Uli Borowka über seine Aussprache mit Werder – und was noch besprochen werden muss „Wir haben das unter Männern geklärt“

Herr Borowka, vergangene Woche gab es überraschend eine Aussprache zwischen Werder und Ihnen. Wie ist es dazu gekommen?Uli Borowka: Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald hat den Schritt auf mich zu gemacht. Den ersten Kontakt zwischen uns beiden gab es bereits vor zwei Jahren, was damals niemand wusste.
26.07.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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„Wir haben das unter Männern geklärt“
Von Christoph Sonnenberg

Herr Borowka, vergangene Woche gab es überraschend eine Aussprache zwischen Werder und Ihnen. Wie ist es dazu gekommen?

Uli Borowka: Vereinspräsident Hubertus Hess-Grunewald hat den Schritt auf mich zu gemacht. Den ersten Kontakt zwischen uns beiden gab es bereits vor zwei Jahren, was damals niemand wusste. Danach ist der Draht nie abgerissen. Der Präsident ist mein Ansprechpartner bei Werder, und das wird so bleiben.

Lange Zeit haben beide Parteien wenig freundlich übereinander geredet, aber nicht miteinander. Sind denn jetzt alle Probleme ausgeräumt?

Nein, es ist nicht alles ausgeräumt, dazu reicht ein Gespräch nicht. Es wird weitere geben müssen. Aber wir haben einen Anfang gemacht. Der Präsident hat alles eingehalten, was abgesprochen war. So ist eine Vertrauensbasis aufgebaut worden, das ist erst mal wichtig.

Werden Sie nun wieder häufiger im Weserstadion sein?

Zum Heimspiel gegen Bayern bin ich eingeladen und komme sehr gerne. Eine schöne Geste. Was danach passiert, werden wir sehen. In Bremen bin ich ohnehin häufiger und immer gerne. Es wird künftig einige Projekte in Bremen geben, die mir sehr am Herzen liegen.

Sie haben sich oft kritisch mit Werder auseinandergesetzt, was viele im Klub sehr verärgert hat. War es Gesprächsthema, ob Sie sich künftig mit öffentlicher Kritik zurückhalten?

Das wurde zu keiner Sekunde thematisiert. Ich denke, der Präsident weiß, dass er mit mir darüber nicht reden muss. Ich werde immer eine klare Meinung haben, ich werde immer Uli Borowka sein. Und wenn die Mannschaft wieder über 60 Gegentore kassiert – was ich nicht hoffe –, werde ich das selbstverständlich bemängeln. Das ist für mich völlig normal. Ein Klub braucht Reibungspunkte, konstruktive Kritik hilft. Nur mit Ja-Sagern geht es nicht voran.

Hubertus Hess-Grunewald hat bekanntgegeben, dass Sie trotz Aussprache nicht zum 25-jährigen Jubiläum des Europapokal-Siegs von 1992 kommen werden. Wieso nicht?

Den Grund habe ich dem Präsidenten mitgeteilt, aber er bleibt unter uns. Im Moment ist das noch nichts für die Öffentlichkeit. Wir haben das unter Männern geklärt. Die Entscheidung hatte ich auch schon vor dem Gespräch getroffen, und ich bleibe dabei. Es hat aber nichts mit einem ehemaligen Trainer oder Mitspielern zu tun.

Der Klub hat angekündigt, mit Ihrem Projekt zur Suchtprävention zusammenzuarbeiten. Gibt es bereits konkrete Pläne?

Nein, das werden erst die Gespräche in den nächsten Monaten ergeben. Was das konkret ist, müssen wir in Ruhe ausloten. Da reicht es nicht, etwas anzukündigen. Aber es wäre eine schöne Sache, zusammen mit „Werder bewegt“ etwas auf die Beine zu stellen. Wenn wir etwas finden, was zu beiden Seiten passt, würde ich mich freuen.

Im Hinblick auf die neue Saison: Was passt bei Werder zusammen?

Ich freue mich, dass es einen Spieler wie Thomas Delaney gibt. Er trägt die richtige Rückennummer (die 6, wie einst Borowka; Anm. d. Red.) und ist ein richtiger Leader. In der Innenverteidigung und im Sturm sollte noch etwas passieren. Und ich hoffe, dass niemand auf die Idee kommt, nach Serge Gnabry auch noch Max Kruse wegzuholen.

Was ist für Werder drin?

Das Auftaktprogramm ist brutal schwer. Wie es ist, nach einem Fehlstart gleich der Musik hinterher zu laufen, haben wir vergangene Saison erlebt. Aber wird der Kader noch etwas nachgebessert, sollte es für das gesicherte Mittelfeld reichen. Das Potenzial hat die Mannschaft.

Die Fragen stellte Christoph Sonnenberg.

Zur Person

Uli Borowka stand zwischen 1987 bis 1996 insgesamt 239 Mal für Werder auf dem Platz. Nach seiner Karriere geriet er wegen Alkoholproblemen in die Öffentlichkeit. Inzwischen engagiert er sich für Suchtprävention, und hat dazu auch ein Buch („Volle Pulle“) geschrieben.
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