TSG Seckenhausen-Fahrenhorst

Zukünftige Nachbarn und Rivalen

Defensiv stand kaum ein Fußball-Bezirksligist so gut wie die TSG. Offensiv tat sie sich dagegen schwer. Die starke Verteidigung wird auch in der neuen Saison der Schlüssel zum Ligaverbleib sein.
20.07.2018, 17:08
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Sven Hermann

Seckenhausen/Fahrenhorst. Während sich die Wege von Trainer Dirk Hofmann und Abwehrchef Torben Budelmann vom Fußball-Bezirksligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst im sportlichen Bereich zur neuen Saison trennen werden, bleiben sie privat eng miteinander verbunden. Beide haben gerade ein Haus in Stuhr-Neukrug gebaut und werden künftig unmittelbare Nachbarn sein. Doch während Hofmann auch weiterhin die Seckenhauser trainieren wird, beendete Budelmann, der sein Eigenheim genau neben seinem ehemaligen Coach hat, seine aktive Karriere bei den Rot-Schwarzen – mit dem Württemberg-Cup als Ausnahme – und übernimmt ebenfalls einen Trainerposten im Herrenbereich. Brisanterweise ausgerechnet beim Ligarivalen SV Heiligenfelde. So werden sich Hofmann und Budelmann zukünftig Tür an Tür oder Garten an Garten über gemeinsame Gegner austauschen können. „Es wird sicherlich eine ungewohnte Situation sein, wenn man Torben dann im Duell gegen Heiligenfelde gegenübersteht“, ahnt Hofmann.

Mit dem Traineramt betritt Budelmann kein Neuland. Mehrmals trainierte er bereits die Herren der TSG, zuletzt betreute er die Landesliga-C-Junioren des TV Stuhr, mit denen er am Ende der Serie nach nur einer Spielzeit zurück in die Bezirksliga abstieg. Die Mission Klassenerhalt mit Seckenhausens Herren in der Bezirksliga glückte dagegen. Die TSG sammelte insgesamt 39 Zähler und sicherte sich bereits am viertletzten Spieltag den Ligaver-bleib. Bauen konnte die Hofmann-Elf dabei auf eine starke Defensivleistung: Nur insgesamt 39 Gegentore ließ sie zu, immerhin der viertbeste Wert der Liga.

Vorne drückt der Schuh

Das Torverhältnis belegt allerdings auch, wo der Schuh drückte: Mit gerade einmal 38 Toren gelangen den TSG-Akteuren die zweitwenigsten Treffer aller Bezirksliga-Teams. Bester Schütze war bezeichnenderweise Routinier Christian Schult mit acht Treffern. Ebendieser Christian Schult, neben Torben Budelmann ein weiterer Spieler mit großem Erfahrungsschatz und Dauerbrenner im Kader, wird Hofmann in der neuen Spielzeit ebenfalls nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Allrounder reiht sich auch in die Riege der Häuslebauer ein, errichtet im Gegensatz zu Hofmann und Budelmann jedoch in Fahrenhorst sein neues Eigenheim. „Christian hat zudem kürzlich geheiratet, hatte zuletzt auch einige gesundheitliche Probleme, weshalb er kürzertreten möchte und vermutlich nur noch im Altherrenbereich tätig sein wird“, verrät Hofmann.

Auch Marvin Bialucha, zweitbester Torschütze mit insgesamt sechs Treffern, verlässt den Verein. „Marvin hat ein Stipendium in den USA erhalten, möchte dort auch Fußball spielen. Die drei Spieler sind auf jeden Fall ein herber Verlust für uns“, beklagt Hofmann den Aderlass nach dem Ende der Saison. Als Neuzugänge stehen Defensivakteur Dennis Haake und die beiden Mittelfeldspieler Yannick Spanjer und Robin Ellerbrock fest, allesamt aus der eigenen Reserve stammend. Dazu gesellt sich Henning-Peter Plättner, der vor seiner Pause in der Jugend des SC Weyhe aktiv war. Nicht die ganz großen Namen und eher unbekannte Akteure.

Doch die Seckenhauser, die vor der abgelaufenen Serie als Abstiegskandidat gehandelt wurden und währenddessen etliche personelle Ausfälle aufgrund von Verletzungen oder berufsbedingt verkraften mussten, haben bewiesen, dass sie Rückschläge dieser Art auffangen können. Leistungsträger wie Miro Bialucha, Steffen Züdel, Fabian Öhlerking, Tobias Thiemann oder Björn Dahlheuser standen aus genannten Gründen nach der Winterpause wenig oder gar nicht mehr zur Verfügung. Speziell in der Hinrunde sammelte die TSG fleißig Punkte, insgesamt 22 an der Zahl. Nach der Winterpause leistete sich die Elf einen kleinen Durchhänger, ehe sie trotz erheblicher personeller Probleme mit drei 1:0-Erfolgen am Stück die Kehrtwende einleitete. Sie gewann dabei zunächst beim TSV Bassum und bezwang danach daheim mit der SG Hoya und dann noch auswärts mit dem ASC Nienburg zwei unmittelbare Abstiegskonkurrenten.

Sieg in Bassum der Knackpunkt

Gerade in Bassum hat man gesehen, wie wichtig Christian Schult für die Mannschaft war. Mit einem herrlichen Kopfball gelang ihm der Siegtreffer. „Die Partie in Bassum war der Knackpunkt. Wir und auch das Umfeld um Spartenleiter Diego Wagner sind nach dem Fehlstart unmittelbar nach der Winterpause ruhig geblieben, waren uns unserer Stärken bewusst. Das hat sich bezahlt gemacht. Die Spiele, die wir gewinnen mussten, haben wir gewonnen. Wir haben rechtzeitig wieder zur Form gefunden und großen Zusammenhalt bewiesen“, beschreibt Hofmann die Phase, in der das Abstiegsgespenst endgültig vertrieben wurde. Mit Moritz Drescher und Finn Werner stießen zwei junge Akteure im Winter aus der 2. Kreisklasse vom TSV Heiligenrode zum Team, die sich gut integrierten. Ein Paradebeispiel dafür, dass man in Reihen der TSG durchaus mit unbekannten und jungen Akteuren Erfolg haben kann.

Auch in der kommenden Saison geht es für Hofmann nur um den Klassenverbleib. „Wir können nur gewinnen. Es würde an ein kleines Wunder grenzen, wenn wir die Klasse halten“, ahnt Hofmann, der die drei Neulinge TuS Drakenburg, SV Bruchhausen-Vilsen und TuS Lemförde sowie den R-W Estorf-Leeseringen und TuS Kirchdorf als Hauptkonkurrenten im Abstiegskampf sieht. „Nach dem letztjährigen Weggang unseres damaligen Torjägers Nico Kiesewetter mussten wir unseren Schwerpunkt auf die Defensive legen“, sagt Hofmann, der den Fokus auch in der kommenden Spielzeit auf eine stabile Hintermannschaft richten dürfte. Kiesewetter, der im vergangenen Jahr beim TSV Etelsen anheuerte, will sich beim Team aus dem Kreis Verden trotz des Abstiegs aus der Landesliga durchbeißen. „Die Bezirksliga ist eine Riesenherausforderung für einen kleinen Verein wie uns“, weiß Hofmann und setzt erneut auf den großen Zusammenhalt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+