Worpswedes Julian Webendörfer verwandelt Freistoß zum abschließenden 5:3 gegen SV Vorwärts Hülsen

Youngster mit herrlicher Torpremiere

In einer Partie ohne hohe Spielkultur, aber mit großem Unterhaltungswert hat sich der FC Worpswede mit 5:3 (2:1) gegen das Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga 3, SV Vorwärts Hülsen, durchgesetzt. Die Gastgeber als Tabellendritter mussten ab der 23. Minute in Unterzahl spielen, weil Innenverteidiger Lamine Diomande nach einem Gerangel mit Hülsens Kevin Dietrich wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte.
05.03.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Thomas Müller

In einer Partie ohne hohe Spielkultur, aber mit großem Unterhaltungswert hat sich der FC Worpswede mit 5:3 (2:1) gegen das Schlusslicht der Fußball-Bezirksliga 3, SV Vorwärts Hülsen, durchgesetzt. Die Gastgeber als Tabellendritter mussten ab der 23. Minute in Unterzahl spielen, weil Innenverteidiger Lamine Diomande nach einem Gerangel mit Hülsens Kevin Dietrich wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte.

Worpswede. Dass die Elf vom Weyerberg auf eigenem Platz fünf Treffer erzielt, ist durchaus nichts Ungewöhnliches. Dass sie gestern dagegen drei Gegentore durch den Tabellenletzten kassierte, sprach nicht für ein stabiles Abwehrverhalten. Eingespielt konnten die Worpsweder aber auch nicht sein. Zum einen wegen der langen Punktspielpause. Zum anderen wegen der neuformierten Innenverteidigung, in der neben Lamine Diomande der aus Bornreihe zum FC Worpswede zurückgekehrte Paul Hollwedel debütierte.

Innenverteidigung als Baustelle

Nach Diomandes Platzverweis rückte Hendrik Meinhardt um eine Position in die Viererkette zurück - wieder eine ganz neue Formation. Verständlich deshalb, dass der gesamte Defensivverbund vor allem in der hektischen Schlussphase mitunter arg ins Schwimmen geriet. Was im Übrigen auch für die Gäste-Elf von Trainer Maik Alpert galt: "Wir haben hinten nicht besonders sicher gestanden, und vor dem Tor fehlte uns die Routine."

Dass Worpswede nicht mehr als drei Gegentreffer fing, lag angesichts der Torchancen vor allem an Hülsens Abschlussschwäche. Immerhin sahen die Zuschauer reichlich Torraumszenen. Den vielleicht schönsten Treffer erzielte ein ganz junger Worpsweder: Der 19-jährige Rechtsverteidiger Julian Webendörfer machte sein erstes Punktspieltor für die FCW-Herren. Er zirkelte einen von Rasmus Berger herausgeholten Freistoß aus 18 Metern um die Mauer herum unhaltbar in den Winkel. Dass Webendörfer die zum 5:3 (90.+2) führende Standardsituation so erfolgreich nutzte, war kein Zufall. FCW-Trainer Carsten Huning hatte von draußen lautstark den Youngster zum Freistoß bestellt: "Ich wusste aus dem Training, dass Julian so etwas sehr gut kann, weil er viel daran gearbeitet hat. Und es war die richtige Position für einen Rechtsfuß."

Geordneten Spielfluss gab es dagegen kaum zu sehen, schöne Kombinationen hatten Seltenheitswert. Beide Teams versuchtene meist mit langen Bällen nach vorn zu kommen. "In der ersten Halbzeit haben wir uns dem Gegner angepasst und mitgebolzt", räumte Huning ein. Eines von vielen Fouls spielte sich zwischen Diomande und Dietrich ab (23.). In einem Gerangel am Boden hatte es zuerst ein Nachtreten des Hülseners gegeben, danach die Tätlichkeit des Worpsweders. Was Schiri Christian Reimker, der zunächst beiden Streithähnen Gelb zeigte, gar nicht selbst gesehen hatte: "Mein Assistent hat mich darauf hingewiesen, dass der Worpsweder seinem Gegenspieler an den Hals geschlagen hat." Diomande bestritt das. Trotz Unterzahl machte Worpswede Druck nach vorn, wurde bald mit dem 1:0 durch Manuel Weinrich belohnt, der Hülsens Keeper auskurvte und ins leere Tor verwandelte. Beim 2:0 (32.) half Hülsens Innenverteidiger Lasse Gehlich kräftig mit: Er köpfte einen Berger-Freistoß unhaltbar ins eigene Tor.

Nach zwei guten Chancen für Hülsens Marcel Meyer, darunter ein Lattentreffer, erzielte Klaas Kiesewetter per Kopf nach einer Dietrich-Ecke das 2:1 (44.).

Huning rief seine Elf auf, weiter offensiv zu spielen. Was sie auch tat. Berger setzte mit einem 40-Meter-Diagonalpass Weinrich ins Szene, der mit gekonntem Vollspannschuss zum 3:1 (57.) traf. Kevin Dietrich profitierte beim 3:2 (79.) von Worpswedes unsortierter Abwehr. Beim 4:2 (87.) durch einen Volleyschuss von Hayati Sicak aus kurzer Distanz fehlte Hülsen die Übersicht im eigenen Strafraum. Und ganz ähnlich nutzte auch Marcel Kruse eine Worpsweder Einladung zum 4:3 (87.).

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