Die schwere Verletzung von Schalkes Embolo überschattet das Remis in Augsburg Zweikampf mit Folgen

Augsburg. Hinterher war es sogar Dirk Schuster ein Anliegen, sich zunächst einmal der schweren Verletzung von Breel Embolo anzunehmen. Die Fernsehbilder jenes Fouls, das zum Bruch des linken Sprunggelenks des Schalker Angreifers geführt hatte, schaute sich der Trainer des FC Augsburg erst einmal in aller Ruhe an.
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Von Maik Rosner

Augsburg. Hinterher war es sogar Dirk Schuster ein Anliegen, sich zunächst einmal der schweren Verletzung von Breel Embolo anzunehmen. Die Fernsehbilder jenes Fouls, das zum Bruch des linken Sprunggelenks des Schalker Angreifers geführt hatte, schaute sich der Trainer des FC Augsburg erst einmal in aller Ruhe an. Erst danach kam er zur Pressekonferenz, um sich an der Debatte über die am meisten diskutierte Szene des 1:1 (0:0) gegen den FC Schalke zu beteiligen.

Herauskam kam ein Tadel für seinen Linksverteidiger Konstantinos Stafylidis, der Embolo Mitte der ersten Halbzeit mit einer Grätsche von schräg hinten wohl mindestens bis zur Winterpause in den Krankenstand versetzt hatte. „Ich glaube, dass sich Kosta ein bisschen dämlich angestellt hat”, sagte Schuster. Er habe, befand Schuster weiter, Embolo unglücklich und ohne Absicht getroffen. Deutlich vernehmbar blieb aber, dass Schuster Stafylidis' Aktion als durchweg überflüssig einstufte.

Auch beim FC Schalke stand der Ärger über den verpassten zweiten Ligasieg nach dem jüngsten 4:0 gegen Gladbach hinter Embolos schwerer Verletzung zurück. Das galt ebenfalls für die Traumtore durch die beiden sehenswerten Distanzschüsse von Schalkes Nabil Bentaleb (65.) und Augsburgs Daniel Baier (77.), die jeweils in den rechten Torwinkel geflogen waren und dem leistungsgerechten Unentschieden dieses intensiven Kampfspiels eine kunstvolle Note verliehen hatten. Und das galt ebenso für die Rückkehr von Schalkes Trainer Markus Weinzierl zum FCA, den er in den vergangenen vier Jahren gecoacht hatte. Einfluss auf seine Bewertung jener Szene, die zu Embolos langfristigem Ausfall geführt hatte, nahm seine Augsburger Vergangenheit aber schon.

„Ich kenne den Spieler und weiß, dass er seine Gedanken nicht koordiniert”, sagte Weinzierl über Stafylidis scharf, „Absicht unterstelle ich ihm nicht, aber Dummheit.” Manager Christian Heidel verzichtete lieber auf Schuldzuweisungen. Viel wesentlicher erschienen ihm die Konsequenzen. „Das ist für Breel Embolo an Tragik fast gar nicht mehr zu überbieten”, sagte Heidel. Jeder habe gemerkt, dass der 19-Jährige gerade in der Bundesliga angekommen und bis zu seiner Verletzung in Augsburg der auffälligste Spieler gewesen sei. „Jetzt kommt wortwörtlich ein Bruch rein”, sagte Heidel.

Es war schon in Augsburg ein Bruch im Schalker Spiel erkennbar gewesen, nachdem Embolo vom Platz getragen und umgehend in einer Augsburger Klinik operiert worden war. Dass die Gäste dennoch in Führung gehen konnten, lag ganz unwesentlich an jenem Kunstschuss, den der Algerier Bentaleb halblinks und rund zwei Meter vor der Strafraumgrenze auf die Reise geschickt hatte. Latte und Pfosten schien der Ball zu touchieren, ehe er kurz hinter der Torlinie aufschlug und wieder herausprallte. Und wären die eingewechselten Klaas-Jan Huntelaar und Jewgen Konopljanka bei ihrer Doppelchance kurz darauf nicht jeweils freistehend an Augsburgs Torwart Marwin Hitz gescheitert, hätten die Schalker neben Embolos Ausfall nicht auch einen Mangel an Konsequenz und Wehrhaftigkeit beklagen müssen.

Die Augsburger dagegen konnten sich über den verdient erkämpften Punkt freuen, da Daniel Baier aus 20 Metern ebenfalls ein Kunstschuss in den Winkel gelungen war. Mit acht Punkten stehen die Gastgeber auf dem zwölften Tabellenplatz. Dieses Unentschieden nach einem Rückstand gegen Schalke spreche wegen der vielen Absenzen durch Verletzungen für die Mannschaft, lobte Stefan Reuter, ehe er durchaus vergnügt in jene Feierlichkeiten überging, die zu seinem 50. Geburtstag in der Nacht auf Sonntag anstanden. Der Geschäftsführer sagte: „Das ist beachtlich, eine richtig tolle Mannschaftsleistung.” Wer wollte, konnte das nach Embolos Ausfall beinahe als Empfehlung an die Schalker deuten.

„Das ist für Breel Embolo an Tragik fast gar nicht mehr zu überbieten.“ Christian Heidel
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