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Neuzugang Daniil Dubov zeigt bei Werders Schach-Siegen gegen Hamburg und Norderstedt sein Können
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Der Großmeister trumpft groß auf

Andreas Calic 14.11.2017 0 Kommentare

Schach Bundesligist SV Werder am Brett - Daniil Dubov
Am Brett eine Bank: Werders junger Neuzugang aus Moskau, Großmeister Daniil Dubov, hatte im Weserstadion die bessere Strategie, die besseren Ideen – und das bessere Zeitmanagement als seine Gegner. (Frank Thomas Koch)

Damit stehen die Grün-Weißen mit 6:2 Punkten auf Platz 3. „Wie beim Fußball hat auch beim Schach ein Derby mit Hamburg eine besondere Atmosphäre“, sagte Manager Olaf Steffens. Dass das Team des HSK nicht in Bestbesetzung erschienen war, stimmte ihn vorab vorsichtig optimistisch: „Im Schnitt sind wir heute rund 50 ELO besser, das dürfte uns leicht favorisieren“, sagte er. Da mit Alexander Areshchenko (ELO 2644) auch Werders Nummer 1 fehlte, durfte der grün-weiße Neuzugang Daniil Dubov (ELO 2677) bei seiner Premiere gleich am prestigeträchtigen ersten Brett sein Können zeigen.

Doch zunächst sorgte der englische Großmeister Luke McShane (ELO 2649) für Aufregung. Da sein Gegner Niclas Huschenbeth (ELO 2601) als Eröffnungsexperte gilt, entschied sich McShane für eine Nebenvariante, um dort seine Spielstärke besser zur Geltung zu bringen. Bei der Live-Kommentierung betonte Werders Trainer Matthias Krallmann, dass McShane gerade eine schlechte Team-EM hinter sich hat. „Aber Luke ist ein Stehaufmännchen. Ich habe es schon oft erlebt, dass er unmittelbar nach einer Niederlage mit tollen Siegen zurückkam.“ So kam es auch diesmal: Zunächst zeigte Mc Shane dem jungen Deutschen die Schattenseiten seines zu ambitionierten Damenflügelspiels auf, um Werder dann mit einem kraftvollen Mattangriff in Führung zu bringen.

Zwar konnten die Hamburger noch einmal mit dem Sieg Carlstedts (ELO 2403) gegen Gennadiy Fish (ELO 2459) ausgleichen. Doch dann zeigte Dubov seine ganze Klasse. Mit Schwarz wählte der Moskauer einen ungewöhnlichen Aufbau, den Krallmann sogar ein wenig provokativ fand. „Dubov strebt eine asymmetrische Stellung an, um auch mit Schwarz auf Gewinn zu spielen“, kommentierte er. Dabei erwies sich der junge Großmeister als guter Schach-Psychologe. Genau in dem Moment, in dem sein Gegner in Zeitnot geriet, verkomplizierte er die Stellung mit Bauernvorstößen an beiden Flügeln. Das brachte Probleme, die der Schwede in der knappen Zeit nicht lösen konnte. Mit verblüffend anmutender Leichtigkeit und einer hübschen Bauernumwandlungskombination führte Dubov das Endspiel zum Sieg.

Nach dieser Niederlage brachen bei den Hamburgern alle Dämme. Tomi Nybäck (ELO 2575) überspielte in der katalanischen Eröffnung den ehemaligen Bremer Dimitrij Kollars (ELO 2500), Alexander Markgraf (ELO 2513) zwang mit einem tollen Königsangriff Heinemann (ELO 2492) einen Zug vor dem Matt zur Aufgabe und schließlich zeigte Werders zweiter Neuzugang Wouter Spoelman (ELO 2585) unbedingten Siegeswillen, indem er seinen Kontrahenten in der längsten aller Partien niederrang. Mit einem Remis endeten die Partien Zahar Efimenkos (ELO 2641) sowie Thorben Koops (ELO 2364). Ein Sieg in dieser Höhe kam auch für Krallmann überraschend: „Mit einem 6:2 habe ich nicht gerechnet. In den letzten fünf Jahren gab es immer nur knappe Siege gegen Hamburg.“

Gegen den SK Norderstedt gab es tags darauf sogar einen noch höheren Kantersieg. Mit 7,5:0,5 entging der ohne Großmeister angetretene Aufsteiger nur knapp der Höchststrafe. Diesmal leitete Dubov den Punktereigen ein; sein Gegner, der aus unterhaltsamen Schachvideos bekannte Lawrence Teint, stellte bereits nach nur 15 Zügen eine Figur ein – eine Seltenheit auf diesem Niveau. Damit hatte der junge Russe eine perfekte Premiere, und auch Spoelmann holte wichtige anderthalb Punkte. Bezüglich der neuen Spieler zog Krallmann das Fazit: „Von den beiden Neuzugängen bin ich ganz begeistert. Beide sind jung, ehrgeizig und hoch motiviert. Ich konnte spüren, dass sie unbedingt etwas zeigen wollten.“ Das haben sie so gut getan, dass Werder nun eine ausgezeichnete Position für den weiteren Kampf um die Plätze im Europokal hat.


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Leserkommentare
kkahle am 21.10.2019 15:04
Achtung, Achtung!
Der kleine Jan hat sich im Internet verlaufen und sucht jetzt seine Mutti.
Wer ihm begegnet, möge ihm den Weg nach ...
suziwolf am 21.10.2019 15:04
Weit weg ... @Jubi ... ist Erdogan.

Nicht nur geografisch, sondern auch
,Ihrer Vorfreude entsprechend‘ 🙀 !

Und, wenn ...