Biathlon

Wolfs Revier am Grenzadler - Seuchenjahr vorbei

Oberhof. Alexander Wolf hat sich von seiner Zuschauerrolle bei der Biathlon-Weltcupstaffel in Oberhof schnell erholt. «Nach meinem Seuchenjahr muss ich die Entscheidung der Trainer akzeptieren. Wichtig ist, dass ich so schnell wie möglich das leidige Thema Olympia-Norm erledige», sagte er.
07.01.2010, 12:01
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Wolfs Revier am Grenzadler - Seuchenjahr vorbei

Optimist

dpa

Oberhof. Alexander Wolf hat sich von seiner Zuschauerrolle bei der Biathlon-Weltcupstaffel in Oberhof schnell erholt. «Nach meinem Seuchenjahr muss ich die Entscheidung der Trainer akzeptieren. Wichtig ist, dass ich so schnell wie möglich das leidige Thema Olympia-Norm erledige», sagte er.

Nach dem verkorksten vorolympischen Winter versprüht der zweimalige WM-Dritte von 2008 wieder Optimismus. «Das vergangene Jahr war schrecklich. Zu meinem 30. Geburtstag habe ich die Staffel in Hochfilzen vergeigt. Das ganze Jahr danach hatte ich Probleme. Vor einem Monat beim Saisonauftakt in Östersund ist sogar eine Patrone in meinem Gewehr explodiert. So etwas passiert alle hundert Jahre mal. Inzwischen ist die Waffe wieder topp gebaut. Doch seit meinem 31. Geburtstag kurz vor Weihnachten fühle ich, dass es aufwärts geht», erzählte der in Herges-Hallenberg, wenige Kilometer von Oberhof entfernt, wohnende Polizeihauptmeister.

Weihnachten habe er bei der Familie entspannt, danach ein paar Tage hart an der Grundlagenausdauer gearbeitet. Um die Schnellkraft zu schulen, hat er Sprünge aus dem Programm der Skispringer trainiert und war trotz prima Winterwetters sogar auf dem Laufband. «Da steht der Trainer am Knopf und bestimmt die Geschwindigkeit.» Bis zu 9,2 Meter pro Sekunde sei es da gegangen. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Laufleistung der Biathleten liegt - je nach Streckenprofil - um die sieben Meter pro Sekunde.

«Am Mittwoch bin ich im Training sechs Kilometer im Maximalbereich gelaufen. Endlich fühlte ich wieder einen explosiven Abdruck. Bis dahin wars immer so ein Einheitsschritt, bin ich wie die Frauen gelaufen, nicht so kraftvoll wie die besten Männer», erklärte der mit 13 Weltcupjahren dienstälteste deutsche Skijäger. Deshalb hofft er beim ersten Wettkampf als 31-Jähriger am Samstag auf einen Neubeginn.

Das Biathlon-Areal am Grenzadler soll wieder Wolfs Revier werden, in dem er schon zweimal aufs Podest gestürmt ist. Mit der Olympia- Norm will er weiter Selbstvertrauen tanken. Oft ging der erste oder der letzte Schuss daneben. «Das passiert nicht, wenn man ohne nachzudenken mit breiter Brust locker in den Wettkampf geht», meinte er und verwies auf das Jahr 2006 in Oberhof. «Das war mein erster Wettkampf im Gelben Trikot des Weltcupführenden. Da konnte mich nichts beeindrucken - und prompt wurde ich prima Zweiter.»

Dass er sich durch die lautstarken Zuschauer nervös machen lassen und übermotiviert agieren könnte, schließt Wolf aus. «Ich bin zwar noch ein junger Kerl, aber ein alter Hase. Da habe ich meinen Tunnelblick. Darüber hat sich schon meine Frau beschwert, weil ich sie übersehen habe, obwohl sie nur zwei Meter neben mir stand». (dpa)

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