A-Junioren des JFV Bremen wollen gegen Tuspo Surheide endlich den ersten Dreier einfahren

Zu stark, um gegen den Abstieg zu spielen?

Bremen-Nord. Der Jugend-Förderverein (JFV) Bremen-Nord kommt in der Winterrunde der Fußball-Verbandsliga der A-Junioren einfach nicht richtig in Tritt. Nach den ersten sieben Spieltagen, also nach mehr als der Hälfte der Saison, rangieren die Nordbremer ohne einen einzigen Sieg auf einem Abstiegsplatz.
13.10.2016, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Bremen-Nord. Der Jugend-Förderverein (JFV) Bremen-Nord kommt in der Winterrunde der Fußball-Verbandsliga der A-Junioren einfach nicht richtig in Tritt. Nach den ersten sieben Spieltagen, also nach mehr als der Hälfte der Saison, rangieren die Nordbremer ohne einen einzigen Sieg auf einem Abstiegsplatz. In der Sommerrunde hatte die Mannschaft um Kasim Uslu noch einen guten fünften Platz nach einem holprigen Saisonende belegt.

Lange Zeit hatte der Zusammenschluss zur Förderung des leistungsorientierten Jugendfußballs in Bremen-Nord der Klubs TSV Lesum-Burgdamm, SV Grohn und der SG Aumund-Vegesack in der Sommerrunde sogar die Tabelle angeführt. Doch dann wurde es ein wenig unruhig in der Mannschaft. Im Laufe der Sommerrunde löste Christian Thiemann Mirko Hoefermann, den jetzigen Coach der Regionalliga-A-Junioren des Blumenthaler SV, auf der Kommandobrücke ab. In der Winterserie sollte Thiemann dann eigentlich zusammen mit Olaf Mattner auf der Trainerbank Platz nehmen. Doch der im Februar beim damaligen Bremen-Ligisten FC Union 60 entlassene Übungsleiter überlegte es sich vor Beginn der neuen Spielzeit doch noch anders. „Olaf hat früh gemerkt, dass er lieber weiter im Herrenbereich tätig sein möchte“, teilt Christian Thiemann mit.

Dennoch wollten die Nordbremer gerne wieder oben angreifen. Es kam aber bekanntlich alles ganz anders. „Wir sind extrem unglücklich in die Saison gestartet. Außer gegen den JFV Bremerhaven und Bremer SV waren wir jedes Mal spielbestimmend und tonangebend, gewannen aber aus den verschiedensten Gründen nicht. Besonders im letzten Drittel sind wir zurzeit nicht durchschlagskräftig genug, um die richtig guten Chancen zu erspielen“, sagt Thiemann. Der Formation um Kapitän und Torwart Florian Alexander Schäfers gelangen in sieben Begegnungen gerade mal fünf Tore.

Christian Thiemann habe die Erwartungen aber bereits vor der Saison heruntergeschraubt: „Durch die Abgänge von Fabian Herbst und Mola Lamine Khan zum Blumenthaler SV sowie Mahdi Matar zur B-Jugend des JFV Bremerhaven war eigentlich von vornherein klar, dass es schwierig werden würde, wieder um die ersten Plätze mitzuspielen.“ Alle spielen in ihren neuen Mannschaften auch eine gute Rolle. Doch mit Kamil Maslowiec vom JFV Nordwest und Jonas Reinke aus dem Regionalliga-Team des SC Borgfeld begrüßten die Nordbremer auch zwei vielversprechende Neuzugänge. „Wir haben zwar nominell guten Ersatz mit Jonas Reinke und Kamil Maslowiec dazubekommen. Doch das Zusammenspiel klappt insgesamt noch nicht wie erhofft“, lässt Christian Thiemann wissen. Maslowiec ist mit seinen mageren zwei Treffern bereits der erfolgreichste Torschütze des Teams.

Die zweite Mannschaft des Blumenthaler SV läuft dem Lokalrivalen in der Verbandsliga als Sechster mit immerhin vier Siegen aus sieben Partien klar den Rang ab. „Wir können aber auch keine Spieler aus der Regionalliga einsetzen“, gibt Thiemann zu bedenken. Der JFV startete mit einer ärgerlichen 0:1-Schlappe beim TV Eiche Horn in die Serie. Es folgte eine schmerzliche 1:3-Pleite im prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell mit dem Blumenthaler SV II. Beim 2:2-Unentschieden gegen den VfL 07 Bremen holte der abstiegsbedrohte Klub zwar immerhin seinen ersten und bislang einzigen Zähler, verschenkte aber dennoch einen möglichen Sieg. Es schlossen sich Niederlagen beim ATS Buntentor (0:3), gegen den SC Borgfeld (1:2), beim Spitzenreiter JFV Bremerhaven (0:5) sowie gegen den Dritten Bremer SV II (1:5) an.

Am Freitag steht nun um 19.15 Uhr das bedeutungsvolle Heimspiel gegen das Schlusslicht Tuspo Surheide auf Kunstrasen auf dem Platz am Ihletal an der Bremerhavener Heerstraße in Burglesum auf dem Plan. „Das Spiel wird extrem wichtig“, räumt Christian Thiemann ein. Im Falle einer erneuten Niederlage würde der Klassenerhalt in weite Ferne rücken. Die Bremerhavener taten sich mit nur vier Treffern aber auch sehr schwer in der Offensive.

Christian Thiemann schielt bereits mit einem Auge in Richtung Mittelfeld: „Meine Jungs sind viel zu stark, um gegen den Abstieg zu spielen. Trotzdem müssen wir jetzt natürlich erst einmal nach unten schauen.“ Er baut darauf, dass der klare Pokalsieg beim Habenhauser FV nun Auftrieb gibt. „Ich hoffe, dass wir mit dem Pokalsieg jetzt einen Brustlöser hatten“, betont der Übungsleiter. Dieser appelliert vor allem an den Kampfgeist seiner Formation: „Jetzt sind halt kämpferische Qualitäten und weniger spielerische erforderlich.“ Er sei aber nach wie vor von seiner Mannschaft überzeugt.

„Gute Fußballer habe ich auf jeden Fall. Nur scheint das Selbstverständnis vor dem Tor nicht mehr da zu sein. Ich bin mir aber sicher, dass wir da unten wieder rauskommen“, erklärt der ehemalige Coach des SC Weyhe sowie der B-Junioren des JFV Bremen. Dabei wolle Thiemann künftig vor allem auf den Zusammenhalt im Team achten, um wieder an erfolgreichere Tage anknüpfen zu können.

Immerhin muss der Vorletzte nicht mehr gegen die drei besten Mannschaften der Liga antreten. Mit dem FC Oberneuland, SV Werder Bremen II sowie dem ATSV Sebaldsbrück treffen Fahruddin Ramic und Co. auch noch auf drei weitere direkte Konkurrenten im Ringen um den Klassenverbleib neben Tuspo Surheide.

Damit ist also auch das Erreichen des angepeilten Mittelfeldplatzes nicht ausgeschlossen. Dafür muss sich aber auch die Abwehr stabilisieren, die bisher im Schnitt drei Gegentreffer pro Match kassierte. Auch im Pokal könnte der JFV Bremen noch weit kommen. Im Viertelfinale will der Verein am 18. November Revanche beim ATS Buntentor für die im Punktspiel erlittene Pleite nehmen.

„Wir sind extrem unglücklich in die Saison gestartet.“ Christian Thiemann, JFV-Trainer
„Ich bin mir aber sicher, dass wir da unten wieder rauskommen.“ Christian Thiemann, JFV-Trainer
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