Polo-DM in Langwedel Zu Hause siegt es sich am schönsten

Bei der Deutschen Meisterschaft im Polo der Spielklasse Medium Goal, die in Langwedel stattfand, trugen zwei Lokalmatadore den Titel davon.
18.06.2018, 14:21
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Zu Hause siegt es sich am schönsten
Von Patrick Hilmes

Links-vorn, rechts-hinten, links-hinten, rechts-vorn – das ist die Gangart Galopp. Es ist die schnellste Art der Fortbewegung auf einem Pferd. Und diese Gangart durfte über das gesamte Wochenende in Langwedel reichlich beobachtet werden. Mit einem Affenzahn galoppierten die Reiter auf ihren Pferden sitzend und den Holzschläger in der Hand schwingend einem kleinen weißen Ball hinterher, Körperkontakt der Pferde inklusive: Willkommen beim Polo. Und in Langwedel konnte nicht irgendein Poloturnier beobachtet werden, es ging um den Bremer Polocup, der gleichzeitig die Deutsche Meisterschaft der Spielklasse Medium Goal war.

Und wenn es um Siege geht, dann sind es die Heimsiege, die doch immer einen Ticken schöner sind. Solche Triumphe stellen alles andere in den Schatten, auch wenn es nicht der erste Titel gewesen sein sollte. So geschehen nun bei der Deutschen Meisterschaft. Lokalmatador Christian Badenhop schnappte sich mit dem Team OHB die Meisterschaft. Und der Mann aus Völkersen war nicht allein, denn auch Jan Toebbe aus Thedinghausen war Teil der OHB-Mannschaft. „Es ist immer schön, das Turnier zu gewinnen – egal, wo es stattfindet. Aber es zu Hause bei seinem Heimatverein zu gewinnen, das macht es nochmals etwas besonderer“, freute sich Badenhop über seine zweite Deutsche Meisterschaft. Vor drei Jahren krönte sich der Völkenser mit seinem damaligen Team bereits zum ersten Mal zu Deutschlands Bestem.

Vier Teams, die jeweils von Bremer Firmen gesponsert wurden, buhlten um den Sieg. Im Modus Jeder-gegen-jeden spielten sie gegeneinander. Und am Ende war klar: Das Team OHB war einfach nicht zu schlagen. 5:2 gegen Team Bankhaus Neelmeyer, 9:4 gegen Team Neusta und 11:3,5 gegen Team Rönner – die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Doch eine solche Souveränität war im Vorfeld nicht zu erwarten. Die Teams sind in der Regel nicht eingespielt, bewirbt sich doch ein Spieler für die DM und sucht sich dann seine Mitstreiter zusammen. So auch das Team OHB. „Wir haben natürlich versucht, das beste Team zusammenzuwürfeln. Und haben mit Christopher Kirsch und Moritz Gaedecke zwei sehr starke Spieler bekommen. Daher haben wir schon gedacht, dass wir gut abschneiden können, aber es ist immer auch etwas Glückssache dabei“, erzählt Badenhop.

Warum? Weil nicht einmal ein gemeinsames Training im Vorfeld möglich war. „Da Moritz aus Berlin und Christopher aus Holstein kommen, war das nicht möglich. Somit haben wir uns einfach auf gut Glück hier auf dem Feld getroffen und das Beste gegeben“, erzählt Christian Badenhop. Das Beste ist auch das Stichwort für seinen Teampartner Moritz Gaedecke, der wurde nämlich zum besten Spieler der Deutschen Meisterschaft gekürt. Den Titel des besten Polopferdes heimste La Ruana ein. Die neunjährige argentinische Vollblutstute von Patrick Ma­leitzke, der mit Team Neusta die Vizemeisterschaft feierte, wurde von den Schiedsrichtern des Turniers gewählt.

Nach Team Neusta folgte Team Bankhaus Neelmeyer auf dem Bronzerang, Platz vier blieb für Team Rönner übrig. Damit bewahrheitete sich die Aussage von Turnierleiterin Elisabeth von Lipinski im Vorfeld: „Meistens verlieren diese Teams trotz Torvorgabe dennoch.“ Mit diesen Teams meinte von Lipinski Mannschaften mit einem schlechteren Handicap. Team Rönner hatte lediglich eines von +4, die drei anderen Teams +6. Doch bei all dem sportlichen Ehrgeiz ging es den Teilnehmern insbesondere um Polo selbst. Und diese Sportart hinterließ abermals in Langwedel einen bleibenden Eindruck. Denn auch, wenn die Fußball-Weltmeisterschaft gerade allgegenwärtig ist: So schnelle Konter wie beim Polo gibt es auch derzeit in Russland nicht zu bestaunen.

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