Blumenthaler SV setzt im heutigen Bremen-Liga-Derby gegen die SAV auf seine geballte Angriffskraft Zündet das Offensiv-Feuerwerk?

Blumenthal. Die Wirkung eines Feuerwerks lebt von der Dunkelheit. Trotzdem will der Blumenthaler SV heute eines im Burgwallstadion zünden – und zwar zu tagheller Zeit um 15 Uhr im Derby der Fußball-Bremen-Liga gegen die SG Aumund-Vegesack.
12.09.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jens Pillnick

Die Wirkung eines Feuerwerks lebt von der Dunkelheit. Trotzdem will der Blumenthaler SV heute eines im Burgwallstadion zünden – und zwar zu tagheller Zeit um 15 Uhr im Derby der Fußball-Bremen-Liga gegen die SG Aumund-Vegesack. „Ich hoffe auf ein Offensiv-Feuerwerk“, sagt Rainer Raute, der Co-Trainer des Blumenthaler, der unter der Woche den an seiner Trainer-A-Lizenz feilenden Michél Kniat vertrat. Den letzten Derby-Sieg der SAV gab es im August 2013 (2:0), danach war der BSV mit 2:1, 1:0 und 3:1 erfolgreich.

Der BSV will also ein Offensiv-Feuerwerk abbrennen. Und was will die SAV in der prestige-trächtigen Partie? „Einen Punkt mitnehmen und natürlich verhindern, dass der BSV das Feuerwerk zünden kann“, erklärt Trainer Jens Heine, für den die Saison nicht so richtig nach seinem Geschmack begonnen hat. „Wir haben nicht ganz den erhofften Schwung der gut verlaufenen Vorbereitung mitnehmen können“, begründet er und macht dafür den verspäteten Saisonstart wegen der zunächst verweigerten Spielgenehmigung für den Brinkumer SV mitverantwortlich: „Statt eines Heimspiels hatten wir dann ein schwieriges Spiel beim ESC Geestemünde.“ Das bekanntlich 1:2 endete. Danach fuhr die SAV drei Zähler gegen den VfL 07 ein. Die Favoritenrolle schiebt Heine dem Blumenthaler SV zu („Natürlich haben die eine starke Offensive. Mal gucken, wer aufläuft“), weil er schließlich ein Heimspiel habe und beim 5:1 gegen den Habenhauser FV überzeugend aufgetreten sei. Allerdings haben die Vegesacker seit dem Amtsantritt von Jens Heine, der auch noch für die C-Jugend-Landesauswahl mitverantwortlich ist, eine taktische Waffe, mit der sie die Entfaltung des gegnerischen Offensivspiels unterbinden und die eigene Vorwärtsbewegung starten wollen: Mittelfeld-Pressing.

Die Favoritenrolle stellt kein Problem für die ohne personelle Probleme ins Derby gehenden Blumenthaler dar. Sie sind angetreten in dieser Saison, um dem Liga-Favoriten Bremer SV richtig Dampf zu machen. Und dafür müssen leichte, mittlere und auch schwere Aufgaben – wie dieses emotionale Derby gegen einen gut besetzten Gegner – gemeistert werden. Emotional siedelt Rainer Raute die Partie deutlich über den Duellen mit dem Bremer SV an, für ihn ist es zweimal pro Saison „das Spiel der Spiele“. Ein heißes Spiel. Ein Spiel vor einer meist stattlichen Kulisse. Ein Spiel, in dem immer wieder etwas Unvorhersehbares passiert.

Angekündigt ist ein Feuerwerk. Ein Spektakel, das auf dem Rasen und nicht am Himmel für Staunen und Raunen auf den Rängen sorgen soll. Dafür, dass das Feuerwerk aber auch wirklich zündet, gibt es keine Garantie. Die SAV will es nicht zulassen. Dass auf die neuformierte Abwehr um den endlich beschwerdefreien Keeper Maik Meyer-Wersinger Schwerstarbeit zukommt, lässt sich an einer ganzen Reihe von Namen festmachen: Mehmet Ali Fidan, Tim Pendzich, Moussa Alawie, Kilian Lammers, Daniel Gaese. „Wir sind in der Offensive extrem gut besetzt“, frohlockt Rainer Raute, der mit dem BSV ja bereits Kantersiege im Pokal (9:0 beim SV Grambke-Oslebshausen, 9:2 beim FC Riensberg 11) feierte.

Auf ein Offensiv-Feuerwerk zu hoffen und zu setzen scheint nicht überzogen. Doch welche Spieler sorgen für die richtigen Effekte. Kniat und Raute haben die Qual der Wahl. „Alle machen Feuer. Jeder will in die erste Elf. Die, die zuletzt auf dem Feld waren, geben Gas. Die, die nicht auf dem Feld waren, drücken von hinten“, erläutert Raute und findet es „schwer für die Trainer“. Nach dem Gegner wolle man sich indes nicht richten, sondern „unser Ding durchziehen.“ Einen Gegner, vor dem man allerdings Respekt habe. Einen Gegner, der trotz des Umbruchs immer noch eine gute Truppe habe.

Einem Gegner, der einen Tick besser im Spielrhythmus sein dürfte als der Blumenthaler SV. Denn während die SAV am vergangenen Wochenende gegen den VfL 07 (2:1) das zweite Punktspiel bestritt, musste der BSV zwangspausieren. Wegen eines Platzregens kur vor Spielbeginn fiel die Partie bei Vatan Spor aus. „Wir haben viermal trainiert und Wert auf spielerische Dinge gelegt“, blickt Raute auf die Vorbereitung, die gestern dann auch wieder von „Mitch“ Kniat begleitet wurde, zurück.

Eine Vorbereitung auf das Derby, die im Gegensatz zu früheren Zeiten nicht mehr von großen Sprüchen und dem herausposaunten Anspruch, die Nummer eins im Bremer Norden zu werden oder zu sein, begleitet wurde. „Mit Kristian Arambasic habe ich mich an der Linie gerne gefetzt. Und hinterher natürlich die Hand gegeben“, erinnert sich Raute an Duelle, bei denen es vor, während und nach dem Spiel hoch und provokativ her ging. Doch zu derartigen Scharmützeln gehören immer zwei Parteien. Und diese Derby-Seite bedient SAV-Trainer Jens Heine absolut nicht und sagt ganz lapidar: „Da hab’ ich keinen Bock drauf.“ Es gibt noch etwas, worauf Heine, der auf Daniel Rosenfeldt (Urlaub) und eventuell auf Bilal Subasoglu (Knieprellung) verzichten muss, im Derby ganz sicher absolut keinen Bock hat: Auf ein Offensiv-Feuerwerk des Blumenthaler SV.

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