Nachgefragt: Co-Trainer Peter Görke zum möglichen Ausfall des kompletten Wildeshauser Torjäger-Duos

'Wir können die beiden nicht ersetzen'

Die erste Saisonniederlage kassiert, die Tabellenführung abgegeben sowie der verletzungsbedingte Ausfall des mit Kai Schmale und Sascha Görke torgefährlichsten Duos der Fußball-Bezirksliga - das 1:2 beim TuS Obenstrohe mutierte für den VfL Wildeshausen zum Super-GAU. Einen Tag nach dem bisherigen Tiefpunkt der Serie blickte Co-Trainer Peter Görke aber schon wieder etwas optimistischer in die nahe Zukunft. Im Gespräch mit unserem Redakteur Rainer Jüttner verkündete Görke nicht nur das neueste ärztliche Bulletin, sondern unter anderem auch die Maßnahmen, mit der die immer noch drohende Lücke in der Offensive geschlossen werden soll.
05.10.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Die erste Saisonniederlage kassiert, die Tabellenführung abgegeben sowie der verletzungsbedingte Ausfall des mit Kai Schmale und Sascha Görke torgefährlichsten Duos der Fußball-Bezirksliga - das 1:2 beim TuS Obenstrohe mutierte für den VfL Wildeshausen zum Super-GAU. Einen Tag nach dem bisherigen Tiefpunkt der Serie blickte Co-Trainer Peter Görke aber schon wieder etwas optimistischer in die nahe Zukunft. Im Gespräch mit unserem Redakteur Rainer Jüttner verkündete Görke nicht nur das neueste ärztliche Bulletin, sondern unter anderem auch die Maßnahmen, mit der die immer noch drohende Lücke in der Offensive geschlossen werden soll.

Herr Görke, Ihr Sohn hat sich nach dem Zusammenprall mit dem Obenstroher Torwart direkt nach dem Spiel im Wildeshauser Krankenhaus durchchecken lassen. Was ist dabei herausgekommen?

Peter Görke: Sein großer Zeh war gottseidank nicht gebrochen, aber ausgerenkt und zudem stark gedehnt. Sein großer Onkel hat er sich übrigens ohne Narkose gleich wieder einrenken lassen. Jetzt kommt er natürlich erst einmal in keinen Fußballschuh mehr rein. Der Arzt sprach von einer normalen Heilungsdauer von zwei bis drei Wochen. Aber Sascha ist natürlich heiß aufs Fußballspielen. Vielleicht könnte er den Zeh ja tapen, aber ich stecke da natürlich nicht drin. Am Sonntag im Derby gegen den TV Jahn wird er aber sicherlich nicht auflaufen können.

Das zweite Sorgenkind aus dieser Partie heißt Kai Schmale, hat mit bisher neun Toren einen Treffer mehr als Sascha Görke erzielt und fiel gestern mit einer Oberschenkelblessur aus. Wie sieht es bei ihm aus?

Das weiß man noch nichts Genaues. Er hatte ein heftiges Ziehen im Oberschenkel, wobei wir davin ausgehen, dass es sich eher um eine Prellung, als um eine Zerrung handelt. Das Dienstag-Training wird er vermutlich ausfallen lassen, ansonsten steht hinter seinem Einsatz ein großes Fragezeichen.

Nicht nur hinter ihm. Auch die Frage nach möglichem Ersatz für dieses dynamische Duo dürfte schwer zu beantworten sein.

Wenn man ehrlich ist, können wir die beiden nicht ersetzen. Und dass in dieser Phase der Saison, in der in den nächsten drei Wochen so wichtige Spiele wie gegen Jahn, Eversten und Heidkrug anstehen.

Wer könnte denn annähernd die Position eines Kai Schmale ausfüllen?

Da wäre vielleicht ein Julian Büttelmann, der ja auch jetzt gegen Obenstrohe für Kai kam. Aber Julian weist durch seine berufliche Beanspruchung Trainingsrückstand auf. Das wird sicherlich nicht so schnell gehen. Für Sascha musste in Obenstrohe Benjamin Bohrer seine rechte Seite verlassen und ins Mittelfeld rücken. Aber genau das ist bei unserem kleinen Kader von gerade einmal 17 Spielern - darunter ein zweiter Torwart - schon ein Problem.

Das heißt im Klartext, das Gesamtgefüge in der Mannschaft passt bestens zusammen, aber wenn eine Komponente ausfällt, wird es schwierig?

Genau. Das gilt zum Beispiel auch für unsere Abwehr, die gerade einmal fünf Gegentreffer zugelassen hat. Wenn da wie jetzt am kommenden Sonntag zum Beispiel Kai Meyer fehlt, kann der nicht so ohne weiteres ersetzt werden.

Welche Möglichkeiten der Kadererweiterung bieten sich denn in Wildeshausen?

Darüber haben wir uns schon auf der Rückfahrt aus Obenstrohe einen Kopf gemacht. Natürlich können wir in Absprache mit den jeweiligen Trainer aus der A-Jugend und der zweiten Mannschaft Spieler bekommen. Zum Beispiel der A-Jugendliche Liridon Stubbla, der auch von seinen körperlichen Möglichkeiten eine echte Alternative im Sturm wäre. Das geht aber alles nur, wenn es passt. Denn auch Spiele der A-Junioren sind für uns natürlich wichtig.

Waren die Verletzungen von Görke und Schmale für Sie Folgen einer besonders harten Spielweise der Obenstroher?

Wir wussten im Vorfeld, dass sie sehr robust spielen, und sicherlich will ich das jetzt auch nicht überbewerten. Im Fall von Sascha gehen er und der Torwart voll zum Ball, das kann passieren, aber es sah schon sehr gefährlich aus. Zumindest im Vergleich zu den vorausgegangenen Spielen war das doch schon ein anderes Einsteigen. Sicherlich wäre es gut gewesen, wenn der Schiedsrichter da rechtzeitig eingeschritten wäre.

Wie tief sitzt die Enttäuschung in der Mannschaft nach diesem Spiel?

Es waren schon alle geknickt, auch wenn wir wussten, dass es nicht immer so erfolgreich weitergehen kann. Danach im Bus war die Stimmung schon wieder viel besser. Dieses Spiel hat uns keinen Knacks gegeben.

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