Basketball-Oberliga

Zu Hause eine Macht

Zu Hause hat der Delmenhorster TV bislang nur ein Spiel verloren – ausgerechnet gegen das Tabellenschlusslicht. Nun empfing er den Spitzenreiter, und der Ausgang war wesentlich erfreulicher.
11.02.2018, 20:07
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Nico Nadig

Delmenhorst. Auf der kleinen Anzeigetafel liefen zwar noch die finalen vier, fünf Sekunden herunter, doch auf dem Parkett klatschten sich die Akteure bereits grinsend ab. Und als dann die Schlusssirene ertönte und der Sieg damit auch amtlich wurde, jubelten die Oberliga-Basketballer des Delmenhorster TV und die Zuschauer in der Stadtbadhalle ausgelassen: Mit 114:107 (58:56) bezwangen die Devils den aktuellen Spitzenreiter Bremen 1860. Dank des Erfolges sollte dem DTV der dritte Tabellenplatz eigentlich relativ sicher sein. „Wir haben verdient gewonnen, das war ein gutes Spiel vom gesamten Team“, freute sich Stacy Sillektis, Trainer der Devils.

Von Beginn an zeichnete sich ab, dass sich die Besucher des Oberliga-Spitzenspiels vor allem auf eines freuen durften: Offensive, Offensive und nochmals Offensive. Denn beide Defensivreihen ließen dem gegnerischen Angriff immer wieder zu viel Raum oder verschliefen die Rebounds. „Dadurch ist 1860 auch immer wieder herangekommen“, sagte Sillektis. Seine Fünf dominierte das Geschehen über das komplette erste Viertel hinweg. Die Wurfquote stimmte sowohl aus der Distanz als auch aus dem Nahbereich. Und da die Defensive einige Ballgewinne verzeichnete, bauten die Delmenhorster ihren Vorsprung auf sechs Punkte aus. Allerdings kam der Spitzenreiter wieder heran, was sich die Devils letztlich selbst zuzuschreiben hatten: Anspielfehler im Angriff, Nachlässigkeiten bei der Reboundarbeit und in der Defensive. Eine Auszeit brachte die Gastgeber jedoch wieder zurück in die Spur, und so ging es mit einem 31:25 in das zweite Viertel.

Beide Teams punkteten weiter ordentlich, wobei 1860 die schlechtere Wurfquote vorzuweisen hatte – teilweise wurden falsche Entscheidungen getroffen, oder die Devils störten noch rechtzeitig. Plötzlich wurde das Spiel auf beiden Seiten aber unruhig: Ein Ballverlust folgte auf den nächsten, überhaupt stieg die Fehleranzahl merklich. Und die Devils sorgten selbst dafür, dass ihr Vorsprung in dieser Phase dahinschmolz. Warum? Während sich 1860 wieder stabilisierte, agierten die Gastgeber weiter vogelwild. Statt Zeit von der Uhr zu nehmen und das Spiel zu beruhigen, wurde in steter Regelmäßigkeit jenseits der Dreierlinie abgefeuert, selbst wenn die Erfolgsaussicht relativ gering war. Sillektis: „Das war unsere einzige Schwächephase in dem Spiel.“ Mit einem wenig komfortablen 58:56-Vorsprung ging es in die Pause.

Offenbar kam die genau richtig. Denn die Devils nutzten sie, um sich wieder zu fangen und die finalen Minuten des zweiten Viertels abzuschütteln. In der Offensive spielten sie die Angriffe nun wieder besser aus, und weil die Wurfquote von 1860 noch immer alles andere als überragend war und der DTV sich gleichzeitig häufiger die Rebounds fischte, wuchs der Vorsprung wieder an. Abfinden wollte sich der Spitzenreiter mit der Niederlage aber keineswegs, schließlich ist seine Position nicht ungefährdet. Die Bremer stellten also ihre Verteidigung um, der ballführende DTV-Spieler wurde teilweise gedoppelt. Eine Taktik, die ihre Wirkung nicht verfehlte. Als den Gästen der 78:78-Ausgleich gelang, drohte die Partie zu kippen. Doch weil die Quote bei der Sillektis-Fünf weiterhin stabil blieb, ging sie zum Ende des dritten Viertels wieder mit 90:82 in Front – begünstigt durch drei erfolgreiche Freiwürfe von Terryl Woolery.

Im Schlussviertel verteidigten die Delmenhorster ihren Vorsprung clever. Sicherlich profitierten sie auch davon, dass die Bremer relativ schnell die Team-Foul-Grenze erreicht hatten und somit jedes weitere Vergehen ihrerseits den Delmenhorstern zwei Freiwürfe bescherte. Und von der Linie aus ließen die Devils nichts anbrennen. Der Vorsprung geriet somit nicht mehr wirklich in Gefahr. „Wir haben wieder gezeigt, dass wir zu Hause eine Macht sind. Die Jungs waren auch alle unglaublich heiß. 43 Punkte nach 13 Minuten sprechen da eine deutliche Sprache“, lobte Sillektis den Auftritt seiner Mannschaft.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+