Die Basketballer des FTSV Jahn Brinkum haben in der laufenden Saison einen weiteren Qualitätssprung vollzogen Zuverlässig unberechenbar

Um die Entwicklung der Brinkumer Basketball-Herren zu dokumentieren, genügt zunächst einmal ein bloßer Blick auf die aktuelle Tabelle der Bezirksoberliga Lüneburg. Dort ist der FTSV Jahn als Zweiter ausgewiesen – in direkter Reichweite zum Spitzenreiter BSG Bremerhaven III. Doch es ginge an der Sache vorbei, den Ist-Zustand als glückliche Momentaufnahme abzutun. Trainer Marcus Plambeck verweist stattdessen auf eine "kontinuierliche Steigerung" seines Teams.
18.01.2013, 05:00
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Zuverlässig unberechenbar
Von Jens Hoffmann

Um die Entwicklung der Brinkumer Basketball-Herren zu dokumentieren, genügt zunächst einmal ein bloßer Blick auf die aktuelle Tabelle der Bezirksoberliga Lüneburg. Dort ist der FTSV Jahn als Zweiter ausgewiesen – in direkter Reichweite zum Spitzenreiter BSG Bremerhaven III. Doch es ginge an der Sache vorbei, den Ist-Zustand als glückliche Momentaufnahme abzutun. Trainer Marcus Plambeck verweist stattdessen auf eine "kontinuierliche Steigerung" seines Teams.

Brinkum. Der Aufschwung der Brinkumer Korbjäger hatte sich bereits in der vergangenen Rückserie angedeutet. Nach einem missglückten ersten Halbjahr reihte das Team einen Erfolg an den nächsten, legte eine bis dato sehnlichst vermisste Konstanz an den Tag und arbeitete sich tatsächlich noch ins obere Tabellendrittel vor. Marcus Plambeck konnte seine erste Saison als hauptverantwortlicher Coach mit einem guten Gefühl abschließen. Was er gesehen hatte, stimmte ihn zuversichtlich. Zurecht, wie sich mittlerweile herausgestellt hat.

Marcus Plambeck kann seinen Kader und dessen Möglichkeiten sehr gut einschätzen, er weiß, warum die momentane Situation kein kurzfristiges Phänomen ist. "Seit drei Jahren hat es bei uns nur eine geringe personelle Fluktuation gegeben", berichtet er. Der Stamm hatte folglich genügend Zeit, um sich miteinander einzuspielen und aufeinander abzustimmen. Interne Konflikte wurden angesprochen und ausgeräumt. Der Jahn-Coach spricht davon, dass die Mannschaft seit diesem Zeitpunkt "immer besser funktioniert".

Spielerische Harmonie

Auf dem Feld ist eine spielerische Harmonie zu erkennen, die wiederum auf einer großen taktischen Disziplin basiert. Man kann diesen optischen Eindruck an Hand von Fakten belegen. In der Vergangenheit war es oft so, dass sich bei den Brinkumern während einer einzigen Partie richtig gute mit ziemlich lausigen Phasen munter abwechselten. Es war keine Tendenz zu erkennen. Das hat sich grundlegend geändert. Mittlerweile sind die Jahn-Akteure in der Lage, über die gesamte Spielzeit eine gute Leistung abzurufen. In der laufenden Serie kann sich Marcus Plambeck überhaupt nur an ein einziges missratenes Viertel erinnern – in der Partie bei Rot-Weiß Cuxhaven. Prompt setzte es ein 88:93, es war eine von bislang nur zwei Niederlagen. "Total unnötig", urteilt der Trainer selbst mit dem gebührenden Abstand. Das andere Negativerlebnis sei dagegen zu entschuldigen. Das 76:79 bei Spitzenreiter BSG Bremerhaven III sei von zwei Teams geprägt worden, die sich beide auf durchgehend hohem Niveau präsentierten.

Weil die Brinkumer als Mannschaft kräftig dazugelernt haben, ist es folgerichtig, dass auch einzelne Akteure einen Qualitätssprung vollzogen. Einer, der seine Möglichkeiten schon zuvor ausgelotet hatte, ist Neuzugang Christian Stubbemann. Der Oberliga-erfahrene Rückkehrer ist für Marcus Plambeck ein wichtiger Mosaikstein, um ein stimmiges Gesamtgefüge zu kreieren. Der Trainer lobt die ausgeprägte Präsenz seines Schützlings.

Doch auch etablierte Kräfte haben sich noch einmal verbessert. Plambeck nennt in diesem Zusammenhang stellvertretend einen Christian Aracena, der seit geraumer Zeit deutlich disziplinierter agiert und sich zu einem verlässlichen Defensivstabilisator entwickelt hat. Auf Foulspiele ist er nur noch ganz selten angewiesen. Früher war Aracena oft übermotiviert und verlor dabei den nötigen Überblick. Jetzt spielt er klug und abgeklärt. Kapitän Moritz Hartmann wiederum habe sukzessive an seiner Fitness gearbeitet und reiße das Team nun in brenzligen Situationen vehement mit. Zuvor hatte er allzu oft mit sich selbst zu tun. Ein Lars Esfeld könne seine klasse Trainingsleistungen nun auch in den Wettkampf übertragen, während Patrick Weber, der einstige Spielertrainer, der aktuell beste Drei-Punkte-Werfer der Liga ist.

Plambeck betont, dass er problemlos weitere Spieler aufzählen könnte, die regelmäßig zum Erfolg beitragen. "Unsere Stärke ist unsere Unberechenbarkeit", betont der Coach. Von den elf Akteuren treffen acht kontinuierlich im zweistelligen Punktebereich. "Und das ist in dieser Liga schon etwas Besonderes."

Wohin diese Reise noch gehen kann? Ist der Aufstieg in die Oberliga ein Thema? "Bislang nicht", versichert Plambeck, der gleichwohl erklärt, dass er seiner Truppe vom Potenzial her den Sprung zutraue.

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