Fußball Bezirksliga

Zwei Halbzeiten, zwei Gesichter

Der TSV Ottersberg und der MTV Riede trennen sich mit einem Unentschieden. Jeweils eine Mannschaft dominierte eine Halbzeit.
09.09.2018, 20:14
Lesedauer: 2 Min
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Von Andreas Ballscheidt
Zwei Halbzeiten, zwei Gesichter

In Halbzeit eins stellten die in Blau gekleideten Rieder die bessere Mannschaft, in Hälfte zwei waren es dann die Ottersberger um Jannik Tölle (rechts).

Michael Braunschädel

Ottersberg. Im Rennen um die Meisterschaft in der Fußball-Bezirksliga hat der TSV Ottersberg einen weiteren Rückschlag erlitten. Nach dem 1:1 beim SV Ippensen kam der TSV im Kreisderby gegen den MTV Riede vor eigenem Publikum erneut nur zu einem Unentschieden. Die Rieder 1:0-Pausenführung durch Torben Schumacher glich Jan Stubbmann nach einer Stunde zum 1:1-Endstand aus.

Meisterlich war es allerdings auch nicht, was das Team von Jan Fitschen den gut 200 Zuschauern bot. Besonders vor der Pause präsentierten die Platzherren nur fußballerische Magerkost und durften froh sein, dass sie nur mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine gingen. „Ich würde sagen, dass es Altherren-Fußball war, was wir lange Zeit gezeigt haben. Da war keine Laufbereitschaft und allen voran fehlte der nötige Biss“, fand Fitschen deutliche Worte. Wohl auch in der Kabine, denn nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Wümmekicker verbessert. So richtig rund lief es allerdings weiterhin nicht, was auch der Gegner zu verantworten hatte. Riedes Coach Stephan Hotzan hatte vor dem Anpfiff große Mühe, um überhaupt ein schlagfertiges Team auf die Beine zu stellen. Viele Verletzte und mehrere angeschlagene Spieler zwangen ihn dazu, mit Niklas Behn und Dennis Weigel zwei 17-jährige A-Junioren auf die Bank zu setzen. Weitere MTV-Spieler waren dort nicht zu finden. „Ich ziehe den Hut vor meinem Team. Alle sind bis an die Leistungsgrenze gegangen und haben sich den Punkt mehr als verdient“, freute sich Hotzan, dessen Elf in dieser Serie noch nicht mit Fortuna im Bunde war und gerade einmal drei Zähler auf dem Konto hat.

Bei den Zuschauern war vor dem Anpfiff klar, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Es war nur eine Frage der Höhe bei den meisten Ottersberger Fans, die teils von einem 5:0 als Minimum ausgingen. Beim Pausenpfiff war der Optimismus allerdings verflogen. Viele beglückwünschten hingegen den MTV, der ein 2:0, wenn nicht ein 3:0 mit in die Kabine hätte nehmen müssen. Die Taktik von Hotzan war klar: „Hinten gut stehen und nach vorne mit Kontern Nadelstiche setzen.“ Das Prinzip Hoffnung spielte natürlich auch eine Rolle. Und die Hoffnung war riesengroß, als Torben Schumacher mit einem Heber aus gut 25 Metern das Tor zum 1:0 für die Blauen erzielte (12.). Ein katastrophaler Fehler des Ottersberger Abwehrmannes Jannik Tölle ging dem Treffer voraus.

Die Männer von Fitschen waren vom Rückstand geschockt, spielten Schlafwagen-Fußball und erarbeiteten sich bis zum Seitenwechsel nicht eine nennenswerte Torgelegenheit. Entweder unterlief den Grün-Weißen im Aufbauspiel ein Fehlpass oder aber der Ball wurde leichtfertig im Zweikampf hergeschenkt. Die Männer in Blau indes kämpften und besaßen noch zweimal durch Constantin Borchers eine zwingende Chance. Zunächst scheiterte Borchers nach Fehler von Samet-Can Ögütucen an Keeper Felix Mindermann (26.). Fünf Minuten später war Borchers völlig frei vor Mindermann, der erneut mit einem Reflex abwehrte. Die erste Drangphase der Ottersberger nach dem Seitenwechsel schien zu verpuffen, da griff Riedes ansonsten starker Keeper Jannik Schumacher nach einer Flanke von Lukas Klapp am Ball vorbei. Nutznießer war Stubbmann, der per Kopfballverlängerung den Ball zum 1:1 über die Torlinie beförderte (63.). Die Rieder brachten trotz des Ausgleichs das Spiel gut über die Zeit, mussten allerdings in der Schlussphase um den Punkt bangen, als ihr Keeper mehrfach in höchster Not rettete. Die beste Parade zeigte Jannik Schumacher bei einem Schuss von Stubbmann in der Nachspielzeit, als Ottersbergs Torschütze nach scharfer Flanke des eingewechselten Niklas Falldorf aus drei Metern an Riedes Nummer eins scheiterte.

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