Fußball-Bezirksligist entlässt Coach/Tabellensituation unbefriedigend/Manager Keller übernimmt für zwei Spiele Zeyreks Zeit als Abdin-Trainer abgelaufen

Solch eine turbulente Woche hat der SV Tur Abdin wohl selten erlebt: Erst zog das Sportgericht dem Fußball-Bezirksligisten drei Punkte ab, gestern verkündete der Verein dann die sofortige Trennung von Trainer Servet Zeyrek. Als Grund gab Manager Stefan Keller die sportliche Situation der Mannschaft an, die sich im Abstiegskampf befindet.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Zeyreks Zeit als Abdin-Trainer abgelaufen
Von Christoph Bähr

Solch eine turbulente Woche hat der SV Tur Abdin wohl selten erlebt: Erst zog das Sportgericht dem Fußball-Bezirksligisten drei Punkte ab, gestern verkündete der Verein dann die sofortige Trennung von Trainer Servet Zeyrek. Als Grund gab Manager Stefan Keller die sportliche Situation der Mannschaft an, die sich im Abstiegskampf befindet.

Im Sommer erstellte Stefan Keller eine Kandidatenliste. Der Manager des Fußball-Bezirksligisten SV Tur Abdin suchte einen Trainer, der perfekt zum Verein passt, und entschied sich schließlich für seinen Wunschkandidaten: Servet Zeyrek. Nach 16 Ligaspielen unter der Führung des 39-Jährigen passt es offenbar nicht mehr: Gestern trennte sich Tur Abdin von Zeyrek. Die Tabellensituation habe zu der Entscheidung geführt, erklärte Keller. „Wir befinden uns im Abstiegskampf, und damit sind wir nicht zufrieden.“

Die Vereinsführung habe sich einstimmig für die Entlassung ausgesprochen, berichtete der Manager. Zeyrek zeigte Verständnis für diesen Schritt: „Ich bin sehr überrascht darüber, kann den Verein aber verstehen. Die Spieler sollen kein Alibi mehr haben.“ Einen einstelligen Tabellenplatz hatten die Abdin-Verantwortlichen vor der Saison als Ziel ausgegeben, doch unter Zeyrek holte die Mannschaft nur 19 Punkte. In der vergangenen Woche zog das Bezirkssportgericht Tur Abdin dann auch noch drei Zähler ab, weil Schiedsrichter Eike-Frank Decker nach dem Spiel gegen den BV Bockhorn auf dem Stadionparkplatz bedroht worden war (wir berichteten). Jetzt liegt der Klub als Zwölfter nur noch zwei Punkte vor den Abstiegsrängen. Das Urteil habe die Situation verschärft, sei aber nicht ausschlaggebend für die Trennung von Zeyrek gewesen, sagte Keller.

Gespräche mit Kandidaten laufen

In den zwei verbleibenden Partien vor der Winterpause morgen beim SV Eintracht Wiefelstede und am 8. Dezember gegen den STV Voslapp betreut der Manager selbst die Mannschaft. Länger werde er diese Aufgabe aber auf keinen Fall übernehmen, unterstrich Keller, der während der Saison 2006/07 schon einmal Abdin-Coach war. „Aufgrund meines Berufes ist das zeitlich unmöglich für mich.“ Auch sein Managerkollege Edib Özcan kommt nicht mehr für den Trainerposten in Betracht. Also führt Keller bereits Gespräche mit potenziellen neuen Trainern. „Es geht um Nachfolgelösungen, da benutze ich bewusst die Mehrzahl“, sagte Keller. Es sei gut möglich, dass es einen neuen Verantwortlichen gibt, der Tur Abdin von der Winterpause bis zum Saisonende betreut und dann für einen anderen Coach Platz macht. Ein Kandidat für die Übergangszeit ist Yousef Yousef, der Tur Abdin bis Anfang dieses Jahres trainierte, jedoch von seinem Job zeitlich sehr beansprucht wird.

Gestern Abend wurde aber erst einmal das letzte Kapitel der Ära Zeyrek geschrieben: Vor dem Training erhielt der geschasste Trainer die Möglichkeit, sich von der Mannschaft zu verabschieden. „Das gehört sich einfach so“, sagte Zeyrek. Die anschließende Übungseinheit leitete Keller. Der Abschied stimme ihn traurig, erklärte Zeyrek. „Ich habe bei Abdin Freunde gewonnen. Der Mannschaft und dem Verein wünsche ich nur das Beste.“ Dass er vorzeitig gehen muss, liege nicht an ihm. „Ich habe keinen Fehler gemacht. Mein Training hatte Hand und Fuß“, betonte Zeyrek. Wegen beruflicher Verpflichtungen habe jedoch oft die Hälfte des Kaders bei den Übungseinheiten gefehlt. Dazu verletzten sich Leistungsträger wie Torhüter Mikel Kirst oder Paul Leis.

Abdin-Kapitän Leis zeigte sich gestern Nachmittag überrascht von der Entlassung des Trainers. „Ich war zuletzt wegen meiner Verletzung etwas außen vor, aber damit hätte ich nicht gerechnet“, gab er zu. Probleme zwischen Zeyrek und den Spielern habe es nicht gegeben. In der vergangenen Saison hatte sich Tur Abdin nach nur drei Monaten von Coach Matthias Lange getrennt, weil es zu Unstimmigkeiten mit der Mannschaft gekommen war.

Zeyrek dagegen galt mit seiner offenen Art als beliebt im Spielerkreis. Dass er mit jungen Leute gut zusammenarbeiten kann, hatte er bereits beim VfL Oldenburg und beim VfL Wildeshausen bewiesen, wo er mehrere Jugendteams trainiert hatte. Jetzt will der 39-Jährige so schnell wie möglich wieder eine Mannschaft übernehmen. „Ich liebe es einfach, den Spielern etwas beizubringen“, sagte Zeyrek. „Vor der Saison hatte ich mehrere Angebot. Ich hoffe, dass sich der ein oder andere Verein meldet.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+