Nachgefragt: Wildeshausens Kapitän Sebastian Pundsack über den Abstiegskampf „Wir haben es selbst in der Hand“

Herr Pundsack, nach der 0:2-Heimniederlage des VfL Wildeshausen in der Fußball-Landesliga gegen den TuS Bersenbrück hat Ihr Trainer Marcel Bragula die Mannschaft öffentlich scharf kritisiert. Fiel die interne Ansprache ähnlich deftig aus?Sebastian Pundsack: Ja. Es ist doch klar, dass der Trainer in unserer aktuellen Situation auch mal etwas deutlicher werden muss.
10.05.2016, 00:00
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Herr Pundsack, nach der 0:2-Heimniederlage des VfL Wildeshausen in der Fußball-Landesliga gegen den TuS Bersenbrück hat Ihr Trainer Marcel Bragula die Mannschaft öffentlich scharf kritisiert. Fiel die interne Ansprache ähnlich deftig aus?

Sebastian Pundsack: Ja. Es ist doch klar, dass der Trainer in unserer aktuellen Situation auch mal etwas deutlicher werden muss. Positiv kann man die Ergebnisse aus den letzten Wochen ja einfach nicht sehen. Sicherlich haben zu seiner Stimmung nach dem Bersenbrück-Spiel auch unsere Auftritte in den Spielen davor beigetragen. Seine Kernaussage war aber, dass es jetzt weitergeht und es nichts bringt, die Köpfe in den Sand zu stecken.

Wie beurteilen Sie denn die Leistung Ihres Teams gegen Spitzenreiter Bersenbrück?

Ich finde, dass wir es über weite Strecken gut gemacht haben. Defensiv haben wir zu Beginn das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Dann waren wir einmal nicht nah genug dran und kassieren sofort das 0:1. Danach mussten wir irgendwann aufmachen, und gleich bei unserem zweiten Fehler fällt das 0:2. Da kommt dann eins zum anderen. Ganz so negativ sehe sich unsere Leistung aber nicht.

Nun wartet Wildeshausen schon seit acht Spielen auf einen Sieg, hat die letzten sechs Partien sogar allesamt verloren. Davor gab es zehn Spiele ohne Niederlage. Wieso läuft es plötzlich nicht mehr?

Das ist schwer zu sagen. Im Fußball spielt sich eben viel im Kopf ab. Es ist einfach leichter, mit zwei Siegen im Rücken ins nächste Spiel zu gehen, als wenn man vorher zweimal verloren hat. Zuletzt war das Glück leider nicht auf unserer Seite, was zum Beispiel das späte Gegentor in Nordhorn zeigt (Wildeshausen verlor mit 1:2, Anm. d. Red.). Irgendwann führen solche Sachen beim ein oder anderen zu einer Art Blockade im Kopf, und da ist es schwer, wieder rauszukommen. Das kann uns nur gelingen, wenn wir nicht auf schönen Fußball setzen, sondern auf Einsatz und Kampf.

Nach der langen Serie ohne Niederlage stand Wildeshausen ziemlich weit oben in der Tabelle, jetzt geht es plötzlich wieder ums Überleben. Wie geht die Mannschaft damit um?

Das ist kein Problem für uns, weil es keine neue Situation ist. Für uns ging es seit dem ersten Spieltag nur um den Klassenerhalt. Jetzt sind es noch fünf Spiele, und wir haben es selbst in der Hand. Auch als es gut lief war uns allen klar, dass es in dieser Liga ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen kann. Überrascht ist also niemand.

Sie selbst sind Kapitän und zugleich der Torhüter der Mannschaft. Was können Sie persönlich tun, um die Talfahrt zu stoppen?

Ich kann eine positive Einstellung haben und vorleben. Klar ist es momentan ziemlich schwierig, aber wenn wir uns gegenseitig unterstützen, dann kommen wir da auch wieder raus. Dabei geht es darum, den einzelnen Mannschaftsteilen Rückhalt zu geben, auch wenn es gerade nicht so gut läuft, der Angriff zum Beispiel nicht so trifft, wie wir es alle gerne hätten.

Fühlen Sie sich im Tor da nicht manchmal etwas machtlos?

(lacht) Ja, natürlich sind die Wege für mich ziemlich weit, aber ich versuche immer mein Bestes auf meiner Position zu geben und der Mannschaft damit zu helfen. Wenn das jeder macht, dann sehe ich am Freitag gute Chancen für uns.

Sie sprechen es selbst an. Am Freitag geht es zum TV Dinklage, der momentan den ersten Abstiegsplatz belegt und nur noch zwei Punkte hinter Ihrer Mannschaft liegt...

Ja. Wir alle wissen, dass dieses Spiel sehr, sehr wichtig ist.

Ist es für Wildeshausen schon ein Endspiel?

Eines von noch fünf Endspielen, wenn man so will. Es geht um sehr viel.

Wie richtungsweisend ist das Ergebnis denn in Ihren Augen?

Wir können mit einem Sieg einen großen Schritt machen, bei einer Niederlage aber auch noch weiter unten reinrutschen. Ganz egal, wie es ausgeht: Danach haben wir noch vier Spiele, in denen alles möglich ist. Trotz unserer Negativserie gehe ich davon aus, dass wir in Dinklage gewinnen und es danach wieder besser für uns läuft.

Das Gespräch führte Daniel Cottäus.

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