Nach Auftritten in der Regionalliga geht Moussa Alawie wieder für den SV Baris Delmenhorst auf Torejagd Zurück zu den Wurzeln

Delmenhorst. Als kleines Kind schnürte er seine ersten Fußballschuhe für den SV Baris Delmenhorst. 200 Meter vom Platz entfernt wuchs er auf.
22.04.2017, 00:00
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Zurück zu den Wurzeln
Von Michael Kerzel

Delmenhorst. Als kleines Kind schnürte er seine ersten Fußballschuhe für den SV Baris Delmenhorst. 200 Meter vom Platz entfernt wuchs er auf. Seine Technik und sein spielerisches Verständnis brachten ihn bis in die A-Jugend-Bundesliga und bei Regionalligaspielen für den SV Wilhelmshaven auf den Rasen. Jetzt – nach Jahren mit schweren Verletzungen und einer absolvierten Ausbildung zum Gesundheitstrainer – kehrt er zurück zu seinen fußballerischen Wurzeln und kickt, wie einst vor knapp zwei Jahrzehnten, für den Kreisliga-Tabellenführer aus Delmenhorst. Die Rede ist von Moussa Alawie.

„Ich arbeite gerade sehr viel, will mich als Personal- und Fitnesstrainer selbstständig machen und daher beim Fußball etwas kürzertreten“, begründet Alawie seinen Wechsel nach Delmenhorst. Dort trifft er auf viele Bekannte. „Mit dem Sohn vom Trainer, Mert Caki, bin ich beispielsweise aufgewachsen“, berichtet der 24-Jährige. Önder Caki trainiert Alawie nicht nur heute: „Er hat bei mir in der E- und D-Jugend gespielt“, erinnert sich Caki. Der Kontakt sei danach nie abgerissen, eine freundschaftliche Basis vorhanden. Bei einem Turnier im Winter trafen sich Caki und Alawie. „Moussa hat mich gefragt, ob er bei uns mitspielen kann“, sagt Caki. Zum Rückrundenbeginn schloss sich Alawie dann dem SV Baris an und geht seitdem als Joker auf Torejagd.

Äußerst unglücklich verlief der erste Auftritt gegen Huntlosen. Alawie klemmte sich einen Nerv ein und fiel erst mal wieder aus. Bereits im dritten Einsatz als Joker, gegen den TV Jahn am vergangenen Spieltag, erzielte er jedoch einen Doppelpack. „Wir führen ihn Stück für Stück heran. Er kann am Saisonende sehr wichtig werden“, sagt Caki. Frei aufspielen soll Alawie, vor allem Spaß haben. „Ich will ihn nicht unter Druck setzen. Er muss niemandem etwas beweisen. Wir sind auch so gut besetzt“, meint der Baris-Trainer.

Für Alawie selbst steht zwar die berufliche Karriere derzeit im Vordergrund, trotzdem ist der Ehrgeiz nicht in ihm versiegt. „Wenn ich spiele, will ich gewinnen und gebe 1000 Prozent“, sagt er. Er wolle dem Team helfen, der Trainer entscheide, wie das am besten funktioniere. „Mal schauen, wie es passt“, meint Alawie. Die Kraft für 90 Minuten sei vorhanden. „Ich lasse aber auf keinen Fall den großen Macker raushängen. Vielleicht kann ich den anderen Spielern mit Tipps zum Stellungsspiel helfen“, sagt er. Mit einem „brüderlichen Rat“ und nicht von oben herab, betont Alawie.Wie lange der 24-Jährige für Baris auf Torejagd geht, steht noch nicht fest. „Wir besprechen das im Sommer“, sagen Alawie und Caki unisono. Falls ein Angebot aus einer höheren Liga käme, höre er es sich an, sagt Alawie. „Man soll niemals nie sagen, aber ich muss kein Profi werden.“ Steine in den Weg gelegt bekommt er von Caki nicht. „Ich würde mich freuen, wenn er noch mal die Chance auf Oberliga oder Regionalliga bekommt“, sagt der Trainer.

Derzeit führt der SV Baris die Kreisliga-Tabelle souverän an, ein Aufstieg in die Bezirksliga ist wahrscheinlich. Dort könnte Alawie sicherlich hilfreich sein. „Falls wir aufsteigen, werden wir einzelne Verstärkungen holen“, kündigt Caki an. Die Mannschaft sei aber auch derzeit in der Lage, dort mitzuhalten. Ob Alawie weiter als Joker eingesetzt wird oder ob er in der Startelf steht, entscheidet sich von Spiel zu Spiel. Für Baris geht es am Sonntag im Stadtderby gegen Hicretspor (14 Uhr, Stadion an der Düstern-ortstraße) in der Liga weiter.

Obwohl er erst 24 Jahre alt ist, hat er bereits für diverse Vereine das Trikot getragen. Alawie kommt in seiner Karriere unter anderem auf 14 Einsätze in der Regionalliga Nord (damals dritthöchste Spielklasse), 15 Einsätze in der 2012 neu etablierten Regionalliga Nord, 24 Einsätze in der Bremen-Liga, elf Einsätze in der A-Junioren-Bundesliga Nord/Nordost sowie einen Einsatz im DFB-Pokal. Er spielte im Laufe der Jahre beispielsweise für den VfL und VfB Oldenburg, den SV Wilhelmshaven und den Bremer SV.

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