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Pflicht zur Sensation: Bayer freut sich auf Ronaldo

30.09.2019 0 Kommentare

Pressekonferenz
Lässt einen Einsatz von Jonathan Tah offen: Leverkusens Trainer Peter Bosz bei der Pressekonferenz im Stadion von Juventus. Foto: Marius Becker (Marius Becker / dpa)

Als die Leverkusener Spieler in ihren schicken dunklen Anzügen in Turin aus dem Flieger stiegen, sahen einige von ihnen schon etwas geschafft aus.

Den Abflug zum „geilen Spiel“ bei Juventus Turin mit Megastar Cristiano Ronaldo am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) hatten sie kaum erwarten können - und dann hingen sie erst einmal auf der Startbahn fest. Der Sonderflug PUE 901 erhielt aus Verkehrsgründen erst eine Stunde später als geplant die Starterlaubnis.

Nachhaltig zurückwerfen sollte die nicht optimale Anreise die Bayer-Profis nicht. „Es wäre schöner, wenn alles passt bei der Anreise“, sagte Trainer Peter Bosz: „Aber auf so etwas haben wir keinen Einfluss, deshalb darf man sich nicht ärgern.“

Grundsätzlich geht Bayer die Herkules-Aufgabe mit großem Optimismus an. „Uns muss man erstmal schlagen“, sagte Sportchef Rudi Völler vor dem Spiel beim italienischen Serienmeister, bei der Leverkusen nach der peinlichen 1:2-Auftakt-Niederlage in der Champions League gegen Lokomotive Moskau in der Pflicht steht, für eine Sensation zu sorgen.

Natürlich sei Juve der Favorit, ergänzte der Weltmeister von 1990 und Italien-Kenner Völler, „sie sind eine der Mannschaften, die den Titel holen kann. Aber wir sind auch ein unangenehmer Gegner“. Den „ein oder anderen Großen“ könne der Fußball-Bundesligist sicher schlagen. „Und am liebsten fangen wir am Dienstag damit an“, sagte Völler.

Auch seine Spieler glauben an das kleine Wunder von Turin. „Nichts ist unmöglich“, sagte der formstarke Ex-Nationalstürmer Kevin Volland: „Auch nicht in der Champions League. Auch nicht in Turin. Das wird ein geiles Spiel. Und wir müssen es genießen.“

Juve stehe nach dem 2:2 bei Atlético Madrid schließlich auch unter Druck, sagte Volland: „Die müssen auch gewinnen. Ich rechne uns durchaus Chancen aus.“ Turin um Ronaldo, den 2014er-Weltmeister Sami Khedira und den von Bosz bei Ajax Amsterdam entdeckten Shootingstar Matthijs de Ligt hat nach acht nationalen Titeln in Serie den Triumph in der Königsklasse als Ziel ausgegeben.

Leverkusens Vorgabe ist das Achtelfinale, und damit wird es nach der 1:2-Heimblamage gegen Gruppen-Außenseiter Lokomotive Moskau zum Auftakt schon extrem eng. „Aber wir fahren da nicht hin, um uns die Stadt anzuschauen“, sagte Neuzugang Nadiem Amiri, der nach der Moskau-Pleite ins Team kam und der Gewinner der letzten beiden Wochen ist: „Wir wollen da auch was holen.“

Auch Abwehrchef Sven Bender gibt sich vor seinem 50. Europacup-Spiel optimistisch. „Wir haben eine Truppe, die es mit jedem aufnehmen und jeden schlagen kann“, sagte der Ex-Nationalspieler. Ob an seiner Seite nach zwei Spielen auf der Bank wieder der aktuelle Nationalspieler Jonathan Tah versuchen wird, Ronaldo zu stoppen, ließ Bosz am Montag offen.

Der 34-jährige Ronaldo spielt in seinem 172. Europacup-Spiel zum 25. Mal gegen ein deutsches Spiel (bei schon 26 Toren), aber zum ersten Mal gegen Leverkusen. Den „1000-Tore-Sturm“ mit dem portugiesischen Weltstar und den beiden Argentiniern Paulo Dybala und Gonzalo Higuain wird Trainer Maurizio Sarri aber nicht loslassen. Zumindest nicht von Beginn an. „Sie gemeinsam beginnen zu lassen, ist ein interessanter Vorschlag“, sagte Sarri am Montag: „Aber dafür haben wir noch nicht die richtige Balance. Deshalb können wir das allenfalls in Phasen eines Spiels so machen.“ Die drei Offensivspieler haben zusammen über 1000 Pflichtspiel-Tore erzielt.

So oder so wird die Leverkusener ein anderes Spiel erwarten als zuletzt gegen Union Berlin oder Augsburg mit bis zu 80 Prozent Ballbesitz. „Das wird diesmal komplett anders sein“, sagte Völler: „Aber vielleicht ist das auch gar nicht mal so schlecht.“

Voraussichtliche Aufstellungen:

Juventus Turin: Szcesny - Cuadrado, Bonucci, de Ligt, Alex Sandro - Khedira, Pjanic, Matuidi - Ramsey - Higuaín, Cristiano Ronaldo

Bayer Leverkusen: Hradecky - Dragovic, S. Bender, Wendell - Aranguiz, Baumgartlinger - L. Bender, Havertz, Amiri, Volland - Alario

Schiedsrichter: William Collum (Schottland) (dpa)


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Leserkommentare
erschreckerbaer am 22.10.2019 21:34
Ist doch in Ordnung.
Bis jetzt habe ich 48 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt.
Habe dafür Steuern bezahlt.
Würde ich mit 67 in ...
flutlicht am 22.10.2019 20:43
Lieber @Wk, wann hat Höffner denn nun die Fläche erworben? Mal schreiben Sie von 14 Jahren im Text und in der Einleitung von 11 Jahren. Was stimmt?