Handball Landesliga Zwei oben, drei unten

Die Hälfte der Saison haben die Mannschaften hinter sich. Während die SG Achim/Baden II und der TSV Daverden vom Aufstieg träumen, müssen Sottrum, Verden und Oyten um den Klassenerhalt bangen.
22.01.2018, 18:26
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Zwei oben, drei unten
Von Florian Cordes

Die Hälfte ist geschafft. In der Handball-Landesliga der Männer beginnt am kommenden Wochenende die Rückrunde. Mit der SG Achim/Baden II und dem TSV Daverden mischen aktuell zwei Mannschaften aus unserem Verbreitungsgebiet im Aufstiegsrennen mit. Das war auch das Ziel der beiden Klubs. Der TV Oyten, die HSG Verden-Aller und der TV Sottrum haben dagegen andere Sorgen: Sie kämpfen darum, auch in der Saison 2018/2019 Teil der Landesliga zu sein. Wobei der TV Sottrum einen Abstieg nicht allzu sehr bedauern würde. Eine Bestandsaufnahme.

SG Achim/Baden II

Die Rückrunde endete für die Achimer mit einem Paukenschlag. Beim 27:19 gegen den Serienmeister VfL Fredenbeck III zeigte die Sieben von Karsten Krone endgültig, dass sie in dieser Saison zu den ganz heißen Aufstiegskandidaten zählt. Momentan steht die Oberliga-Reserve auf Rang zwei, der aktuell zum Aufstieg berechtigt. Denn der Tabellenführer aus Fredenbeck dürfte nicht in die Verbandsliga gehen, weil dort die eigene zweite Mannschaft spielt.

Es ist kein Wunder, dass Karsten Krone mit dem bisherigen Abschneiden seines Team zufrieden ist. In dieser Spielzeit ist es dem Übungsleiter besonders wichtig, dass seine Mannschaft eine starke Abwehr spielt. Und das tut sie. Das zeigen nicht nur die 19 Gegentore gegen Fredenbeck. In 13 Partien hat die Spielgemeinschaft lediglich 287 Tore kassiert. Die SG Achim/Baden II ist in der 14er-Staffel das einzige Team, das noch keine 300 Gegentreffer hinnehmen musste. „Es ist unser Hauptziel gewesen, dass unsere Abwehr so stark wird, um gegen Fredenbeck im letzten Spiel der Hinrunde bestehen zu können“, sagt Krone. Das Ziel wurde auf beeindruckende Art und Weise erreicht. Nur eine Partie trübt die erfolgreiche Halbserie der Achimer ein wenig – die 27:28-Heimpleite gegen die HSG Schwanewede/Neuenkirchen II. „Damals sind wir aber noch nicht so weit mit den Spielern gewesen, die von der Bank kommen“, erklärt Krone.

Der Hauptgrund für den aktuellen Erfolg sei für Karsten Krone die Mischung der Mannschaft. Krone hat viele erfahrene Spieler in seinen Reihen, aber auch viele Talente. Eines der größten ist Kreisläufer Erik Schmidt, der sich in dieser Saison gut entwickelt. Der junge Mann profitiere aber auch von den Routiniers, findet Krone. „Erik lernt in der Abwehr sehr viel von unseren erfahrenen Jungs wie Florian Schacht oder Benjamin Janssens.“ Obwohl die SG eine starke erste Saisonhälfte spielte, bleibt Krone beim Thema Aufstieg zurückhaltend: „Wir versuchen, so weiterzuspielen und schauen dann, was am Ende dabei herauskommt. Daverden lässt kaum Federn und Horneburg ist auch noch oben dran.“

TSV Daverden

Nicht nur die stärkste Abwehr der Liga kommt aus dem Landkreis Verden, sondern auch der beste Angriff: Die Schützlinge um TSV-Trainer Thomas Panitz haben 455 Tore erzielt. Allerdings sind die Daverdener schon in die Rückrunde gestartet. Die Grün-Weißen haben bereits 14 Begegnungen absolviert. Mit seinen 22:6 Punkten ist der Verbandsliga-Absteiger aktuell Dritter. Wie Karsten Krone ist auch Panitz mit dem bisherigen Abschneiden zufrieden. Allerdings war eine Partie dabei, über deren Ausgang sich der Coach noch immer ein wenig ärgert – und zwar das 22:24 gegen die Reserve der SG HC Bremen/Hastedt.

Noch nach dem jüngsten Spiel gegen die HSG Stuhr – der TSV gewann am Sonntag mit 32:25 – habe er sich mit seinen Spielern über die Niederlage unterhalten. „Hoffentlich werden uns diese verlorenen Punkte am Ende nicht fehlen. Gegen Fredenbeck und Achim zu verlieren, ist dagegen keine Schande“, sagt Panitz. „Es waren sicherlich auch Spiele dabei, in denen es nicht immer rund lief. Aber insgesamt können wir zufrieden sein.“ Für die Rückrunde haben sich Panitz und Co. ein klares Ziel gesteckt. „Wir wollen unter den ersten Drei bleiben und kein Spiel mehr verlieren.“ Bleiben die Grün-Weißen am Saisonende Dritter, könnte der Platz zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation genügen.

Dass Daverden bislang stark auftritt, ist für Panitz umso bemerkenswerter, weil das Team dies mit einem recht kleinen Kader schafft. An der Kadergröße müsse sich mit Blick auf die Saison 2018/2019 aber etwas ändern, findet Thomas Panitz. „Wir müssen uns personell definitiv breiter aufstellen. Egal, ob für die Landes- oder Verbandsliga. Darüber müssen wir uns Gedanken machen.“

HSG Verden-Aller

Neu in der Landesliga ist auch die HSG Verden-Aller. Allerdings sind die Reiterstädter im Gegensatz zu Daverden aufgestiegen. Daher verfolgt die Mannschaft um ihren Trainer Sascha Kunze, der die HSG im Sommer 2017 übernommen hatte, auch ein ganz anderes Saisonziel: Für die Verdener zählt einzig und allein der Klassenerhalt. Aktuell beträgt der Vorsprung auf die beiden Regel-Abstiegsplätze vier Punkte.

So weit sei das in Ordnung, findet Kunze. Allerdings verpatzte seine Mannschaft den Start ins neue Jahr. Sowohl gegen den SVGO Bremen als auch gegen die HSG Delmenhorst II verlor Verden-Aller. Beide Gegner zählen zu den direkten Konkurrenten der Kunze-Sieben. „Aus diesen beiden Spielen hätte ich gerne drei Punkte mitgenommen“, meint der Trainer. „Jetzt sind es null geworden. Und wir müssen feststellen: Beide Spiele hätten wir auch gewinnen können.“ Das Deckungsverhalten habe in den jüngsten Partien nicht immer gestimmt. Kunze: „Im Training machen die Jungs alles richtig, im Spiel dann leider nicht. Die beiden Niederlagen schmälern ein wenig unser bisheriges Abschneiden.“

Dennoch geht er die Rückrunde sehr optimistisch an. „Es ist alles möglich. Bislang spielen wir eine gute Saison“, findet Kunze. „Wenn wir unser Repertoire abrufen, dann ist der Klassenerhalt auf jeden Fall möglich. Aber in der Deckung müssen wir uns noch steigern.“

TV Oyten

Ebenfalls vier Punkte Vorsprung auf den Tabellenvorletzten haben die „Vampires“ aus Oyten. Und es gibt eine weitere Parallele zur HSG. Auch der TVO ist mit einem neuen Coach in die Saison gegangen – und zwar mit Frank Janzen, der vor einem Jahr noch Verden trainierte und das Team in der Landesklasse zum Aufstieg führte.

Frank Janzen ist ebenfalls optimistisch, dass seine aktuelle Mannschaft das Zeug hat, den Abstieg zu vermeiden. Die wichtigen Spiele gegen Sottrum und den SVGO Bremen hatten die Oytener für sich entschieden. Neben den sportlichen Leistungen gibt es laut Frank Janzen beim TVO jedoch noch ein anderes Hauptthema: Mit der Einstellung und der Disziplin sei es bei der Truppe teilweise schwierig, meint der Trainer. Dass seine Sieben in der Liga mithalten kann, zeige sie aber. So gebe es immer wieder positive Ausreißer nach oben. Insgesamt fehlt aber die Konstanz. „Hü und hott“ spiele seine Sieben, meinte Frank Janzen nach der 23:31-Schlappe im letzten Hinrundenspiel gegen den TV Spaden.

Eventuell müssen Janzen und Co. zudem die gesamte restliche Saison den Ausfall des erfahrenen Torhüters Harald Lüthje kompensieren. Der Keeper und Führungsspieler hatte sich einen dreifachen Sehnenriss in der Hand zugezogen.

TV Sottrum

Die Töne, die aus Sottrum zu hören sind, klingen alles andere als zuversichtlich. Was das Thema Klassenerhalt angeht, ist TV-Coach Norbert Kühnlein eher pessimistisch. „Unser Kader wird immer kleiner. Es geht vor allem darum, dass wir die Saison einigermaßen zu Ende spielen und den einen oder anderen Gegner ärgern“, sagt Kühnlein. Seine Worte hören sich ein wenig nach Aufgabe an. „Wenn man jetzt nach der Hälfte die Dinge betrachtet, stehen wir dort, wo es auch zu erwarten war.“ Norbert Kühnlein habe vor der Spielzeit nicht die Zugänge bekommen, die er benötigte. Immerhin habe er jetzt mit Pascal Gajewski einen Torhüter in seinen Reihen, der seinem Team weiterhilft.

Kurz vor Jahresende hatte sich der TV Sottrum von Keeper Tobias Groenewald getrennt. „Von ihm trennen wir uns, da er sich immer wieder Auseinandersetzungen mit den Schiedsrichtern leistete“, betonte Kühnlein im Dezember 2017 im Gespräch mit unserer Zeitung.

Zuvor hatte Kühnlein gar seinen eigenen Rücktritt in den Raum gestellt. Nach einer Aussprache mit der Mannschaft entschied er sich jedoch dazu zu bleiben. Einen Abstieg scheint der Trainer zudem als hilfreich anzusehen. „Vielleicht wäre es gar nicht so schlecht, wenn wir eine Liga tiefer einen Neustart angehen“, sagt Kühnlein.

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