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Aufbruch ins Ungewisse

Jonas Mielke 26.02.2018 0 Kommentare

Zugang aus Übersee: Der US-Amerikaner Nick Miceli spielt in der kommenden Saison in Bremen Baseball.
Zugang aus Übersee: Der US-Amerikaner Nick Miceli spielt in der kommenden Saison in Bremen Baseball. (Wesleyan University)

Bremen. Nick Miceli war noch nie in Bremen. In Süddeutschland sei er ein paar Tage gewesen, sagt er. Das Schloss Neuschwanstein habe er gesehen, Norddeutschland kenne er nicht. Der US-Amerikaner lebt in der Nähe von Adelaide in Australien. Dort spielt der 23-Jährige Baseball bei den Golden Grove Dodgers. Noch. Denn ab der kommenden Saison wird er für die Bremen Dockers auflaufen. In einer Stadt, die er noch nie gesehen hat. In einer Liga, die er nur vom Hörensagen kennt. „Ich liebe Baseball und ich liebe das Reisen“, sagt Miceli. „Es ist toll, beides verbinden zu können, besonders wenn man noch jung ist.“

Ins Unbekannte geht es nicht nur für Miceli, sondern auch für die Bremen Dockers. Das Team setzte sich im vergangenen Oktober in der Aufstiegsrelegation gegen Dortmund durch und spielt zum ersten Mal seit 1999 wieder in der 1. Baseball-Bundesliga. „Die Erste Liga ist auf einem ganz anderen Niveau“, sagt Dockers-Trainer Alberto Orti Roig. „Der Sprung ist eigentlich größer als nur eine Liga.“ Sein Ziel: In der Liga bleiben, wenn nötig über die Relegations-Runde. Lediglich einen Spieler mit Bundesliga-Erfahrung haben die Dockers im Team, Sergej Yatsenka spielte in Hamburg mal in der höchsten deutschen Spielklasse. Immerhin: Bis auf den Japaner Yuki Tatsumi ist die Aufstiegsmannschaft aus der vergangenen Saison zusammengeblieben.

Jetzt soll Miceli dem Team helfen, in der Bundesliga zu bestehen. Dafür hat ihn Trainer Orti Roig nach Bremen gelotst. Gefunden hat er Miceli auf einer Internetplattform, die Baseball-Talente und Vereine zusammenbringt. Bereits im vergangenen Sommer habe er Miceli zum ersten Mal kontaktiert. „Als klar war, dass wir aufsteigen könnten, habe ich angefangen, Spieler zu suchen“, sagt der Spanier Orti Roig. Mit Miceli sei die Kommunikation besonders gut gewesen, denn Miceli spricht fließend Spanisch, während seines Studiums in den USA lebte er fünf Monate in Madrid. „Und er mag Werder“, fügt Trainer Orti Roig hinzu und lacht. „Als Alberto mir ein Angebot gemacht hat, habe ich die Chance sofort ergriffen“, sagt Miceli. „Mein Mitbewohner in Australien spielt in Mannheim.“ Von ihm habe er nur gute Sachen über die deutsche Liga gehört.

Eine Chance für den Spieler und für den Verein, aber auch ein Risiko: Sie wissen wenig voneinander. „Das ist ein Glücksspiel“, sagt Olaf Stölting, der im Vorstand der Bremer Turnvereinigung 1877 sitzt und Sprecher der Baseballsparte ist. „Aber wir gehen schon davon aus, dass er einer unserer stärksten Spieler werden wird.“

Unklar, wie stark er wirklich ist

Spielen gesehen haben ihn die Bremer aber noch nicht. Die Statistiken aus seiner Zeit an der Universität seien gut, „aber wie stark er dann wirklich ist, da habe ich auch keine Ahnung“, sagt Coach Orti Roig. Er plant mit Miceli als Schlagmann und Werfer, eine Art Allzweckwaffe.

Als Werfer lief Miceli vier Jahre lang für die Wesleyan Universität an der Ostküste der USA auf. Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, spielte er mit dem litauischen Team Kaunas Lituanica auf einem Turnier in Europa. Micelis Großvater stammt aus Portugal, er sei immer gerne nach Europa gereist, erzählt er. Auf dem Turnier entdeckte ihn ein Trainer, der ihn nach Australien zu den Golden Grove Dodgers holte. Jetzt freut sich Miceli auf Bremen, Ende März wird er in die Hansestadt reisen. „Ich erwarte eine umkämpfte Liga mit soliden einheimischen Spielern und sehr guten ausländischen Spielern“, sagt er. Geld bekommt er nicht, dafür stellen ihm die Dockers eine Wohnung und die Verpflegung. „Mehr können wir uns auch gar nicht leisten“, sagt Olaf Stölting. „Andere Vereine in der Liga haben ein wesentlich größeres Budget.“

Etwas Geld wird sich Miceli als Coach im Verein dazuverdienen. „Ich habe immer gerne Mannschaften trainiert“, sagt er, auch zu Uni-Zeiten coachte er nebenbei. Seit er drei Jahre alt ist, spielt er Baseball. „Das Spiel war schon immer Teil meines Lebens“, sagt er. „Ich kann mir eigentlich keinen Frühling oder Sommer ohne Baseball vorstellen.“ Seine Erfahrung soll Miceli an die jüngeren Spieler im Kader weitergeben.

Das würde auch Orti Roig entlasten, der bei den Dockers als Spielertrainer fungiert. „Ich hoffe, dass ich nicht so oft selber ran muss“, sagt er. Denn eigentlich würde er lieber den Nachwuchsakteuren so viel Spielzeit wie möglich geben. „Ich springe ein, wenn es mal eng wird“, sagt er. In der letzten Saison seien viele Bank-Spieler noch sehr jung und unerfahren gewesen, da habe er häufiger ausgeholfen. In dieser Saison hofft er, dass sich der ein oder andere Spieler weiterentwickelt – vielleicht auch mit der Hilfe von Zugang Miceli.


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Leserkommentare
werderfan am 23.10.2019 21:15
Ich versuche das mal kurz für die Demokratiefreunde zu erläutern:
1. Der Umweltausschuss des Beirats Blumenthal tagt am nächsten Montag ...
IhrenNamen am 23.10.2019 21:02
Ich bin mal sehr gespannt wie sich das auf die Spendensumme auswirkt.