Nachgefragt: Hudes Kapitän Cüneyt Yildiz über den alten Trainer, den neuen Trainer und die Stimmung im Team „Wir sind noch enger zusammengewachsen“

Herr Yildiz, nach turbulenten Wochen mit der ungewöhnlich frühen Entlassung von Trainer Steffen Janßen und der Verpflichtung seines Nachfolgers Lars Möhlenbrock hat der FC Hude am Sonntag endlich mal wieder für positive Nachrichten gesorgt. War der 3:2-Sieg im Bezirksliga-Derby gegen den VfL Stenum eine Befreiung für die Mannschaft?Cüneyt Yildiz: Auf jeden Fall, nur so kriegt man wieder Ruhe ins Umfeld und in die Mannschaft. Die Jungs hatten einfach richtig Bock aufs Kicken, das hat man gegen Stenum gemerkt.
20.09.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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„Wir sind noch enger zusammengewachsen“
Von Christoph Bähr

Herr Yildiz, nach turbulenten Wochen mit der ungewöhnlich frühen Entlassung von Trainer Steffen Janßen und der Verpflichtung seines Nachfolgers Lars Möhlenbrock hat der FC Hude am Sonntag endlich mal wieder für positive Nachrichten gesorgt. War der 3:2-Sieg im Bezirksliga-Derby gegen den VfL Stenum eine Befreiung für die Mannschaft?

Cüneyt Yildiz : Auf jeden Fall, nur so kriegt man wieder Ruhe ins Umfeld und in die Mannschaft. Die Jungs hatten einfach richtig Bock aufs Kicken, das hat man gegen Stenum gemerkt. Natürlich war die Mannschaft vorher auch verunsichert. In der letzten Saison waren wir Kreisliga-Meister, dann sind wir mit fünf Niederlagen aus sechs Spielen in die Bezirksliga gestartet. Wir wussten zwar, dass es in der neuen Liga schwieriger wird, aber trotzdem zeigen solche Misserfolge Wirkung. Daher war der Sieg gegen Stenum sehr wichtig.

Lars Möhlenbrock hat erst eine Woche vor dem Spiel das Traineramt übernommen. Welchen Anteil hatte er an dem Erfolg?

Er hat ganz sicher seinen Teil dazu beigetragen. Er hat uns super auf das Spiel vorbereitet, hat uns Mut zugesprochen und uns an unsere Stärken erinnert. Dadurch sind wir mit der richtigen Überzeugung ins Derby gegangen. Schon zur Pause gab es ja Applaus von den Zuschauern. Dazu hatte Lars ein absolut glückliches Händchen. Er hat Baris Sarikaya aus der zweiten Mannschaft geholt, gleich als Linksverteidiger aufgestellt, und Baris hat über 90 Minuten ein super Spiel gemacht. Tolga Üzüm wollte ausgewechselt werden. Da hat Lars zu ihm gesagt, er soll noch zwei Minuten durchhalten. Und dann macht Tolga kurz darauf unser Siegtor.

Sie haben mit Lars Möhlenbrock schon zusammengespielt, als er noch im Tor des FC Hude stand. Ist er jetzt genau der richtige Trainer für die Mannschaft?

Ja, Lars war als Spieler schon jemand mit einer besonderen Ausstrahlung. Das hat man gleich beim ersten Training gemerkt. Er hatte ja auch höherklassig gespielt und war natürlich sofort Führungsspieler. Ich war damals schon Kapitän, und Lars hat mir viel geholfen. Als Trainer kenne ich ihn jetzt zwar noch nicht, aber ich denke, dass er zu uns passt.

Von Steffen Janßen ließ sich das nicht unbedingt sagen. Nach gerade einmal fünf Spieltagen musste er den FC Hude schon wieder verlassen, weil die Mannschaft mehrheitlich gegen ihn war. Wie kam es dazu?

Ich kenne Steffen schon länger, denn er war auch mein Trainer in der U19 des VfL Oldenburg. Er ist ein guter Trainer und menschlich korrekt. Dass er gehen musste, lag nicht am Fachlichen. Irgendwie hat es mit der Mentalität der Spieler aber nicht gepasst, und der Funken sprang nicht über. Die Chemie stimmte nicht.

Hat dann letztlich die Mannschaft entschieden, dass es nicht mehr weitergeht?

Die Mannschaft entscheidet natürlich nicht alleine über ein Trainerschicksal, dafür gibt es schließlich einen Vorstand. Das Ergebnis der Abstimmung war aber so krass, dass auch für den Vorstand die Sache klar war.

Direkt nach Janßens Entlassung haben sich auch die Spieler Patrick Holleboom, Sven Hörnlein, Norman Holzenkamp und Thilo Frölich aus Hude verabschiedet. Hat die Trainerfrage also die Mannschaft gespalten?

Nein, es herrscht keine Unruhe in der Mannschaft. Natürlich ist es ungewöhnlich, dass Spieler während der Saison gehen, aber diese Entscheidungen muss man respektieren. Unabhängig vom Abstimmungsergebnis hätte jeder Spieler gerne bei uns bleiben können. Man spielt ja eigentlich für den Verein und nicht für den Trainer. Wenn man einen Weg zusammen beginnt und nicht weitergeht, ist es schon traurig. Die Mannschaft ist dadurch aber noch enger zusammengewachsen. Zum Glück haben wir die zweite Herren und eine starke A-Jugend. Dadurch sind wir breit genug aufgestellt.

Die Qualität reicht also aus, um den Klassenerhalt zu schaffen?

Der Kader ist ganz klar bezirksligatauglich. Das hat man doch beim Sieg gegen Brake gemerkt. Ich habe neulich ein Jubelbild gesehen mit fünf Spielern von uns und habe gedacht: Die sind ja alle U21. Wir haben viele junge Leute mit Qualität. Nur die Erfahrung fehlt ihnen, aber dafür sind ja Spieler wie Julian Arciszewski oder ich da. Wir müssen den Jungs den Weg zeigen.

Sie fehlten allerdings zuletzt. Wann sind Sie wieder dabei?

Ich hatte Oberschenkelprobleme, und Lars wollte gegen Stenum noch kein Risiko eingehen. Am Sonnabend beim VfB Oldenburg II kann ich aber wohl wieder spielen.

Kehrt mit Ihnen dann auch die alte Stärke bei Standardsituationen zurück? In der Kreisliga waren die scharf aufs gegnerische Tor getretenen Huder Eckbälle eine echte Waffe, in der Bezirksliga bisher nicht.

Wir haben ja durchaus nach Standards getroffen. Torben Liebsch hat jetzt gegen Stenum einen Freistoß verwandelt, ich gegen Brake. Bei den Ecken hatte Steffen Janßen einige Änderungen eingeführt. Jetzt trainieren wir wieder die alte Variante und werden bestimmt zu alter Stärke zurückfinden.

Die Fragen stellte Christoph Bähr.

Zur Person

Cüneyt Yildiz ist beim Fußball-Bezirksligisten FC Hude der Lenker im Mittelfeld und der Mannschaftskapitän. Seine Eckbälle und Freistöße sind bei Gegnern gefürchtet. Der 25-Jährige spielte in der Jugend für den VfB und den VfL Oldenburg. Im Herrenbereich war Yildiz für den VfL Stenum und den TV Munderloh aktiv, kehrte aber Anfang 2013 zu seinem Heimatverein FC Hude zurück.
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