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Gressels amerikanischer Traum: Vom Hörsaal ins MLS-Finale

07.12.2018 0 Kommentare

Julian Gressel
Julian Gressel steht mit Atlanta United im Finale der MLS. Foto: Danny Karnik/AP (Danny Karnik / dpa)

Erst ausgemustert, dann ausgezeichnet: Julian Gressel lebt seinen ganz persönlichen amerikanischen Traum. Der 24-jährige Fußballprofi aus Franken steht mit Atlanta United im Finale der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS).

Als erster Deutscher könnte er mit einem Sieg am 8. Dezember gegen die Portland Timbers den MLS-Titel gewinnen. Die Bundesliga hat er trotz seines steilen Aufstiegs in den USA aber weiterhin auf dem Radar.

Für Gressel war der Schritt über den Großen Teich im Grunde nur Mittel zum Zweck. Schließlich war seine Fußballkarriere in Deutschland schon früh ins Stocken geraten. „Greuther Fürth hat mich im Alter von 15 Jahren nicht mehr übernommen“, erinnert sich Gressel.

„Dann habe ich bis zum Abi bei unterklassigen Vereinen gespielt und bin anschließend auf ein College in den USA gegangen. Das war für mich die einzige Chance, ein Studium mit professionellem Fußball zu verbinden.“ Ein unorthodoxer Weg, der sich am Ende aber noch als Glücksfall erweisen könnte.

Vor seinem Wechsel in die USA hatte Gressel für Eintracht Bamberg in der Regionalliga Bayern gespielt. Am Providence College im US-Bundesstaat Rhode Island hingegen entwickelte er sich in vier Spielzeiten (2013-2016) zu einem Erstrunden-Draftpick. Der Club Atlanta United, der erst in der vergangenen Saison sein Debüt in der MLS gegeben hatte, sicherte sich schließlich im Jahr 2017 die Dienste des Deutschen mit dem achten Pick im MLS-Superdraft.

Und der Mittelfeldakteur überzeugte gleich in seiner ersten Profi-Saison mit fünf Toren und neun Vorlagen in 32 Einsätzen. Das Resultat war die Auszeichnung als „Rookie of the Year“ - als bester Nachwuchsspieler der MLS. In der laufenden Saison verbuchte Gressel vier Tore und 14 Assists während der Hauptrunde.

Mit einem Sieg gegen Portland würde der Profi auch in die Fußstapfen von Franz Beckenbauer treten. Als bislang letzter deutscher Fußballer hatte der einen Meistertitel in den USA gewinnen können. Noch in der damaligen North American Soccer League (NASL) holte Beckenbauer mit Cosmos New York drei Titel (1977, 1978, 1980).

Für das nun anstehende Finale sieht Atlantas Trainer Gerardo Martino sein Team gut vorbereitet. „In dieser Woche haben wir uns vor allem angeschaut, was Portland in den Playoffs gemacht hat und was zu ihrem Erfolg geführt hat“, sagte der Coach der Zeitung „Gwinnett Daily Post“. Mit dem früheren Bundesliga-Profi Kevin Kratz hat Atlanta noch einen weiteren deutschen Akteur im Kader. Der 31-Jährige stand in dieser Saison allerdings nur zweimal in der Anfangsformation.

Für Trainer Martino, der zum Ende der Spielzeit seinen Posten aus persönlichen Gründen abgeben wird, ist der Saisonabschluss etwas ganz Besonderes: „Ich möchte Atlanta einfach dafür danken, dass ich an der Geburt dieses neuen Clubs von Anfang an teilhaben konnte“.

Ob es Julian Gressel aus Atlanta irgendwann wieder in die alte Heimat zieht? Ein konkretes Angebot aus der Bundesliga habe er bislang nicht erhalten, sagte er im Gespräch mit dem „Kicker“. Er könne sich aber vorstellen, in Zukunft wieder in Deutschland zu spielen, so der Franke. „Auf der einen Seite gefällt es mir super in Atlanta. Andererseits ist es auch der sportliche Ansporn, der mich antreibt.“

Auf leidenschaftliche Unterstützung aus der Heimat kann Gressel zum Finale auf jeden Fall schon einmal zählen: „Neun Familienmitglieder kommen. Sogar mein Opa reist extra aus unserer bayerischen Heimat Neustadt an der Aisch für das Spiel an.“ (dpa)


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Leserkommentare
hopfen am 21.10.2019 11:38
Ein sehr gutes Beispiel dafür wie realitätsfern Politiker inzwischen sind. Würden alle fast identische Ferienzeiten bekommen, würde das absolute ...
admiral_brommy am 21.10.2019 11:29
Zitat: ".....und die Behörden lehnen seinen Asylantrag ab. "

Ausreisepflichtig scheint er aber nicht zu sein. Warum?
Warum ...