spielertrainer Markus Hoßfeld den Kopf noch einmal aus der Schlinge, am Ende reichte es doch noch zum Klassenerhalt.
17.06.2010, 10:51
Lesedauer: 2 Min
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'Wir gehören in diese Liga'
Von Malte Bürger

Melchiorshausen. Es war diese 88. Minute des letzten Spieltages der Bremen-Liga, die den Fußballern des TSV Melchiorshausen so schnell nicht aus den Köpfen gehen wird. Durch den 2:1-Siegtreffer von Reiner Klausmann beim FC Oberneuland II zog das Team um Spielertrainer Markus Hoßfeld den Kopf noch einmal aus der Schlinge, am Ende reichte es doch noch zum Klassenerhalt. 'Natürlich ist man nach solch einem Finale zufrieden mit der Saison', meint Hoßfeld, 'auch wenn es über die gesamte Spielzeit gesehen natürlich immer wieder Probleme gab'.

Es waren diese Probleme, die Spieler, Zuschauer und Verantwortliche gleichermaßen mit dem Kopf schütteln ließen. 'Es fehlte immer wieder die Konstanz, wir haben in den entscheidenden Momenten viel zu viele individuelle Fehler produziert', erinnert sich Hoßfeld an die weniger schönen Momente zurück. Besonders einige Auswärtspartien sind haften geblieben. 'Da ist das 3:6 in Blumenthal, bei dem wir nach 25 Minuten 3:0 führen und doch noch verlieren. Dann das Spiel beim OSC Bremerhaven, bei dem es die beiden Gegentore in der 90. und 92. Minute gibt', meint der Coach. 'Wenn ich nur diese Spiele sehe, ist es kein Wunder, dass wir auswärts nur neun Punkte geholt haben.' Ein Kuriosum also, dass ausgerechnet in der Fremde der Ligaverbleib glückte.

Eigene Hausaufgaben machen

Noch einige Spieltage zuvor sah der TSV wie der sichere Absteiger aus. 'Einige haben uns ja schon abgeschrieben, aber solange rein theoretisch noch alles möglich war, haben wir immer daran geglaubt', betont Hoßfeld. 'Und im Endeffekt hat sich das ja auch ausgezahlt.' So habe er seine Schützlinge stets darauf eingeschworen, die 'eigenen Hausaufgaben zu erledigen, für den Fall, dass die anderen patzen'.

Gefeierter Held war letztlich Reiner Klausmann, der nur wenige Momente nach seiner Einwechslung das erlösende Tor erzielte. Doch eben dieser 'Retter' hat nun seinen Abschied erklärt (wir berichteten). 'Allein als Mensch ist Reiner natürlich überhaupt nicht zu ersetzen. Ich hoffe deshalb, dass er uns auf irgendeine Art und Weise die Treue hält und ab und zu einmal vorbeischaut', erzählt der Übungsleiter. 'Sportlich gesehen hat er wegen einiger Verletzungen zuletzt aber kaum noch spielen können, und ich denke, dass er in der Rückrunde auch richtig gut von Marco Licht ersetzt wurde.'

Dennoch wurde beim TSV bereits nachgerüstet. Mit Jan Wittenberg kommt ein Defensiv-Experte vom Bezirksliga-Absteiger TuS Syke, um mögliche Löcher zu stopfen. Darüber hinaus bleibt Jan Klinkenborg der Mannschaft nun doch erhalten. 'Abgesehen von Reiner bleiben alle Spieler zusammen. Wir verfolgen jetzt das Ziel einen Kader von 21 bis 23 Mann zusammenzustellen, um dann breiter aufgestellt zu sein, einen größeren Druck untereinander aufzubauen und dadurch dann auch die Vielzahl an individuellen Fehlern während des Spiels zu minimieren', erklärt Hoßfeld.

Im August geht das Abenteuer Bremen-Liga in eine neue Runde, vielleicht jedoch mit einem weniger nervenaufreibenden Finale als zuletzt, aber ähnlich positivem Ausgang. 'Unser Anspruch ist es, in der höchsten Liga Bremens zu spielen. Und vom fußballerischen Potenzial her, gehören wir dort auch unbedingt hin', ist Markus Hoßfeld überzeugt.

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