Bezirksliga: TSV Ganderkesee gibt 2:0-Führung aus der Hand und trennt sich vom TuS Obenstrohe 3:3 / Fabian Mucker schießt Traumtor Zu viel Offensivdrang wird bestraft

Ganderkesee. Fast alle Teamkollegen waren schnell vor dem Dauerregen in die Kabine geflüchtet, nur Fabian Mucker schlenderte gemächlich vom Platz am Immerweg. Ein letzter, nachdenklicher Blick fiel in Richtung des Tores, das vor dem Vereinsgebäude steht.
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Zu viel Offensivdrang wird bestraft
Von Christoph Bähr

Fast alle Teamkollegen waren schnell vor dem Dauerregen in die Kabine geflüchtet, nur Fabian Mucker schlenderte gemächlich vom Platz am Immerweg. Ein letzter, nachdenklicher Blick fiel in Richtung des Tores, das vor dem Vereinsgebäude steht. In genau dieses Gehäuse hatte er kurz zuvor den Ball befördert – per Volleyschuss, knallhart, aus 18 Metern, direkt an die Unterkante der Latte. „Ich habe ihn perfekt getroffen“, sagte Mucker. Dass dieser Satz bei ihm eher verhalten als euphorisch klang, hatte seinen Grund. Denn der defensive Mittelfeldspieler des Fußball-Bezirksligisten TSV Ganderkesee hätte zum Mann des Tages werden können, doch Muckers Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 reichte nicht für einen Sieg. Das Heimspiel gegen den TuS Obenstrohe endete am Sonntag 3:3 (1:0).

Die Freude bei Mucker hielt sich nach dem Abpfiff in Grenzen: „Es wäre mehr für uns drin gewesen.“ Dass die neuntplatzierten Ganderkeseer überhaupt mit einem Remis gegen den hoch gehandelten Tabellenfünften Obenstrohe unzufrieden sein konnten, spricht allerdings für ihre Leistung. Lediglich in der Anfangsphase zeigten die Gastgeber vor rund 100 Zuschauern zu viel Respekt vor dem Gegner. Bei einem Freistoß der Gäste durch Dennis Jöstingmeier musste Ganderkesees Torhüter Felix Dittrich erstmals eingreifen (16.). Einen Schuss von Florian Jochens parierte der Keeper stark (26.). Langsam legten die Ganderkeseer ihre Zurückhaltung aber ab und kamen ihrerseits zu Chancen. Nach einem Zupfer an Patrick Meyers Trikot hätte es durchaus einen Elfmeter für das Heimteam geben können, doch Schiedsrichter Sebastian Lampe (Friesoythe) pfiff nicht (35.).

Danach machten die Hausherren Druck und ließen nun auch den Ball laufen. Belohnt wurden sie dafür in der 39. Minute: Linksverteidiger Marc Rässler schaltete sich genau im richtigen Moment in den Angriff ein, spielte einen Doppelpass mit Dariusch Azadzoy und schoss entschlossen zum 1:0 ein. Nach dem Seitenwechsel ging dann alles ganz schnell. Ganderkesees Rechtsverteidiger Sven Apostel sprintete sofort in die gegnerische Hälfte, flankte auf Mucker, und der zimmerte den Ball wie beschrieben ins Tor (46.).

Mit dem 2:0-Vorsprung im Rücken kombinierten die Ganderkeseer fortan wie entfesselt – doch genau das war der Fehler. „Wir hätten hinten sicher stehen müssen und auf Konter lauern“, bemängelte Trainer Hamid Derakhshan. Stattdessen aber stürmte seine Mannschaft munter drauflos und vergab Chancen durch den am Sonntag glücklosen Stürmer Manuel Carrilho (48.) und Azadzoy (56.). „In der Kreisliga haben wir fast jedes Spiel beherrscht. Da kann man nach einer Führung so offensiv weitermachen, in der Bezirksliga geht das nicht“, hielt Derakhshan fest.

Obenstrohe setzte dem Ganderkeseer Elan die Cleverness eines Spitzenteams entgegen und nutzte jede Lücke in der gegnerischen Defensive eiskalt aus. In der 60. Minute etwa war die rechte Abwehrseite der Gastgeber entblößt, Lars Zwick drang in den Strafraum ein, wo Niels-Hendrik Walch mit ganz viel Risiko zur Grätsche ansetzte. Er traf den Obenstroher zwar nicht voll, doch es gab einen umstrittenen Strafstoß, den Jochens zum 1:2 verwandelte. Innerhalb von zwei Minuten kam es dann knüppeldick für Ganderkesee: Erst staubte Janis Theesfeld nach einer Dittrich-Parade zum 2:2 ab (68.), dann stand der eingewechselte Adnan Ramani nach einem Pfostentreffer von Theesfeld richtig – 3:2 (70.).

Es spricht für die Ganderkeseer, dass sie trotz des unverdienten Rückstands noch einmal zurückschlugen. Obenstrohes Johann Booken konnte Apostel nur mit einer gewagten Grätsche stoppen, Lampe gab dafür einen vertretbaren Elfmeter. Apostolos Papakostas nutzte die Chance zum 3:3 (83.). Ein Ergebnis, mit dem Trainer Derakhshan am Ende trotz der zwischenzeitlichen 2:0-Führung nicht total unzufrieden sein wollte. „Immerhin haben wir gegen den Fünften ein super Spiel gezeigt.“

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