Helikopter-Absturz bei Reality-Show / Französische Spitzensportler unter den Opfern Zehn Tote bei Dreharbeiten

Insgesamt zehn Menschen starben beim Absturz zweier Helikopter in Argentinien während der Aufnahmen zu einer Abenteuer-Sendung. Unter den Opfern sind mehrere ehemalige Spitzensportler.
11.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von BIRGIT HOLZER

Insgesamt zehn Menschen starben beim Absturz zweier Helikopter in Argentinien während der Aufnahmen zu einer Abenteuer-Sendung. Unter den Opfern sind mehrere ehemalige Spitzensportler.

Es sollten die fröhlichen Filmaufnahmen für eine Reality Show sein: „Dropped“, auf Deutsch „Ausgesetzt“, heißt das Format des französischen Privatsenders TF1, bei dem Spitzensportler abenteuerliche Herausforderungen meistern müssen. Doch in der Nacht auf Dienstag nahmen die Dreharbeiten in Argentinien ein dramatisches Ende: Beim Zusammenstoß zweier Hubschrauber in der bergigen Region La Rioja im Nordwesten des Landes kamen alle zehn Insassen ums Leben, unter ihnen berühmte Sportler: Die 57-jährige Seglerin Florence Arthaud, die 25-jährige Schwimmerin und Olympia-Siegerin Camille Muffat sowie der 28-jährige Boxer Alexis Vastine, ebenfalls ein erfolgreicher Olympia-Teilnehmer. Zu den Opfern gehören außerdem fünf Mitarbeiter der Filmproduktionsfirma Adventure Line Productions (ALP) sowie die beiden argentinischen Piloten. Nur wenige hundert Meter vom Startpunkt entfernt waren die beiden Maschinen, die für die Dreharbeiten gemietet wurden, kollidiert und brennend abgestürzt. „Es gab eine große Explosion und dann war alles in Flammen gehüllt“, zitierte die örtliche Zeitung „Nueva Rioja“ eine Radioreporterin, die Augenzeugin des Absturzes wurde. Wie es dazu kommen konnte, blieb zunächst unklar. „Die Wetterbedingungen waren gut“, sagte ein Sprecher der Provinz La Rioja. Das Unglück ereignete sich nach Medienberichten nahe der Ortschaft Villa Castelli. Die Bundespolizei habe Ermittlungen eingeleitet, eine Expertengruppe der Luftfahrtbehörde sei auf dem Weg. Auch in Frankreich wurden Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufgenommen, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. Möglicherweise hätten sich beide Maschinen in der Luft gestreift, teilte die Regionalregierung von La Rioja mit.

Angesichts des tragischen Ausgangs klingt das aus Schweden importierte Konzept der Show bitter: Die Teilnehmer kämpfen darin auf spielerische Art und Weise um ihr „Überleben“. Per Helikopter werden sie in der freien Natur ausgesetzt und müssen sich fast ohne Hilfsmittel mehrere Tage zurechtfinden. Ein Arzt und ein „Überlebensspezialist“ begleiteten die Teams. Das Unglück ereignete sich während der Dreharbeiten zur zweiten Folge, die vor einer guten Woche begonnen hatten. „Selbstverständlich“ würden sie abgebrochen, erklärte die Produktionsfirma.

„Es ist grauenvoll, es wird schwierig sein, die Leichen zu bergen. Die beiden Hubschrauber sind ausgebrannt“, sagte Bürgermeister Andrés Navarrete dem örtlichen Radiosender La Red. Das Team habe bereits zweimal in der Gegend gedreht, am Montag sollte der dritte Dreh beginnen.

In Frankreich löste die Nachricht tiefe Bestürzung aus. Präsident François Hollande erklärte seine „große Traurigkeit“ über den brutalen Tod seiner Landsleute. Auch Vertreter des französischen Sports reagierten erschüttert. „Das ist absolut dramatisch“, erklärte Denis Masseglia, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees. Segler-Kollegen würdigten Florence Arthaud: Als bislang einzige Frau gewann sie 1990 die Regatta „Route du Rhum“ und wurde im selben Jahr zu Frankreichs Sportlerin des Jahres gewählt. Der Boxer Vastine erkämpfte bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking Bronze im Halbweltergewicht. Schwimmerin Muffat gewann bei Olympia 2012 in London die Goldmedaille über 400 Meter Freistil, Silber über 200 Meter Freistil und Bronze mit der 4-mal-200-Meter-Freistil-Staffel. Im Juli 2014 gab sie überraschend ihr Karriere-Ende bekannt. Ihrem langjährigen Trainer Fabrice Pellerin erzählt sie noch vor wenigen Tagen von der Sendung: „Sie freute sich darauf. Das hörte sich an wie ein Abenteuer.“

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