Falkenburg wird bei der Hallenkreismeisterschaft Vierter – nicht zuletzt dank seines 40-jährigen Torhüters

Wo ein Vogel zwischen den Pfosten steht

Hude. Das Spiel um Platz drei war längst entschieden, da erhob Heiko Vogel noch einmal die Stimme. „Leute, stellt euch ein bisschen! Zuordnung!“, rief der Torhüter des TV Falkenburg – Augenblicke später schlug es hinter ihm zum 0:4 ein.
23.01.2015, 00:00
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Von Daniel Cottäus
Wo ein Vogel zwischen den Pfosten steht

Bester Keeper des Turniers: Falkenburgs Heiko Vogel.

Ingo Moellers

Das Spiel um Platz drei war längst entschieden, da erhob Heiko Vogel noch einmal die Stimme. „Leute, stellt euch ein bisschen! Zuordnung!“, rief der Torhüter des TV Falkenburg – Augenblicke später schlug es hinter ihm zum 0:4 ein. Vogel holte den Ball aus dem Netz und machte dabei ein Gesicht, als würde er das Turnier am liebsten vergessen wollen – schon im nächsten Augenblick setzte er aber ein breites Lächeln auf. Zu gut war es bisher für ihn und seine Falkenburger gelaufen, als dass eine Niederlage im letzten Spiel noch etwas kaputt machen könnte. 0:5 hieß es schließlich gegen den VfL Wildeshausen, geschenkt. Der TV Falkenburg beendete die Hallenfußball-Kreismeisterschaft in Hude als Vierter. Nur Sieger TV Munderloh, der Zweite Ahlhorner SV und eben Wildeshausen waren besser. Dementsprechend glücklich war Vogel: „Unsere Leistung war sensationell. Keiner hatte uns auf dem Schirm. Unglaublich!“

In der Tat galt der Tabellenletzte der Kreisliga vor dem Turnier nicht unbedingt als Kandidat auf die vorderen Plätze. Selbst wenn es 2013 zu Rang drei gereicht hatte – zu groß erschien die Konkurrenz, zu schwer allein schon die Vorrundengruppe mit Gegnern wie dem Bezirksligisten SV Tur Abdin oder den Kreisliga-Rivalen VfR Wardenburg und TV Dötlingen. „Aber dann haben wir gezeigt, was wir können“, sagte Vogel, inzwischen 40 Jahre alt. Nur vier Gegentore ließ er in fünf Gruppenspielen zu, was Falkenburg zu Platz zwei und zum Einzug in die Zwischenrunde verhalf.

Dort war die Defensive des Teams dann überhaupt nicht mehr zu bezwingen Gegen die Bezirksligisten TSV Ganderkesee (1:0) und Wildeshausen (0:0) sowie gegen die Kreisliga-Kontrahenten SV Baris (1:0) und TSV Großenkneten (3:0) stand jeweils die Null, was auch bei den anderen Vereinen Eindruck hinterließ. Baris-Coach Önder Caki sagte etwa: „Gegen Falkenburg zu spielen, macht keinen Spaß. Die rühren hinten nur Beton an, und das machen sie gut.“ Ronald Feist, Ganderkesees Co-Trainer, hielt fest: „Da war für uns überhaupt kein Durchkommen.“ Falkenburg gewann die Gruppe noch vor dem großen Favoriten aus Wildeshauen, musste sich im Halbfinale dann aber dem Ahlhorner SV beugen – 4:5. Der Bezirksligist benötigte fürs Weiterkommen allerdings das Neunmeterschießen und stieß auch dort auf reichlich Gegenwehr: Die Versuche von Pierre Ritter und Fabian Bakenhus machte Vogel mit tollen Reaktionen zunichte. „Heiko, Heiko, Heiko!“, ertönte es von der Tribüne, immer wenn sich der Keeper auf den Weg zwischen die Pfosten machte.

Seine starken Leistungen brachten dem 40-Jährigen schließlich verdientermaßen die Auszeichnung zum besten Torhüter des Turniers ein. Vogel selbst wollte das nicht überbewertet wissen: „Wir haben ein ganz dreckiges 4:0-System gespielt. Da sieht ein Torwart eben gut aus.“

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