Prellball-Bundesliga Männer und Frauen Zwischen Erwartung und Überraschung

Sowohl die Prellball-Bundesliga-Saison der Männer als auch die der Frauen ist beendet. Zum Abschluss wussten vor allem die Spielerinnen des TV Sottrum II zu überraschen.
18.02.2020, 17:14
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Zwischen Erwartung und Überraschung
Von Patrick Hilmes

Nun sind sie vorbei, die Bundesliga-Saisons der Prellballer und Prellballerinnen. Sowohl die Staffel Nord der Männer als auch die der Frauen fanden nun in Bremen mit dem vierten Spieltag ihren Abschluss. Alle Fragen bezüglich der Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft (28. und 29. März in Meinerzhagen) sowie der jeweiligen Absteiger sind beantwortet. Zusammengefasst: Die Teams des TV Sottrum sowie das des TV Baden werden allesamt auch in der kommenden Saison in der Bundesliga spielen dürfen.

Drama pur

Eine Überraschung ist der Klassenerhalt für die Frauen des TV Sottrum II. Vor dem finalen Spieltag in Bremen hatte das Team von Trainerin Annika Freymuth die Rote Laterne inne. Zudem musste auf Jessica Bockfeld verzichtet werden und während des Spieltages fiel zu allem Überfluss auch noch verletzungsbedingt Nadine Wöbse aus. Die Vorzeichen waren somit düstere, doch wie Sottrums Prellball-Chef passend anmerkte: „Totgesagte leben länger.“

Und so bewiesen Juliane Meyer, Janina Hüsing, Fabrina Reiermann, Nadine Wöbse und Trainerin Annika Freymuth, dass man die Hoffnung nie aufgeben sollte. Doch der Spieltag sollte zur reinsten Nervenprobe werden. Auf Wöbses Verletzung musste der TVS II reagieren, indem die Trainerin, die vorsichtshalber ihre Sportsachen eingepackt hatte, einsprang. Mit dem 33:30 gegen den MTV Wohnste 2 wurden die beiden Punkte geholt, die die Sottrumer mindestens benötigten. Da die weiteren Spiele gegen den MTV Wohnste I (24:38), MTV Eiche Schönebeck I (28:39) und VfL Eintracht Hannover (27:41) erwartungsgemäß verloren gingen, musste auf Schützenhilfe gebaut werden. Und die Hoffnungen wurden erfüllt, sodass der TVS II punktgleich mit dem TSV Marienfelde war. Nach Reglement musste nun ein letztes Duell über Klassenerhalt und Abstieg entscheiden.

Sottrum II sah in diesem bereits wie der Verlierer aus, rettete sich aber noch mit einem Unentschieden in die Verlängerung. Die dauert beim Prellball so lange, bis eine Mannschaft einen Zwei-Punkte-Vorsprung aufweisen kann. Freymuth und Co. bewiesen einmal mehr starke Nerven und nutzten eine kurze Schwächephase Marienfeldes aus und konnten sich von den anderen Sottrumern feiern lassen. „Ein toller Abschluss einer abwechslungsreichen Saison für diese Mannschaft“, bilanziert Heinze.

Erfolgreich endete die Spielzeit auch für die erste Mannschaft des TV Sottrum. Den Klassenerhalt hatte die Erste vorher ebenso wie die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft bereits in der Tasche. Es ging also darum, sich für die DM einzuspielen. Mit 8:2 Punkten wurde der vierte Spieltag beendet. Der TV Baden (39:28), der VfL Eintracht Lüneburg (38:29), die SG Arbergen-Mahndorf (42:25) als auch der TSV Marienfelde (38:26) wurden souverän bezwungen. Einzig am Meister der Nord-Staffel, dem SV Werder Bremen, bissen sich die Sottrumerinnen erneut die Zähne aus – 29:34. Volker Heinz war mit dem Auftritt seiner Schützlinge zufrieden und betonte: „Ich bin sehr gespannt auf die Deutsche Meisterschaft, wo meine drei erfahrenen Spielerinnen wieder zu dritt antreten werden.“

Zur Erklärung: Der TVS I ging mit sechs Spielerinnen in die Saison. Neben den drei Routiniers Leonie Heinze, Karoline Schmitt und Anneke Schulz waren das die drei A-Jugendlichen Laura Ehlert, Melanie Seitz und Daria Trompeter (fehlte in Bremen aus privaten Gründen). Die jungen Akteurinnen dürfen allerdings nicht an der DM teilnehmen. Grund dafür ist das Reglement im Prellball: Pro Saison darf ein Spieler nur an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen. Und da die drei jungen Mädchen bei der Jugend-DM antreten wollen, ist ihnen der Auftritt bei den Erwachsenen Ende März in Meinerzhagen untersagt. „Das heißt aber nicht, dass wir uns keine Chancen ausrechnen, schließlich sind meine drei Damen in genau dieser Aufstellung auch schon 2017 und 2018 Deutscher Meister geworden“, gibt sich Heinze kämpferisch.

Stichwort kämpferisch, so präsentierten sich auch die Spielerinnen des MTV Wohnste I (die „Wosos“ – Spielgemeinschaft aus Wohnster und Sottrumer Akteurinnen) am finalen Spieltag. Mit 8:2 Punkten untermauerten Thea Heppner-Wiese, Ann-Kathrin Heppner, Alina Trompeter, Alena Wöbse und Jenny Rothfischer wie Sottrum I ihre DM-Qualifikation, die sie mit Rang vier erreichten. Für Trainer Jens Hüsing bot sich in Bremen auch die Möglichkeit, verschiedene taktische Aufstellungen zu testen. Neben der Niederlage gegen den ungeschlagenen Meister vom SV Werder Bremen (30:37) und einem knappen Sieg gegen den TV Baden (33:31) konnte sein Team die Spiele gegen den MTV Eiche Schönebeck 2 (36:27), TV Sottrum II (38:24) und TSV Marienfelde (43:20) deutlich für sich entscheiden. Damit werden auch in der kommenden Saison drei Damenmannschaften mit Sottrumer Beteiligung in der Bundesliga an den Start gehen. „Wie sich die Teams zusammensetzen werden, müssen wir dann noch planen, wenn diese Saison zu Ende ist“, betonte Heinze, „aber das ist jetzt ja eher ein Luxusproblem“.

Mit der DM-Qualifikation oder dem Abstieg gar nichts am Hut hatte in dieser Saison der TV Baden. An Spieltag vier gesellten sich neben den beiden Niederlagen gegen Sottrum I und Wohnste I drei Siege zu Bilanz der Badener. Der TSV Marienfelde (37:26), die SG Arbergen-Mahndorf (32:19) und der MTV Eiche Schönebeck II (29:28) wurden bezwungen. Damit beendete der TV Baden die Saison wie er sie an Spieltag eins begonnen hatte: auf Platz sechs.

Bevorstehender Umbruch

Einen ähnlichen Saisonabschluss hatten auch die Sottrumer Männer. Für den TVS I ging es beim Finale in Bremen weder um die DM-Qualifikation noch gegen den Abstieg. Zudem stand Spieltag vier unter dem Motto „Jugend forscht“. Verletzungsbedingt mussten die Sottrumer um Trainer Ralf Müller mit Torben Peters, Felix Ecken und Nico Voss gleich auf drei Stammspieler verzichten. Somit bekamen die A-Jugendlichen Malte Müller und Johannes Mahncken ihre ersten Bundesliga-Einsatzzeiten. Ihnen wird auch die Zukunft gehören, wird der TV Sottrum I doch in der kommenden Saison auf Torben Peters (Verletzung) und Tim Olsen (berufliche Gründe) verzichten müssen.

In Bremen sammelten die beiden A-Jugendlichen zusammen mit Anatoli Schmidt, David Voss und Tim Olsen 7:5 Punkte und verbesserten sich damit zum Abschluss auf Rang sieben. „Malte und Johannes haben starke Leistungen gezeigt und sich ausdrücklich für die nächste Saison als Ergänzungsspieler empfohlen“, lautete das Fazit von Trainer Ralf Müller. In die Zukunft blickte auch Prellball-Chef Volker Heinze: „Nachdem bei den Männern die eine oder andere berufliche Entwicklung abgeschlossen ist und sie alle wieder vor Ort sind, möchte das Team die Trainingsbeteiligung wieder deutlich erhöhen, um vielleicht in der kommenden Saison ihr Potenzial voll ausschöpfen zu können. Und dann wäre auch eine Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft im Bereich des Möglichen. Die notwendige Konstanz, um das zu erreichen, bekommt man eben nur mit regelmäßigem Training.“

Das bewahrheitete sich erneut beim Bundesliga-Finale in Bremen. TuS Concordia Hülsede wurde mit 36:31 bezwungen, ebenso der TuS Aschen-Strang (35:26) und der MTV Eiche Schönebeck (33:30). Doch der TVS I zeigte auch sein anderes Gesicht, das mit „mit jugendlichem Ungestüm und fehlender Erfahrung und Cleverness“, wie Heinze erzählte. So spielten die Sottrumer gegen den TuS Aschen-Strang II lediglich 29:29 und verloren gar gegen den Tabellenletzten, den Charlottenburger TSV, mit 29:33.

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